Bilder von der Abschlussveranstaltung der drei bayerischen Modellregionen in Garmisch-Partenkirchen

Elektromobilität in Bayern: Ilse Aigner präsentiert Forschungsergebnisse

26.01.2016 / Aigner will Elektroauto-Prämie

Foto: Julia Krüger

Sie sei ein großer Fan von E-Autos, sagt Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU).

 

Jedes Mal freue sie sich, wenn sie den zum Fuhrpark des Ministeriums gehörenden BMW i3 fahren könne: „An der Ampel kann man damit einen Porsche stehen lassen“, scherzt Aigner: „Ich hab's ausprobiert.“

 

Zur Abschlussveranstaltung der drei bayerischen „Modellstädte E-Mobilität“ in Garmisch-Partenkirchen rollt die Ministerin trotzdem nur die letzten hundert Meter elektrisch – der Bilder wegen. Ja, ja: Sie sei mit der konventionell angetriebenen Dienstlimousine aus München gekommen, gibt sie gleich von sich aus zu: „Aber nur, weil dieses Auto mein zweites Büro ist.“

 

Fünfeinhalb Jahre sind vergangen, seit Bad Neustadt (Lkr. Rhön-Grabfeld) die erste bayerische E-Mobilität-Modellstadt wurde – der Bayernwald und Garmisch-Partenkirchen folgten. Zweifellos hat sich seitdem einiges getan. Doch ein echter Ersatz für konventionelle Autos sind E-Mobile nicht nur für bayerische Staatsminister immer noch nicht.

 

Kommt eine Kaufprämie?

 

„Es braucht einen Schub für E-Mobilität in Deutschland“, findet auch die Ministerin – und kündigt prompt neue bayerische Initiativen an: Beim Ausbau der Infrastruktur – etwa mit Ladesäulen – werde die CSU-Staatsregierung schon bald auch finanziell „nachlegen“, verspricht Aigner. Und wenn es nach Bayerns Wirtschaftsministerin geht, wird sich der Freistaat auch für eine staatliche Kaufprämie für E-Autos aussprechen. Von 5000 Euro ist die Rede – bezahlen müsste die allerdings der Bund. Doch dort hielt sich die Begeisterung dafür bislang auch beim zuständigen Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) arg in Grenzen. „Es geht uns um die Zeit, die davonläuft“, hält Aigner dagegen.

 

„E-Mobilität funktioniert“

 

Zumal gerade die drei Modellregionen gezeigt hätten, „dass E-Mobilität funktioniert“. Und das nicht nur in der Stadt, wo die Wege kürzer, die wenigen Ladesäulen dafür aber auch öfter besetzt sind. In Bad Neustadt sei es jedenfalls sehr gut gelungen, viele Bürger für Elektroautos zu begeistern, berichtet Bürgermeister Bruno Altrichter: „Wir haben eine sehr positive Grundstimmung in der Öffentlichkeit.“

 

Zwar habe man den „Modellstadt“-Titel zunächst immer im Sinne der Wirtschaftsförderung begriffen, sagt Jörg Geier, beim Landkreis Rhön-Grabfeld für die E-Projekte zuständig: „Wir wollen aber immer auch die Menschen für E-Mobilität begeistern.“ So findet in Bad Neustadt jährlich eine der größten deutschen E-Auto-Messen statt. Und das ganze Jahr über können interessierte Bürger unkompliziert E-Fahrzeuge selbst testen. Das Ergebnis sei ein deutlich überdurchschnittlicher Elektro-Anteil an den privaten Neuzulassungen im Landkreis.

 

Gelohnt habe sich der Modellstadt-Titel aber auch wirtschaftlich, so Geier: Dank örtlicher High-Tech-Partner wie dem Siemens E-Motorenwerk oder den Firmen Jopp und Preh sei Bad Neustadt längst ein Kompetenzzentrum für Elektroautos. 200 hochwertige Jobs seien in diesem Bereich entstanden. Die örtliche Berufsschule bildet weiteren, qualifizierten Nachwuchs aus.

