24.11.2015 / Feste Zusage: TTZ besteht weiter

Anschaffung eines Elektrobusses wird konkret – Trinkwasser wird teurer

Etwas mehr als fünf Jahre ist es nun her, dass Bad Neustadt der Titel erste bayerische Modellstadt für Elektromobilität zugesprochen wurde.

 

Damit verbunden flossen rund 14 Millionen Euro Fördergelder in den Landkreis Rhön-Grabfeld. Ende des Jahres nun läuft die Förderung aus. Zwar können auch 2016 noch Gelder fließen, wie Projektmanager Jörg Geier berichtet, etwa für die jetzt schon angedachte Fahrzeugschau, allerdings könnten dann keine neuen Projektbestandteile mehr finanziert werden.

 

So herrschte zwar keine Endzeitstimmung, als vergangene Woche zum letzten Mal die drei bayerischen Modellregionen Elektromobilität sowie die „Schaufensterregion Allgäu“ zu einem Treffen in Garmisch-Partenkirchen zusammenkamen. Die Verantwortlichen blickten aber durchaus auf die vergangenen Jahre zurück und zogen Resümee.

 

Grund, den Kopf in den Sand zu stecken, hatte dabei die mehrköpfige Bad Neustädter Delegation – mit von der Partie waren neben den Projektmanagern Jörg Geier, Ulrich Leber und Bianca Benkert auch Vertreter des Technologietransferzentrums, der Berufsschule sowie der Industrie – definitiv nicht. Denn anders als in den anderen Regionen habe man in Bad Neustadt im wahrsten Sinne des Wortes nachhaltige Wirtschaftsförderung betrieben, so Geier.

 

Neue Arbeitsplätze

 

Greifbarster Erfolg: Über 200 Arbeitsplätze in der freien Wirtschaft seien im Rahmen der Projekte entstanden. Die Forschungsprojekte in Unternehmen wie Preh, Jopp oder FGB Steinbach liefern Ergebnisse über Mobilitätsfragen der Zukunft. Über das Technologietransferzentrum habe man Bad Neustadt als Hochschulstandort etablieren können. Auch über die Fahrzeugschauen habe Bad Neustadt überregionale Bekanntheit als High-Tech-Standort erlangt. 320 000 Euro hat das die Stadt Bad Neustadt in fünf Jahren gekostet. Der Rest lief wie gesagt über Fördermittel.

 

Doch die rund 120 Teilnehmer – neben den Modellregionen waren auch das Bayerischen Wirtschaftsministerium und der Projektträger Jülich (PTI) sowie Wirtschaftspartner aus der Automobil- und Ladeinfrastrukturbranche vertreten – blickten nicht nur zurück, sie diskutierten auch aktuelle Ergebnisse und neue Vorhaben.

 

Der zweite Tag war von der Vorstellung des Evaluationskonzepts der Bayerischen Förderung für Elektromobilität geprägt, zudem wurde ein Ausblick in die Zukunft gegeben: „Was bleibt nach Beendigung der Projekte“. Für Bad Neustadt kann Jörg Geier die Frage klar beantworten: Der Titel „Erste bayerische Modellstadt für Elektromobilität“ soll auch künftig mit Leben erfüllt sein. Das Technologie-Transfer-Zentrum (TTZ) wird weiter bestehen, die Zusage habe Bad Neustadt bereits. In welcher Höhe es allerdings künftig vom Wissenschaftsministerium gefördert wird, hänge noch von den Haushaltsverhandlungen ab.

 

Auch Projekte von Industrieunternehmen soll es weiterhin in der Region geben. Geier spricht konkret von zwei Projekten, die derzeit im Entstehen sind und die eventuell über Bundesmittel gefördert werden könnten. Eine Fahrzeugschau wird 2016 auf jeden Fall noch einmal stattfinden, ob es sie auch 2017 noch gibt, sei bislang nicht diskutiert worden, so Geier.

 

Quelle: Mainpost, Ines Renninger