09.06.2015 |Die Sorgen gehen mit nach München

Zwei SPD-Landtagsabgeordnete informieren sich an Berufsschule und TTZ

Foto: Eckhard Heise

 

Von Politikern immer wieder gern besuchte Einrichtungen sind das Technologietransferzentrum und die Berufsschule von Bad Neustadt. War erst kürzlich eine CSU-Delegation um Staatssekretär Gerhard Eck zu Gast, gaben jetzt die SPD-Landtagsabgeordneten Kathie Petersen und Volkmar Hartleib ein Stelldichein und sicherten dabei ihre Unterstützung zur Weiterfinanzierung der Außenstelle der Fachhochschule Würzburg/Schweinfurt zu.

 

Wie die Stimmkreis-Abgeordneten von Schweinfurt und Würzburg-Land erfuhren, ist die dauerhafte Existenz der Forschungseinrichtung noch nicht gesichert. Zwar gebe es von allen Seiten Bekenntnisse und Zusagen für die weitere Finanzierung, lediglich die Staatsregierung lasse noch auf sich warten, bedauerte der Leiter, Professor Ansgar Ackva.

 

Bekanntlich laufe die Finanzierung des Modellprojekts zur E-Mobilität Ende des Jahres aus. Der Jahresetat liege bei etwa zwei Millionen Euro und setze sich zum großen Teil aus Industrie-Sponsoring, kommunale Hand und Unternehmen zusammen, erklärte der Wissenschaftler. Alle seien gewillt ihr Engagement fortzusetzen, weil aber die Haushaltsverhandlungen der Staatsregierung noch nicht abgeschlossen sind, klaffe noch eine Finanzierungslücke von fast der Hälfte des Gesamtetats. Dabei müsse er vorplanen, und insbesondere brauchten seine inzwischen 40 Mitarbeiter Sicherheit für ihre Zukunft.

 

Volkmar Hartleib versprach, bei den entsprechenden Stellen am Finanzministerium zu intervenieren. Unter Umständen könnte über den Weg des Nachtraghaushalts vorzeitig ein Bescheid zu bekommen sein.

 

Weniger finanzielle als personelle Sorgen quälen dagegen Berufschulleiter Kurt Hassfurter. Einerseits werde es schwieriger geeignete Lehrer zu finden, andererseits gebe es bürokratische Hürden, diese geeigneten Kandidaten einzustellen. Darüber hinaus sei der Personalschlüssel so knapp, dass Engstellen beim Unterricht vorprogrammiert seien.

 

Bei Landrat Thomas Habermann keimt der Verdacht, der Norden Bayerns sei bei der Verteilung der Lehrerstellen benachteiligt. Dabei sei die Einrichtung des Landkreises auf optimale Ausstattung angewiesen. „In der Berufsschule findet die Ausbildung des Hauptkontingents des benötigten beruflichen Nachwuchses der Region statt“, beschwor er seine Zuhörer.

 

Der Nachwuchsmangel betreffe zudem die stark handwerklich geprägte Wirtschaft. Daher müssten alle Potenziale zur Gewinnung von Nachwuchs ausgeschöpft werden. Insbesondere müsse dabei das Thema der beruflichen Integration von Asylbewerbern stärker in den Fokus gestellt werden, auch der Bereich unbegleiteter junger Asylbewerber dürfe nicht ausgeblendet werden. Er fürchtet, dass die Staatsregierung das Problem ausklammere, was die beiden Gäste bestätigten, was sie aber bei passender Gelegenheit ebenfalls ansprechen werden.

 

Nach einem Besuch des hochmodernen elektrotechnischen Labors der Berufsschule beendete das Duo seinen Rundgang im TTZ. Die Schweinfurter Politikerin wies bei der Gelegenheit auf eine Diskussionsrunde am Freitag in Unsleben hin.

 

Dabei werde sie sich als Mitglied einer Enquetekommission des Landtags über Möglichkeiten der regionalen Gleichstellung informieren.

 

 

 

Quelle: Mainpost, Eckhard Heise