 

Erfolg ohne Förderung?

 

Sehr erfolgreich sei auch das zusammen mit der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt betriebene Technologie-Transferzentrum (TTZ) in Bad Neustadt. Seit Februar 2012 in Betrieb, arbeiten dort inzwischen rund 40 Experten an technischen Zukunftslösungen für E-Autos.

 

Ein Erfolg, der laut Landrat Thomas Habermann allerdings auf finanziell wackligen Füßen steht: Bis 2017 habe man vom Freistaat auf fünf Jahre eine Anschubfinanzierung von 4,5 Millionen Euro bekommen. Nach derzeitigem Stand sollen danach aber nur noch 200 000 Euro jährlich aus München kommen.

 

„Wir brauchen aber 700 000 Euro“, sagt Habermann – und liefert den Grund für den Aufschlag gleich dazu: „Wir haben aus unserer Anschubfinanzierung was gemacht. Das muss doch einen Effekt haben.“ Zumal sich der Landkreis Rhön-Grabfeld aus seiner Verantwortung nicht davonstehlen will und weiter eigenes Geld investiert: „Wir werden in Bad Neustadt weiter hart daran arbeiten“, verspricht etwa Projektmanager Geier, „dass die E-Mobilität fliegt“.

 

Quelle: Mainpost, Henry Stern

26.01.2016 / „Kappo“ Bruno mit den „Drei von der E-Tankstelle“

Foto: Henry Stern

Einen Empfang mit durchaus illustren Frauen erlebte die Bad Neustädter E-Mobilitäts-Delegation in Garmisch-Partenkirchen. Dort trafen sich die drei bayerischen E-Modellregionen (e-Gap, e-Wald und Menes), um ihre Projekte nach der dreijährigen Laufzeit vorzustellen.

 

Zu Bad Neustadts Bürgermeister Bruno Altrichter gesellten sich seine Garmischer Amtskollegin Sigrid Meyerhofer, Ski-Legende Rosi Mittermaier und Wirtschaftsministerin Ilse Aigner. Die Bad Neustädter waren mit orangenen Signal-Mützen aus dem E-Modell-Pulk deutlich herauszufiltern. Neben Altrichter waren Ulrich Leber (Stadtwerke), Jörg Geier (Landratsamt) und Kreischef Thomas Habermann bei der Sternfahrt-Delegation dabei. Sie machten am Rande des Treffens darauf aufmerksam, dass die Förderung für das TTZ in Bad Neustadt künftig nicht reiche.

 

Quelle: Mainpost, Michael Nöth

Trotz Abschluss geht es weiter

Der Förderzeitraum für die Modellstadt Elektromobilität läuft aus – Stadt will dran bleiben

 

Fünf Jahre lang durfte sich Bad Neustadt mit dem Titel Modellstadt Elektromobilität schmücken. Dass in der Kreisstadt im veranschlagten Förderzeitraum richtig viel passiert ist, ist auch im Wirtschaftsministerium in München nicht unbemerkt geblieben. Bei der Abschlussveranstaltung der drei Modellregionen Bad Neustadt, Bayerischer Wald und Garmisch-Partenkirchen regte Wirtschaftsministerin Ilse Aigner eine Kaufprämie für Elektroautos an, um diesen den großen Durchbruch zu verschaffen. In Bad Neustadt soll es auch nach dem offiziellen Ende der Förderung weitergehen. Das Technologietransferzentrum (TTZ) bleibt auf jeden Fall erhalten und auch die populäre Fahrzeugschau soll es weiterhin geben.

