Für Schüler aller Mellrichstädter Schulen: Elektromobile Impulse

Fotos: Steffen Standke

Wow, der geht aber ab.“ Schüler und Lehrer staunen, als Gerhard Krug mit seinem Elektroauto vom Hof saust. Fast lautlos zwar, aber mit einer Beschleunigung, die jeden Rennfahrer erblassen ließe. Krug und sein Kollege Klaus Saar zeigten im Schulzentrum im Sonnenland, wie sich das Fahren mit E-Autos und E-Bikes anfühlt – als Teil eines Projektes zur Elektromobilität. Es vereint diese Woche alle drei weiterführenden Schulen der Stadt.

 

Zustande gekommen war die Projektwoche recht kurzfristig. Klaus Saar, ehemaliger Leiter der Jakob-Preh-Berufsschule, hatte sich bei Mittelschulleiter Egon Bauß gemeldet. Ob Interesse bestehe, den Schülern die „Fortbewegung mit stromgetriebenen Fahrzeugen“ näherzubringen.

 

Und ob das bestand. Bauß und Saar kontaktierten die Rektoren-Kollegen Ulrich Kluge von der Realschule und Robert Jäger vom Gymnasium. Die gemeinsame Projektwoche war vereinbart. Das Motto: „Elektromobilität – Mellrichstädter Schulen informieren sich gemeinsam.“

 

Praktischerweise stand schon ein Raum zur Verfügung. Die Mittelschule hat ihn zufällig für dieses Schuljahr im benachbarten Gymnasium angemietet.

 

Im Laufe der Woche lernen viele Schüler der weiterführenden Schulen den Raum kennen, 650 insgesamt. Denn dort steht das Herzstück des Projektes – ein Modellhäuschen mit Carport, dessen Dach mit Fotovoltaikzellen bestückt ist.

 

Die Schüler können dort Spannung und Stromstärke messen. Aber auch bestimmen, wie viele Zellen sie brauchen, um eine bestimmte Leistung zu erreichen.

 

Hintergrund: Ein Elektroauto benötigt bekanntlich Strom. Und da wäre es doch praktisch, wenn der aus der hauseigenen Steckdose – nachhaltig ohne fossile Brennstoffe produziert – stammt.

 

Klaus Saar hat schon an einigen Schulen im Landkreis für Elektromobilität geworben. Er möchte mit dem Thema „frühzeitig an junge Menschen herangehen, will sie für Naturwissenschaften und Technik begeistern: „Die Schüler stehen dieser Technologie offener gegenüber als meine Generation.“

 

Wobei Unterschiede zwischen den Geschlechtern bestünden: „Mädchen schauen eher auf das Cockpit, das Design. Sie wollen sich in dem Auto wohlfühlen. Jungen wollen eher wissen, wie schnell der Wagen fährt.“ Manche fragen auch nach den Grenzen der E-Mobilität: die überschaubare Reichweite, die relativ geringe Höchstgeschwindigkeit von 150 Kilometern pro Stunde.

 

„Da muss man mit der Wahrheit arbeiten“, sagt Klaus Saar. Für Klemens Damm, Elternbeiratsvorsitzender am Gymnasium, wäre es eine schöne Vision, wenn Schüler, die jetzt für E-Mobilität begeistert werden, später im Beruf an deren Schwächen arbeiten und sie beseitigen.

 

Für Gymnasiums-Leiter Robert Jäger steht nicht die Zukunftsbotschaft von der heilsbringenden E-Technologie im Vordergrund. Die Projektwoche soll den Schülern Impulse geben. „Daraus entwickeln sich dann Meinungen und Überzeugungen.“

 

Jäger möchte im nächsten Schuljahr „die zwei Profile des Gymnasiums – das musische und das naturwissenschaftlich-technische – schärfen. Dazu bietet er den elften Klassen den Kurs „Kraftfahrzeugtechnik“ an. E-Mobilität wird eine Rolle spielen.

 

Der Vorteil: Die künftigen Elftklässler sind genau diejenigen, die jetzt in ihrer zehnten Klasse Impulse bei der Projektwoche sammeln.

 

Auch bei Ulrich Kluge in der Realschule fließt das Thema in den Unterricht mit ein: „Wir starten im März in den zehnten Klassen den Schwerpunkt 'Energie'.“ Die Schüler sollen sich mit verschiedenen Energiequellen und deren Wirkungsgraden auseinandersetzen.

 

Projekt läuft im März aus

 

Das Konzept zur Elektromobilität greift nicht nur für Schüler, sondern für Rettungsdienste, speziell Feuerwehren, und Beschäftigte von Unternehmen, informiert Mira Bernhart vom Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft. Die Institution ist Kooperationspartner.

 

Im März läuft das Projekt aus. Die Schulleiter sind sich einig, es willkommen zu heißen, wenn es an ihre Einrichtungen wiederkehrt. Egon Bauß von der Mittelschule: „Der Lehrstoff wird mitunter recht trocken vermittelt. Hier hätten wir die Chance, das anders zu tun.“

 

 

Quelle: Mainpost, Standke Steffen