10.11.2014 |Absolutes Neuland für Schüler und Lehrer

Deutschlandweite Premiere einer Schulung für Feuerwehrkräfte im Bereich Elektromobilität

Premiere an der Berufschule: Zum ersten Mal nahmen Feuerwehrkräfte an einer Schulung zum Umgang mit Elektroautos teil. Foto: Eckhard Heise

Es gibt Aspekte des Elektroautos, die liegen nicht unmittelbar auf der Hand. „Was passiert bei einem Unfall? Was dürfen die Einsatzkräfte machen?“ Genau um diese Fragen ging es bei der ersten deutschlandweiten Schulung für Feuerwehrleute an der Berufsschule in Bad Neustadt.

 

Wieder einmal wurde an der Schule Neuland betreten. Nach den vom Technolgietransferzentrum initiierten Modellprojekten für Elektromobilität und der Einrichtung eines Fachzweiges für Elektromobilität soll nun die Jakob-Preh-Schule auch noch ein Kompetenzzentrum für die Schulung von Einsatzkräften werden, teilt Michael Bischof mit, Geschäftsführer des Bayerischen Metall- und Arbeitgeberverbands, der als Projektträger fungiert. Speziell geht es dabei um die Frage, wie sich Einsatzkräfte bei einem Unfall eines Elektroautos zu verhalten haben.

 

Modellprojektmanager Ulrich Leber erinnert bei der Einführung daran, dass es nicht wie beim Verbrennungsfahrzeug um die zwölf Volt aus einer herkömmlichen Batterie geht sondern um Hochvolttechnik. Das erfordere einen besonderen Umgang an einem Unfallort und von den Floriansjüngern eine veränderte Vorgehensweise.

 

Allerdings gibt es relativ wenig Erfahrung auf dem Gebiet, räumt Mira Bernhart vom Bildungswerk der bayerischen Wirtschaft ein. Daher sind bei der mehrtägigen Schulung vor allem die Hersteller mit ihren Mechanikern gefragt, da jedes Fahrzeug eine eigene Technik besitzt. Es heißt zwar grundsätzlich, „wenn der Airbag geöffnet ist, fließt kein Strom mehr“, aber bei einem Unfall herrschen von Natur aus stets besondere Umstände.

 

18 Teilnehmer

 

Aus diesem Grund vermittelt der Unterricht den 18 Teilnehmern zunächst einmal die Grundlagen, etwa mit der einfachen Frage: „Wie erkenne ich ein Elektroauto“. Es folgt ein von Klaus Saar - ehemaliger Leiter der Berufsschule - entwickeltes Unterrichtskonzept, das unter anderem in die Komponenten der Hochvolttechnik einführt, ehe es in die Verhaltensregeln am Unfallort geht, die auch in der Praxis vermittelt werden sollen.

 

„Leider gibt es noch keine Unfall-Elektroautos, an denen die notwendigen Griffe besser demonstriert werden könnten“, bedauert Mira Bernhart. Schwer abzuschätzen sei außerdem, wie das Thema am besten zu vermitteln sei. An der Premiere nahmen ausschließlich Feuerwehrmitglieder aus dem Landkreis teil. Es sei jedoch vorgesehen, die Schulung an drei Samstagen - eventuell auch nur an zwei Samstagen - anzubieten. Es kann aber unmöglich verlangt werden, dass die ehrenamtlichen Rettungskräfte so viel Zeit aufbringen müssen - erst recht nicht, wenn sie aus anderen Teilen Bayerns oder sogar aus dem Bundesgebiet angereist kommen. Um in diesem Punkt Hilfeleistung zu erhalten, nehmen auch drei Mitglieder der Feuerwehrschule Würzburg teil. „Vielleicht kann der Unterrichtsstoff teilweise auch audio-visuell aufgearbeitet und so vermittelt werden“, meint Mira Bernhart.

 

Überhaupt sei noch völlig offen, wohin der Zug überhaupt geht. Zunächst sollen erst noch weiter hiesige Feuerwehren berücksichtigt werden, was danach folgt stehe noch nicht fest. Jedenfalls sei das Projekt mit den Fördergeldern des Arbeitgeberverbands und des Freistaats zunächst gut ausgestattet und eröffne die unterschiedlichsten Perspektiven, ergänzt Michael Bischof.

 

Bürgermeister Bruno Altrichter begrüßt auf jeden Fall das neue Bildungsangebot. „Wieder ein Puzzlestein mehr für die Modellstadt“, stellt das Oberhaupt fest.

 

Quelle: Mainpost, Eckhard Heise