27.01.2016 / 200 000 Euro sind zu wenig für das TTZ

Das Technologietransferzentrum (TTZ) und die Modellstadt Elektromobilität Bad Neustadt gehören zusammen. Und auch wenn der Förderzeitraum für die Modellstadt Elektromobilität Ende des Jahres ausläuft, soll das TTZ in Bad Neustadt weiter bestehen. Es fragt sich nur, ob das in der bisherigen Form und vor allem in der bisherigen Größe möglich ist. Seit Februar 2012 in Betrieb, arbeiten dort inzwischen etwa 40 Experten an technischen Lösungen für Elektro-Autos.

 

Das TTZ finanziert sich bisher zu einem großen Teil aus Fördermitteln des Landes Bayern. Insgesamt 4,5 Millionen Euro kommen noch bis Ende 2016 als Anschubfinanzierung vom Freistaat, erklärt Ulrich Leber, Projektmanager der Elektromobilitätsstadt. Dazu kommen weitere Gelder von Stadt und Landkreis sowie Drittmittel, so Leber weiter.

 

Wenn nun Ende 2016 die Förderung des Landes endet, dann sieht es trübe aus. Gerade einmal 200 000 Euro jährlich werde es dann noch an Grundförderung für das TTZ geben, so der Projektmanager. Viel zu wenig für ein großes und erfolgreiches Technologiezentrum, findet Leber ebenso wie Landrat Thomas Habermann. Nötig wären aus ihrer Sicht etwa 750 000 Euro pro Jahr aus München. „Wir haben aus unserer Anschubfinanzierung was gemacht.

 

Das muss doch einen Effekt haben, hatte Habermann beim Treffen der Modellregionen in Garmisch-Partenkirchen gesagt. Schließlich wolle sich der Landkreis Rhön-Grabfeld nicht aus seiner Verantwortung davonstehlen und weiter eigenes Geld investieren.

 

Nicht nachvollziehbar ist für die SPD-Landtagsabgeordnete Kathi Petersen, dass ab 2017 nur noch 200 000 Euro jährlich bereitstehen. Ihre Landtagsfraktion hatte mit einem Änderungsantrag für den Nachtragshaushalt 2016 versucht, die Fortführung der Finanzierung für das Bad Neustädter TTZ zu erreichen. Ab 2017 sollten jährlich 750 000 Euro vom Land bereitgestellt werden, um den Betrieb aufrechterhalten zu können, so der SPD-Antrag. Seitens der CSU-Regierung sei dieser Antrag jedoch abgelehnt worden. „Ohne ausreichende finanzielle Unterstützung durch den Freistaat werden Forschung und Ausbau im Bereich der Elektromobilität nicht weiterkommen“, so Petersen. Bloße Lippenbekenntnisse seien hier nicht sehr hilfreich.

 

Doch Ulrich Leber hat noch Hoffnung. Auf politischer Ebene werde derzeit noch viel versucht, um eine Verbesserung der TTZ-Förderung ab 2017 zu erreichen. Der bayerische Doppelhaushalt für 2017/18 komme ja erst im Sommer ins Kabinett. Bis dahin sei noch Zeit, eine höhere Förderung als die geplanten 200 000 Euro zu erreichen.

 

Sollte es allerdings bei diesem niedrigen Fördersatz bleiben, „dann müssten wir uns etwas einfallen lassen.“ Sicher ist, dass die erfolgreiche Arbeit des TTZ auch dann weitergeführt werden würde. In der bisherigen Größe wäre das dann allerdings nicht möglich.

 

Quelle: Mainpost, Hubert Herbert