10.08.2015 |Elektroauto auf die Sprünge helfen

Joachim Wagner stellt Ladesäule kostenlos zur Verfügung

Foto: Eckhard Heise

Noch ist Deutschland weit entfernt von der prognostizierten Zahl an Elektroautos. Die Gründe sind vielfältig. Einer ist das dünne Ladenetz, das es schwierig macht, längere Fahrten zu organisieren.

Da braucht es eine Portion Idealismus, um der verbrennungsfreien Fortbewegung die Stange zu halten. Den beweist Joachim Wagner, der nicht nur ein E-Auto fährt, sondern eine Ladebox installierte und sie zum kostenlosen „Tanken“ zur Verfügung stellt.

Der Ingenieur ist als Abteilungsleiter für Produktmanagement im Bereich E-Mobilität bei den Preh-Werken tief in der Materie drin. Voller Zuversicht ist er, dass in nicht mehr ferner Zeit das Elektroauto seinen Durchbruch schafft. Dazu brauche es aber Menschen, die die Entwicklung anschieben und etwas unternehmen, damit die Attraktivität gesteigert wird. Ein höheres Angebot an Ladesäulen sei Vorbedingung.

 

Es gibt schon 15 Ladesäulen

Dabei stehen Bad Neustadt und die nähere Umgebung bereits ganz gut da. Insgesamt gibt es 15 Ladesäulen, eine davon eine Schnellladestation, rechnet Ulrich Leber zusammen, technischer Leiter der Stadtwerke. Bei der städtischen Einrichtung ist die Füllung wie bei den meisten Säulen kostenlos, an einigen werden Gebühren verlangt. Im Durchschnitt werden die städtischen Stromspender 1,1 Mal am Tag benutzt.

Auch die Zulassungszahlen stimmen die Beteiligten optimistisch. Inzwischen rollen knapp 140 rein elektrische Fahrzeuge auf den Straßen Rhön-Grabfelds, fährt Jörg Geier fort, Projektmanager für Elektromobilität.

Schnell gerät die Runde, die von Bianca Benkert vom Projektmanagement der Modellstadt und Daniel Voll, Leiter Produktmanagement E-Mobilität der Firma Preh, ergänzt wird, ins Fachsimpeln. Immer wieder geht es um die Frage, warum das Elektroauto sich nicht rascher bei den Kunden durchsetzt. Die Frage der Reichweite und des Preises, aber auch die Zurückhaltung bei der Autoindustrie spielen dabei eine Rolle. Wagner ist sich jedoch sicher, dass schon sehr bald ein kräftiger Schub erfolgen wird. Vorreiter könnte Amerika spielen. Dort soll es in Kalifornien Initiativen von verantwortlichen Stellen geben, Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren bis 2030 im Bundesstaat zu verbieten. Darüber hinaus zwängen die Luftverschmutzungen in Großstädten zum Handeln.

 

Überzeugungsarbeit leisten

Bis dahin muss aber noch intensive Überzeugungsarbeit bei möglichen Elektroauto-Fahrern geleistet werden, ist sich die Runde einig. Dann wird Wagner sicher auch mehr Nutzer für seine Ladestation bekommen, denn nachdem er sein Angebot auf einer speziellen Plattform für E-Mobilisten ins Netz gestellt hat, hat bisher noch kein Elektroauto den Weg in den Stadtblick gefunden – vielleicht hilft ja das Nebenangebot: ein Fachgespräch mit ihm über Elektromobilität und eine gute Tasse Kaffee

 

 

Quelle: Mainpost, Eckhard Heise