28.04.2015 |E-Fahrzeuge, die richtig Spaß machen

Bilanz Fahrzeugschau Elektromobilität: Noch nie so groß und noch nie so viele Besucher

 

Noch nie so groß, noch nie so erfolgreich. Die Fahrzeugschau Elektromobilität zog am Wochenende mehrere tausend interessierte Besucher an und hat sich zur größten Schau ihrer Art in Deutschland entwickelt. Nirgendwo sonst sind so viele verschiedene Elektrofahrzeuge in einer Messe zu finden. Kein Wunder folglich, dass die Projektmanager der Modellstadt ein rundum zufriedenes Fazit der nunmehr fünften Fahrzeugschau zogen.

 

Der Innotruck war zum Anschauen da und der Plug-in-Hybrid-Luxussportwagen von BMW zum Bestaunen. Doch bei welchem Fahrzeug konnten sich die Besucher bei der fünften Fahrzeugschau Elektromobilität am umfassendsten informieren? Bei den E-Fahrrädern. Die gab es in reicher Anzahl zum Probefahren, vom kleinen elektrisch unterstützten Kinderrad bis hin zum stylischen Fatbike mit Elektroantrieb. Nirgendwo boomt die Elektromobilität mehr als bei den Fahrrädern. Wachstumssteigerungen im zweistelligen Prozentbereich verbuchen die Fahrradhändler jedes Jahr. Da wundert es nicht, dass sich Bernhard Wolf vom gleichnamigen Fahrradgeschäft rundum begeistert von der Fahrzeugschau Elektromobilität zeigt: „Wir sind sehr zufrieden mit dem Wochenende“, sagte Wolf. „Besonders auffällig war diesmal, dass die Besucher sehr gut informiert in die Gespräche gegangen sind“, so Wolf. Auch Elektrofahrzeughändler Matthias Bock zog ein positives Fazit: „Unsere E-Bikes waren pausenlos unterwegs!“

 

Die Fahrzeugschau Elektromobilität in Bad Neustadt hat sich spätestens jetzt zur größten ihrer Art in ganz Deutschland gemausert. Auf rund 5.500 Quadratmetern Festplatzfläche waren mehr als 40 Aussteller zugegen, um so ziemlich alles zu zeigen, was derzeit elektrisch angetrieben auf zwei oder vier Rädern auf Deutschlands Straßen unterwegs ist. Oder vielmehr: Was unterwegs sein könnte, denn im Gegensatz zu den E-Fahrrädern, hinken die Zulassungszahlen der Elektroautos ja noch hinterher. Die Fahrzeugschau hat allerdings einen erheblichen Beitrag dazu geleistet, dass die Verkaufszahlen von E-Autos in Zukunft höher ausfallen werden. Das Interesse der Besucher an allen Infoständen war riesengroß.

 

„Bei der ersten Fahrzeugschau vor fünf Jahren hatten wir nur wenige mehr oder minder gute Elektroautos zur Verfügung“, sagte Dr. Jörg Geier vom Projektmanagement der Modellstadt Elektromobilität. „Mittlerweile gibt es viele E-Autos, die richtig Spaß machen.“ Während bei den Elektrofahrrädern längst markterprobte, technisch ausgereifte, schicke und trendige Modelle zu haben sind, müssen die Automobilhersteller noch ein wenig tüfteln, um solche Wachstumszahlen wie bei den Zweirädern zu erreichen. Allein die Entwicklung bei der Fahrzeugschau in den letzten Jahren zeigt jedoch, wie schnell das gehen kann. Projektmanager Ulrich Leber sieht zudem die Politik in der Pflicht: „Die Rahmenbedingungen für Anschaffung und Betrieb von Elektroautos müssen noch weiter verbessert werden.“

 

„Die Aussteller haben viele Gespräche geführt und sind begeistert von der Fahrzeugschau“, sagte Teamassistentin Bianca Benkert. Viele Fragen mussten auch die Studenten der drei Formula Student-Teams der Hochschulen aus Ilmenau, Bayreuth und Nürnberg beantworten. Kurzfristig war die Anzahl der fahrbereiten Segways verdoppelt worden, dennoch waren alle Fahrten restlos ausgebucht. Nicht weniger als 50 Ladestationen für rund 100 ausgestellte und gefahrene Elektroautos hatten die Stadtwerke rund um den Festplatz installiert, ein stromlogistischer Kraftakt. Doch auch hier galt: Alle Plätze belegt.

 

Diskutiert wurde während der Fahrzeugschau ebenfalls eifrig. Zum Beispiel mit den Vertretern der beiden anderen bayerischen Modellregionen E-Wald im Bayerischen Wald und E-Gap in Garmisch-Partenkirchen. Künftig will man enger zusammenarbeiten, um das ein oder andere bewährte Modell in die andere Region zu übertragen. Zum Beispiel das boomende E-Carsharing.

 

„Die Zugkraft der Fahrzeugschau nimmt immer weiter zu“, sagte Jörg Geier. „Mittlerweile fragen die Aussteller gezielt an und richten ihre Jahresplanungen an der Fahrzeugschau in Bad Neustadt aus“, so Geier. Das Projektmanagement geht davon aus, dass auch im kommenden Jahr wieder eine Fahrzeugschau stattfinden wird. Jörg Geier warf schon mal eine Neuauflage des publikumswirksamen Rennens Stromer gegen Verbrenner in den Ring. Die Planungen für die Fahrzeugschau 2016 beginnen in diesen Tagen.

 

 

Quelle: Rhön- und Saalepost, Stefan Kritzer