 

Im Sommer 2010 hatte Ministerpräsident Horst Seehofer das Kabinett bei einer Sitzung in Bad Kissingen von seiner Idee überzeugt. Bad Neustadt sollte eine erste Modellstadt für Elektromobilität im ländlichen Raum des Freistaates werden. Mehr als zehn Millionen Euro flossen im prognostizierten Förderzeitraum von fünf Jahren in die Kreisstadt. Die Elektromobilität von zwei-wie vierrädrigen Fahrzeugen hat ausgehend von Bad Neustadt in der Region, in Bayern und letztlich auch bundesweit einen Anschub erfahren. Bei der Abschlussveranstaltung der drei Modellregionen in Garmisch-Partenkirchen wurden die Ergebnisse präsentiert. Schnell wurde hierbei klar: So beherzt wie in der Kreisstadt wurde das Thema in den anderen Modellregionen nicht angegangen.

 

Die Elektromobilität hat Bad Neustadt zu einem Hochschulstandort in Verbindung mit der Fachhochschule Würzburg Schweinfurt gemacht. Im Technologietransferzentrum arbeiten mittlerweile rund 40 Forscher an einer Vielzahl an Projekten. Rechnet man die Arbeitsplätze dazu, die rund um das TTZ in der Industrie, also bei Siemens, Preh, Jopp und weiteren Firmen der Region entstanden sind, so kommen rund 200 neue Stellen zusammen. Und die beim Publikum sehr beliebte Fahrzeugschau Elektromobilität hat sich zur größten ihrer Art in ganz Deutschland entwickelt.

 

Und das soll nach Ende des Förderzeitraums jetzt alles vorbei sein? Mitnichten! Das TTZ forscht fleißig weiter in verschiedenen Projekten, und auch die Fahrzeugschau wird es weiterhin geben. „Die Elektromobilität ist für Bad Neustadt ein großer Gewinn“, sagte Projektmanager Dr. Jörg Geier nach Ende der Abschlussveranstaltung, zu der er gemeinsam mit Projektmanager Ulrich Leber, Teamassistentin Bianca Benkert sowie Landrat Thomas Habermann, Bürgermeister Bruno Altrichter, dem Vorsitzenden des Fördervereins M-E-NES, Dr. Hubert P. Büchs, Berufsschulleiter Kurt Haßfurter und dem Leiter des TTZ, Professor Ansgar Ackva nach Garmisch gereist war. „Auch ohne Modellstadtförderung wird es weitergehen“, stellt Geier mit Nachdruck fest. Die Fördermittel aus dem Wirtschaftsministerium für die Modellstadt laufen spätestens in diesem Jahr aus und werden auch nicht verlängert. „Es bleibt aber selbstverständlich die Option bestehen, im Rahmen der Wirtschaftsförderung Geld für neue Projekte zu beantragen“, so Geier.

 

Der Fokus in Bad Neustadt soll in Sachen Elektromobilität weiterhin auf der Forschungsarbeit und der Industrie liegen. Noch ungeklärt ist allerdings derzeit die weitere Förderung des TTZ über das Jahr 2016 hinaus. Gesichert ist eine Grundfinanzierung von 200.000 Euro. Doch das reicht für dieses TTZ mit der heutigen Größe nicht. Jörg Geier beziffert den gewünschten Förderbetrag auf 740.000 Euro. Eine Einigung mit dem Freistaat soll spätestens im April für das kommende Jahr 2017 getroffen werden. „Es wird im TTZ aber auf jeden Fall weitergehen“, bestätigt Geier. Die Frage ist nur, in welchem Umfang.

 

Das Elektrofahrrad hingegen spielte in den ganzen Diskussionen in Garmisch-Partenkirchen mal wieder nur eine Nebenrolle. Dabei hat sich die Elektrifizierung bei den Zweirädern längst im großen Stil durchgesetzt, die Branche verbucht jährliche Wachstumszahlen im zweistelligen Prozentbereich und die Millionengrenze bei den Pedelecs – ganz im Gegensatz zu den Autos – ist in Deutschland längst überschritten. Alles Zahlen, von denen die Elektroautobranche derzeit nur träumen kann. Nach dem Erfolg bei den Fahrrädern dürfte der endgültige Durchbruch bei den Autos aber auch nur noch eine Frage der Zeit sein. Die erste bayerische Modellstadt für Elektromobilität wird auch ohne diesen Titel in den nächsten Jahren fleißig dazu beitragen.

