07.10.2015 |Elektromobil geht es auf jeden Fall weiter

Ob auf zwei Rädern oder vier, dem elektrischen Antrieb gehört die Zukunft. Seit 2010 wird in Bad Neustadt (Lkr. Rhön-Grabfeld), der ersten bayerischen Modellstadt für Elektromobilität, in einer Fülle von Projekten geforscht und so oft es geht auch rein elektrisch gefahren. Die ersten Projekte nähern sich jetzt ihrem Abschluss, was aber nicht bedeutet, dass in Bad Neustadt das Thema in den Schubladen der Forschungsinstitute verschwindet.

 

Bei der Abschlusspräsentation der Projekte in Bad Neustadt gab es ein klares Bekenntnis aus Politik und Wirtschaft für die Zukunft der Modellstadt. Nachdem in den vergangenen Jahren in Bad Neustadt mehr als 14 Millionen Euro in Forschungsprojekte rund um das Thema Elektromobilität investiert wurden, sollen vor allem im eigens gegründeten Technologietransferzentrum die Forschungsarbeiten weitergeführt werden.

 

Im Vergleich zu den beiden anderen Modellregionen Garmisch-Partenkirchen und dem Bayerischen Wald sind in Bad Neustadt eine große Zahl von Projekten in die Tat umgesetzt worden. Politik, Industrie, Bildungsinstitute und letztlich auch die Bevölkerung ziehen in der Modellstadt an einem elektromobilen Strang. Die Bürger wurden in großen Fahrzeugschauen, die mittlerweile den Status der größten Messe für Elektroautos in Deutschland haben, ausführlich über das Thema informiert.

 

Im 2012 gegründete Technologietransferzentrum forschen inzwischen 35 Mitarbeiter für die Zukunft der Mobilität. Wofür eine Stiftungsprofessur in Kooperation mit der Hochschule für Angewandte Wissenschaften FHWS Würzburg-Schweinfurt gegründet wurde.

 

Von der Lebensdauer der Akkus eines Elektrofahrrades bis zur Analyse von Pendlerströmen reicht die Palette der Projekte im Technologietransferzentrum, immer in enger Zusammenarbeit mit der Industrie. Forschungen in Batterietechnik von Elektroautos finden ebenso statt wie die Einspeisung von Windstrom in ein firmeneigenes Elektroauto.

 

Sogar die Nutzungsakzeptanz von Elektroautos ist in der Modellstadt ein Thema. Wo das Elektrofahrrad schon längst etabliert ist, da muss das E-Auto noch um Akzeptanz kämpfen. Es fragt sich aber warum, schließlich sind die zum größten Teil zurückgelegten Fahrten Kurzstrecken, die problemlos auch mit der geringeren Reichweite von Elektroautos gemeistert werden können.

 

Hier will die Modellstadt für Elektromobilität bald schon ein Datenaufzeichnungsgerät Firmen zur Verfügung stellen. Für den Einbau in althergebrachte Dieselfahrzeuge, um nachzuweisen, dass auch diese heute schon häufig durch Elektroautos ersetzt werden können. Die Forschungen rund um die Modellstadt Elektromobilität gehen so auf jeden Fall weiter.

 

 

Quelle: Rhön- und Saalepost, Stefan Kritzer