18.11.2014 |Damit die Feuerwehr nicht unter Strom steht

Abschluss der ersten bayerischen Feuerwehrschulung an Elektroautos

Foto: Eckhard Heise

Mit dem Fortschritt standhalten, ist eine Forderung, die sich auch an die Feuerwehr richtet. Immer komplexer werden die Aufgaben bei den Einsätzen, da die technische Entwicklung auch in die Bereiche der Rettungskräfte eindringt. Mit der wachsenden Zahl an Elektrofahrzeugen, wächst auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Floriansjünger bei einem Unfall mit dem Thema Strom konfrontiert werden. Darauf müssen sie vorbereitet sein und das geschah bei der ersten bayerischen Feuerwehrschulung an Elektroautos in der Berufsschule von Bad Neustadt.

 

An zwei Samstagen drückten 18 Führungskräfte aus Feuerwehren des Landkreises dafür die Schulbank. Bei dem in einen theoretischen und einen praktischen Abschnitt unterteilten Seminar ging es zunächst um eine Einführung in die Grundlagen, etwa „wie erkenne ich ein Elektroauto?“. Dazu hatten mehrere Autohäuser, die sich auf dem Sektor der Elektrofahrzeuge besonders intensiv engagieren, mehrere Modelle als Anschauungsobjekte zur Verfügung gestellt. Vertragshändlerin Anna Steinmüller hat sogar mit ihren Mechanikern an der gesamten Schulung teilgenommen. „Grundsätzlich sind die Besitzer von Elektroautos keinem größeren Risiko ausgesetzt als die Fahrer von Autos mit Verbrennungsmotoren“, sagt sie. Nur der Umgang erfordere eine andere Vorgehensweise, daher dürfen in ihrer Werkstatt auch nur geschulte Kräfte an die Stromer.

 

Um diese besondere Vorgehensweise ging es auch beim Seminar. Jedoch ist der Feuerwehrmann bei einem Unfall mit einem Elektrofahrzeug keiner größeren Gefahr ausgesetzt, sagt Michael Reitzenstein von der Feuerwehrfachschule Würzburg, der vor allem beim praktischen Teil gefordert war. „Wenn der Airbag ausgelöst wird, ist kein Strom mehr da“, beteuert der Schulungslehrer. Darüber hinaus seien in den Fahrzeugen noch mehrere Sicherheitssysteme eingebaut, die verhindern, dass bei einem Unfall unkontrolliert Ströme fließen. Selbst wenn ein Fahrzeug im Wasser steht, kann nichts passieren.

 

Zur besseren Veranschaulichung hatte das Autohaus Vorndran tatsächlich zwei Unfall-Elektroautos beschafft. An den Fahrzeugen wurden die Szenarien „Brand – Flüssigkeit tritt aus – Fahrzeug steht im Wasser“ geübt.

 

Wie es nach der Premiere weitergeht, steht noch nicht fest. Die Finanzierung ist aber durch eine Förderung des Freistaats gesichert, da die Schulung als Projekt der Modellstadt für Elektromobilität anerkannt ist und über den Bayerischen Metall- und Arbeitgeberverband gemeinsam mit der Berufsschule organisiert wird.

 

 

Quelle: Mainpost, Eckhard Heise