 

Quelle: Rhön- und Saalepost, Stefan Kritzer

Aigner will Elektroauto-Prämie

Foto: Julia Krüger
Foto: Hendrik Schmidt, dpe

E-Mobilität-Modellstädte ziehen positive Bilanz – Bad Neustadt: Erfolge weiter fördern.

 

Sie sei ein großer Fan von E-Autos, sagt Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU). Jedes Mal freue sie sich, wenn sie den zum Fuhrpark des Ministeriums gehörenden BMW i3 fahren könne: „An der Ampel kann man damit einen Porsche stehen lassen“, scherzt Aigner: „Ich hab's ausprobiert.“

 

Zur Abschlussveranstaltung der drei bayerischen „Modellstädte E-Mobilität“ in Garmisch-Partenkirchen rollt die Ministerin trotzdem nur die letzten hundert Meter elektrisch – der Bilder wegen. Ja, ja: Sie sei mit der konventionell angetriebenen Dienstlimousine aus München gekommen, gibt sie gleich von sich aus zu: „Aber nur, weil dieses Auto mein zweites Büro ist.“

 

Fünfeinhalb Jahre sind vergangen, seit Bad Neustadt die erste bayerische E-Mobilität-Modellstadt wurde – der Bayernwald und Garmisch-Partenkirchen folgten. Zweifellos hat sich seitdem einiges getan. Doch ein echter Ersatz für konventionelle Autos sind E-Mobile nicht nur für bayerische Staatsminister immer noch nicht.

 

Kommt eine Kaufprämie?

 

„Es braucht einen Schub für E-Mobilität in Deutschland“, findet auch die Ministerin – und kündigt prompt neue bayerische Initiativen an: Beim Ausbau der Infrastruktur – etwa mit Ladesäulen – werde die CSU-Staatsregierung schon bald auch finanziell „nachlegen“, verspricht Aigner. Und wenn es nach Bayerns Wirtschaftsministerin geht, wird sich der Freistaat auch für eine staatliche Kaufprämie für E-Autos aussprechen. Von 5.000 Euro ist die Rede – bezahlen müsste die allerdings der Bund. Doch dort hielt sich die Begeisterung dafür bislang auch beim zuständigen Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) arg in Grenzen. „Es geht uns um die Zeit, die davonläuft“, hält Aigner dagegen.

 

„E-Mobilität funktioniert“

 

Zumal gerade die drei Modellregionen gezeigt hätten, „dass E-Mobilität funktioniert“. Und das nicht nur in der Stadt, wo die Wege kürzer, die wenigen Ladesäulen dafür aber auch öfter besetzt sind. In Bad Neustadt sei es jedenfalls sehr gut gelungen, viele Bürger für Elektroautos zu begeistern, berichtet Bürgermeister Bruno Altrichter: „Wir haben eine sehr positive Grundstimmung in der Öffentlichkeit.“

 

Zwar habe man den „Modellstadt“-Titel zunächst immer im Sinne der Wirtschaftsförderung begriffen, sagt Jörg Geier, beim Landkreis Rhön-Grabfeld für die E-Projekte zuständig: „Wir wollen aber immer auch die Menschen für E-Mobilität begeistern.“ So findet in Bad Neustadt jährlich eine der größten deutschen E-Auto-Messen statt. Und das ganze Jahr über können interessierte Bürger unkompliziert E-Fahrzeuge selbst testen. Das Ergebnis sei ein deutlich überdurchschnittlicher Elektro-Anteil an den privaten Neuzulassungen im Landkreis.

