08.03.2018 / Das 1. Bad Neustädter E-Kart

Bild: Lukas Göbel

Im Rahmen ihrer zweijährigen Technikerausbildung können Schüler der beiden Staatlichen Fachschulen für Elektrotechnik bzw. Fahrzeugtechnik und Elektromobilität in ihrem zweiten Jahr das dreistündige Fach „Projektarbeit“ wählen. In der praktischen Umsetzung findet dieser Unterricht aber nicht in der gewohnten Umgebung der Schule, sondern überwiegend in einem realen Unternehmen statt.

Das heißt, dass hauptsächlich in den Sommerferien zwischen dem ersten und zweiten Schuljahr ein reales Projekt in einem echten betrieblichen Umfeld über einen Zeitraum von ca. vier bis fünf Wochen bearbeitet wird. Hinzu kommen die Anfertigung einer ausführlichen schriftlichen Dokumentation sowie eine Projektpräsentation sowohl im Betrieb als auch in der Schule.

Eine Variationsmöglichkeit besteht darin, dass die Schule bei der Projektarbeit in einer Doppelrolle agiert. Das heißt, sowohl gleichzeitig als Unternehmen als auch als unterrichtende Schule. Diese Variante wählten im Schuljahr 2017/18 die beiden Technikerschüler Thomas Herttrich und Stefan Hahn.

Die beiden gelernten Kfz-Mechatroniker nahmen sich vor, ein gebrauchtes, benzingetriebenes Kart komplett auf Elektroantrieb umzurüsten. Das verlangte von den beiden angehenden Fahrzeugtechnikern zahlreiche Fähigkeiten, die sie auch in ihrem späteren Berufsleben gut gebrauchen können. Neben den handwerklichen Tugenden wie Schrauben, Bohren, Schweißen, Lackieren waren weitere Kompetenzen gefragt: Projektmanagement, Kostenkalkulation, Sponsorenakquise, Entwicklung und Programmierung der kompletten elektronischen Motorsteuerung sowie als weiteres Highlight die Herstellung von zuvor selbst konstruierten Bauteilen mittels eines 3-D-Druckers.

Bei der Sponsorensuche wurden die beiden angehenden Techniker ebenfalls im eigenen Hause fündig. Das Technologietransferzentrum (TTZ) unter der Leitung von Prof. Dr. Ansgar Ackva, erklärte sich bereit, das Projekt mit professionellen Pedelec-Akkus materiell zu unterstützen. Somit war die größte finanzielle Hürde auf dem Weg zum 1. Bad Neustädter E-Kart beseitigt und selbst einem mehrstündigen Dauerbetrieb des E-Karts steht nun nichts mehr im Wege.

Der Freundes- und Förderkreis der Jakob-Preh-Schule beteiligte sich ebenfalls mit einem finanziellen Zuschuss an dem Projekt, welches nun künftig als Blickfang auf den verschiedensten Bildungsmessen den Stand der Jakob-Preh-Schule bereichern wird.

Quelle: Rhön- und Saalepost