16.03.2016 / Einstimmig für die TTZ-Professur

Kreisausschuss spricht sich für Mitfinanzierung aus – Radweg-Lückenschluss wird gefördert

Foto: Archiv Stefan Kritzer

Intakte und durchgängig befahrbare Radwege liegen dem Landkreis Rhön-Grabfeld am Herzen, betonte Landrat Thomas Habermann vor dem Kreisausschuss. Ein Anliegen sei vor allem der Lückenschluss im Radwegenetz. Früher wurde der Radwegebau mit bis zu 80 Prozent gefördert, heute habe sich der Zuschuss auf 60 Prozent verringert. Der Landkreis hat sich dafür entschieden, die fehlenden Kosten bis zum Staatlichen Zuschuss zu übernehmen. allerdings nur bei einem Lückenschluss von Radwegen.

 

Dazu lag dem Gremium ein Antrag der Gemeinde Hollstadt vor. Sie möchte den Radweg zwischen Junkershausen und Hollstadt fertigstellen. Konkret geht es um eine Gesamtausbaulänge von 1,2 Kilometern für einen kombinierten Rad- und Wirtschaftsweg. Dadurch wird die Lücke zwischen den Orten Junkershausen, Wargolshausen und Hollstadt geschlossen sowie eine Verbindung zum überörtlichen Radwanderweg „Fränkische Saale“ hergestellt. Die Maßnahme förderte das Amt für ländliche Entwicklung über das Programm „Wirtschaftswegebau zum Lückenschluss von Wander- und Radwegenetzen“ mit einem Fördersatz in Höhe von 55 Prozent. Die förderfähigen Baukosten für diese Ausbaumaßnahme betragen 210.760 Euro. Damit bekommt die Gemeinde Hollstadt vom Kreis 35.200 Euro. Für die Gemeinde Hollstadt verbleibt ein Mindesteigenanteil von mehr als 20 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten.

 

Thomas Habermann stellte dem Ausschuss den neuen Projektmanager Simon Schlauß als wissenschaftlicher Mitarbeiter für den Bereich „Ländlicher Raum“ vor. Er ist im Landratsamt kein Unbekannter, absolvierte hier ein Praktikum und erarbeitete mit Oberregierungsrat Stefan Helfrich den Bildungsatlas für den Landkreis. Schlauß absolvierte ein Geografie-Studium.

 

Ausführliche Informationen gab der Landrat zum Tagesordnungspunkt „Gründung einer Arbeitsgemeinschaft zur Planung und Durchführung des Beitritts der Region 3 zum Verkehrsverbund Mainfranken“. In den Ballungszentren gebe es große Verkehrsverbünde schon lange. In Unterfranken existiert der Mainfranken-Verkehrsverbund Würzburg. Nun geht es darum, in diesen Verkehrsverbund auch die Landkreise Bad Kissingen, Hassberge, Rhön-Grabfeld, sowie Landkreis und Stadt Schweinfurt einzubinden. Ein Vorteil wären bessere Verkehrstaktungen. Außerdem wären die Fahrten kostengünstiger. Das würde bedeuten, dass man mit einem Ticket von Fladungen bis nach Kitzingen oder nach Würzburg fahren kann, dort auch die Straßenbahn nutzt – für einen Fahrpreis.

 

Die Umsetzung des Eintritts in den Verkehrsverbund Mainfranken sei jedoch äußerst schwierig. Da geht es um Abrechnungen oder die Interessen der Verkehrsunternehmen. „Es muss interessengerecht für alle sein“, sagte der Landrat. Wichtig sei ein Koordinator, der seinen Sitz in Schweinfurt haben sollte. Sein Vertrag wäre zunächst befristet auf zwei Jahre. Auf den Landkreis Rhön-Grabfeld kämen Kosten in Höhe von jährlich 15.000 Euro zu. Mit einer Umsetzung ist jedoch frühestens im Jahr 2018 zu rechnen, erfuhr Kreisrat Thorsten Raschert (SPD). Mellrichstadts Bürgermeister Eberhard Streit (FWG) bat darum, die Schulbuslinien einzubinden. „Das ist uns sehr wichtig“, Habermann, das werde in die Gespräche einfließen.

 

Die Stiftungsprofessur am Technologietransferzentrum Elektromobilität in Bad Neustadt soll fortgeführt werden. Nun stand die Kostenbeteiligung des Landkreises auf der Tagesordnung. Es sei erfreulich, dass das TTZ eine starke Eigendynamik entwickelt habe, so der Landrat. Es sei wichtig, die Stiftungsprofessur weiterzuführen. 125.000 Euro beträgt der finanzielle Anteil des Landkreises. Jörg Geier erläuterte weiter, dass durch das TTZ 230 Arbeitsplätze in Firmen entstanden seien, 24 davon am Technologietransferzentrum selbst. Mit 15 Mitarbeitern hatte man einst begonnen.. Hinzu kommen 39 Mitarbeiter an der Hochschule Schweinfurt. Der Kreisausschuss entschied einstimmig, sich weiterhin jährlich mit 20.000 Euro in den Jahren 2017 bis 2021 an der Finanzierung der Stiftungsprofessur im TTZ Elektromobilität zu beteiligen.

 

Schließlich stand der Zweckverband zur Boden- und Bauschuttentsorgung auf der Tagesordnung. Zur Anpassung der Deponie Steinbach an die entsprechenden Bestimmung hatten die Gemeinden erhebliche Aufwendungen mit insgesamt rund 98.000 Euro. Diese Kosten zahlt der Landkreis als Ablösung nun zurück. Ausgenommen ist die Stadt Münnerstadt (18.000 Euro).

 

Habermann und Altrichter beim Ministerpräsidenten

 

Am Mittwoch sind Landrat Thomas Habermann und Bad Neustadts Bürgermeister Bruno Altrichter bei Ministerpräsident Horst Seehofer in München, informierte Habermann den Kreisausschuss.

 

Der drohende Wegfall von 370 Arbeitsplätzen wäre ein „harter Einschnitt“ für den Kreis und vor allem für die Betroffenen. Der Ministerpräsident habe die Landräte und Bürgermeister der betroffenen Gemeinden zu einem Gespräch eingeladen, in denen die Situation erörtert wird.

 

 

Quelle: Rhön- und Saalepost; Hanns Friedrich