 

Gelohnt habe sich der Modellstadt-Titel aber auch wirtschaftlich, so Geier: Dank örtlicher High-Tech-Partner wie dem Siemens-E-Motorenwerk oder den Firmen Jopp und Preh sei Bad Neustadt längst ein Kompetenzzentrum für Elektroautos. 200 hochwertige Jobs seien in diesem Bereich entstanden. Die örtliche Berufsschule bildet weiteren, qualifizierten Nachwuchs aus.

 

Erfolg ohne Förderung?

 

Sehr erfolgreich sei auch das zusammen mit der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt betriebene Technologie-Transferzentrum (TTZ) in Bad Neustadt. Seit Februar 2012 in Betrieb, arbeiten dort inzwischen rund 40 Experten an technischen Zukunftslösungen für E-Autos.

 

Ein Erfolg, der laut Landrat Thomas Habermann allerdings auf finanziell wackligen Füßen steht: Bis 2017 habe man vom Freistaat auf fünf Jahre eine Anschubfinanzierung von 4,5 Millionen Euro bekommen. Nach derzeitigem Stand sollen danach aber nur noch 200.000 Euro jährlich aus München kommen.

 

„Wir brauchen aber 700.000 Euro“, sagt Habermann – und liefert den Grund für den Aufschlag gleich dazu: „Wir haben aus unserer Anschubfinanzierung was gemacht. Das muss doch einen Effekt haben.“ Zumal sich der Landkreis Rhön-Grabfeld aus seiner Verantwortung nicht davonstehlen will und weiter eigenes Geld investiert: „Wir werden in Bad Neustadt weiter hart daran arbeiten“, verspricht etwa Projektmanager Geier, „dass die E-Mobilität fliegt“.

 

Rhön- und Saalepost, Henry Stern

Elektromobilität funktioniert
Forschungsergebnisse der Bayerischen Modellregionen zeigen Alltagstauglichkeit

Am 22. Januar stellte Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner in

Garmisch-Partenkirchen auf der Abschlussveranstaltung der drei Bayerischen Modellregionen für Elektromobilität deren Forschungsergebnisse vor. Fazit: Die zahlreichen Projekte in Garmisch-Partenkirchen (e-GAP), dem Bayerischen Wald

(E-WALD) und Bad Neustadt an der Saale (M-E-NES) beweisen, dass Elektromobilität marktfähig und alltagstauglich ist.

Auf der anschließenden Podiumsdiskussion zeigten sich Vertreter aus Industrie, Wirtschaft, Politik und Wissenschaft begeistert über die Vielfalt der Lösungsansätze zur e-mobilen Zukunft. Unter den 130 Teilnehmern waren als prominente Befürworter und Bürger der Marktgemeinde auch die Skilegenden Rosi Mittermaier und

Christian Neureuther.

 

Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner zog eine positive Bilanz zu den drei Bayerischen Modellregionen für Elektromobilität: „Gemeinsam ist es uns gelungen, die Elektromobilität in der Praxis umfassend zu testen. Dafür hat die Bayerische Staatsregierung die Modellregionen mit 37,5 Millionen Euro unterstützt.“ Durch die Vernetzung von Industrie und Wissenschaft und unter Berücksichtigung der jeweiligen regionalen Besonderheiten sind in drei Jahren Forschungsarbeit praktikable Lösungen entstanden, die sich auf Bayern und ganz Deutschland übertragen lassen: „Wir haben bewusst einen Fokus auf Forschung und Entwicklung gelegt. Damit ist die Grundlage für diese nachhaltige Form der Mobilität gelegt. Im nächsten Schritt geht es jetzt darum, die notwendigen Infrastrukturen auszubauen und die richtigen Anreize für die Elektromobilität im Alltag zu setzen“, betonte Aigner.

Die Bayerischen Modellregionen sind eine vom Projektträger Jülich durchgeführte Fördermaßnahme des Bayerischen Wirtschaftsministeriums. Die Forschungsprojekte in den Modellregionen starteten 2011 und werden teilweise bis 2016 verlängert. Die Bayerische Staatsregierung hatte bereits 2008 mit der „Zukunftsoffensive Elektromobilität“ begonnen, um das Thema Elektromobilität als zukunftsweisende und nachhaltige Technologie mitzugestalten.

Um die Bandbreite elektromobiler Fahrzeuge und deren gute Alltagstauglichkeit sowie die vorhandene Ladeinfrastruktur zu demonstrieren, fand am Vortag der Veranstaltung die erste bayerische Vernetzungsfahrt statt. 15 elektromobile Autos fuhren quer durch Bayern nach Garmisch-Partenkirchen.

 

Modellkommune Elektromobilität Garmisch-Partenkirchen, e-GAP

Gerade ländlich-touristische Regionen und Ökosysteme wie der Alpenraum benötigen Innovationen, die ökologische Ansprüche erfüllen und gleichzeitig Bürgern wie Besuchern komfortabel Mobilität gewähren. In einer Vielzahl von Projekten in Garmisch-Partenkirchen zeigt sich, dass Elektromobilität genutzt wird, wenn Bedarf, Infrastruktur und Effizienz des Angebots ganzheitlich betrachtet werden. Eines der zahlreichen Projekte unterschiedlichster Unternehmen und Forschungseinrichtungen belegt beispielsweise, dass Elektrofahrzeuge, in Kombination mit Hausspeichersystemen, mit der privaten Photovoltaikanlage nachhaltig und kostengünstig geladen werden können. Gerade als Zweitfahrzeuge stellen sie so im ländlichen Raum eine sinnvolle Alternative zu Verbrennungsfahrzeugen dar.

 

Verbundprojekt E-WALD – Elektromobilität Bayerischer Wald

Mit 7.000 km² ist E-WALD im Bayerischen Wald das größte Demonstrationsprojekt für Elektromobilität in Deutschland – die kilometergenaue Reichweitenangabe und eine innovative flächendeckende Ladeinfrastruktur stehen entsprechend im Mittelpunkt der Forschung. So können beispielsweise an den von der Technischen Hochschule Deggendorf entwickelten „E-WALD Schnellladesäulen“ mehrere Elektrofahrzeuge mit unterschiedlichen Spannungen und Batterietypen gleichzeitig geladen werden, was bisher nicht möglich war.

Die Verfügbarkeit von Mobilitätsangeboten wie eCarsharing und Langzeitvermietung wird durch die im Rahmen des Projektes gegründete E-WALD GmbH sichergestellt, die sich zu Deutschlands größtem Systemanbieter für Elektromobilität entwickelt hat.

 

Erste Bayerische Modellstadt für Elektromobilität, Bad Neustadt an der Saale

(M-E-NES)

In der ersten Bayerischen Modellstadt für Elektromobilität sind zahlreiche hochmoderne Industrieunternehmen angesiedelt, insbesondere aus dem Bereich der Automobilzulieferer. Mit innovativen Produkten sichert sich die Stadt eine Vorreiterrolle in der Elektromobilität und schafft damit nachhaltig Ausbildungs- und Arbeitsplätze in der Region.

In Zusammenarbeit mit dem Technologietransferzentrum für Elektromobilität entwickeln die ortsansässigen Unternehmen Lösungen rund um das Thema. So können E-Fahrzeuge bereits erfolgreich über eine Kleinwindkraftanlage geladen werden. Zudem wurde eine Technikkomponente zum bidirektionalen und induktiven Laden entwickelt: E-Fahrzeuge können als Stromquelle und -verbraucher kostenintensive Stromspitzen in Unternehmen kappen. Erfolgreiche Lösungen bietet die Modellstadt auch in Sachen Bildung mit der Technikerschule für Fahrzeugtechnik und Elektromobilität sowie den Aktivitäten des Bildungswerkes der bayerischen Wirtschaft.

 

In der Folge dokumentieren wir Ihnen Originaltöne von den anwesenden Teilnehmern:

 

Dr. Sigrid Meierhofer, 1. Bürgermeisterin des Marktes Garmisch-Partenkirchen:

„Zu unserer großen Freude ist es gemeinsam gelungen, die zahlreichen Bausteine der Elektromobilität erstmals im ländlichen Raum zu etablieren.“

 

„Es liegt nun an jedem von uns, die Elektromobilität zu leben und diese in unseren täglichen Bedarf einfließen zu lassen. Dazu wollen wir durch eine optimale Umsetzung und Verwertung der Projektergebnisse im Zuge einer ganzheitlichen Ortsentwicklung beitragen.“

 

Anton Speer, Landrat des Landkreises Garmisch-Partenkirchen:

„Unser Alpenraum ist ein besonders sensibles Ökosystem, das in höchstem Maße schützenswert ist. Dazu gehört auch ein umwelt- und klimafreundliches Verkehrsmuster, das den Ansprüchen von Urlaubsgästen sowie unseren Bürgerinnen und Bürgern in einer ländlichen und stark touristisch geprägten Region gleichermaßen gerecht wird.“

 

„Der Landkreis Garmisch-Partenkirchen hat in Abstimmung mit den Gemeinden ein integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept erstellen lassen, das sich auf die Sektoren Wirtschaft, Verkehr, Haushalte und öffentliche Hand aufteilt. Durch den Einsatz von erneuerbaren Energien könnten sowohl die Stromerzeugung als auch der Wärmebedarf in den nächsten Jahren gesenkt werden. Auch bei den Treibstoffen könnten durch verschiedene Maßnahmen Energieeinsparungen erzielt werden.“

 

Dr. Christoph Ebert, Koordinator der Modellkommune Elektromobilität

Garmisch-Partenkirchen, e-GAP:

„Garmisch-Partenkirchen ist nicht nur zu einer Plattform für angewandte Forschung und Entwicklung im Bereich Elektromobilität geworden. Wir machen auch Elektromobilität in einer der schönsten Urlaubsregionen Deutschlands erlebbar und wirtschaftlich. Elektromobilität macht Sinn, vor allem im ländlich-touristischen Raum.“

 

Katrin Juds, Projektkoordinatorin Verbundprojekt E-WALD:

„Wir haben im Bayerischen Wald erfolgreich gezeigt, dass Elektromobilität auf dem Land und mit entsprechend geländebedingten Herausforderungen funktioniert und angenommen wird. Nach der Vernetzung der Modellregionen geht es nun darum, eine bayerische Mobilität zu schaffen, die die Elektromobilität vollständig integriert und das erworbene Elektromobilitäts-Know-how auch über die Landesgrenzen hinausträgt.“

 

Dr. Jörg Geier, Projektmanager der ersten Bayerischen Modellstadt für Elektromobilität, Bad Neustadt an der Saale (M-E-NES):

„In der Region Bad Neustadt sind seit 2010 über 200 neue Arbeitsplätze im Bereich der Elektromobilität entstanden.“

 

Rosi Mittermaier:

„Ich habe die Fahrt genossen, weil es so leise ist. Wenn man mal genau hinhört, merkt man wie laut die Welt ist. Beim Elektroauto kann man sich auch unterhalten. Und ich glaube, das ist die Zukunft. Wir müssen auch an unsere Kinder denken, wir haben auch Enkelkinder, und aus dem Grunde ist es wunderbar, dass Sie sich alle so engagieren und wir als normale Bürger die Nutznießer sind.“

 

Christian Neureuther:

„Was zur sauberen Energie noch dazugehört, was wir von der Rosi lernen können, ist, dass wir lernen mehr zu lächeln und die Leute freundlich anzuschauen – dann haben wir eine Super-Energie.“