18.11.2015 / Nessi steht bald unter Strom

Anschaffung eines Elektrobusses wird konkret – Trinkwasser wird teurer

Nessi soll unter Strom gesetzt werden. Schon vor einigen Monaten hatte der Stadtrat beschlossen, einen verbrennungsfreien Bus anzuschaffen, nachdem bei einer längeren Testreihe das Gefährt auf einer Strecke seine Tauglichkeit bewiesen hatte. Nun setzte sich der Werkausschuss mit dem Vorhaben auseinander, denn vor der Bestellung sind noch viele Fragen zu klären.

 

Im August war die Anschaffung beschlossen werden, allerdings sollten erst einmal die genauen Modalitäten und die Zuschusssituation geklärt werden. Beim Bundesverkehrsministerium habe er einen Antrag eingereicht und tatsächlich eine Förderung von 120.000 Euro in Aussicht gestellt bekommen, berichtete Andreas Schlagmüller, kaufmännischer Leiter der Stadtwerke. Der Betrag richte sich nach den Mehrkosten gegenüber einem herkömmlichen Bus und liege bei etwa 40 Prozent.

 

Ingenieur Michael Griensteidl erläuterte das Ausschreibungsverfahren. Danach gibt es fünf Anbieter, die alle ihre Fahrzeuge für einen etwa zweitägigen Testbetrieb zur Verfügung stellen sollen. Damit der Vergleich möglich ist, sollen alle Fahrzeuge möglichst die gleichen Bestandteile besitzen, die das Gremium anschließend festlegte. Das Fahrzeug soll Anfang 2017 auf der Linie 2 seinen Betrieb aufnehmen.

 

Im weiteren Verlauf berichtete Schlagmüller, dass der Bustakt nach Lebenhan verbessert werden soll. Bisher ist der Ortsteil über die Linie nach Oberelsbach mit täglich vier Fahrten angebunden. Durch eine neue Ausschreibung könnten bis zu neun Fahrten angeboten werden. Der aus Lebenhan stammende Stadtrat Janis Heller hatte sich nach eigenen Worten bei seinen Mitbürgern umgehört und allgemeine Zustimmung für das verbesserte Angebot erhalten, so dass auch das Gremium grünes Licht gab.

 

Bei dieser Gelegenheit hoben die Mitglieder des Ausschuss auch die Strafe für das Schwarzfahren an. Nach der bundesweiten Richtlinie werden künftig 60 statt 25 Euro verlangt.

 

Um die Elektromobilität in Bad Neustadt weiter voranzutreiben, wollen die Stadtwerke ihre erste Schnellladesäule für Elektroautos anschaffen. Bei der Sitzung zeigte technischer Leiter Ulrich Leber die Notwendigkeit der Investition auf.

 

Zwar verfüge das Autohaus Vorndran über eine solche Vorrichtung, allerdings könne er wenig über die Zugänglichkeit sagen. Die nächsten Säulen befinden sich in Würzburg und bei Fulda. Nachdem sich offensichtlich ein System durchgesetzt habe, sollte Bad Neustadt seiner Rolle als Modellstadt gerecht werden und sich mit der notwendigen Technik versehen. Die Kosten liegen bei etwa 30.000 Euro, wobei die Frage der Förderung noch geklärt werden muss. Die Einrichtung wird auch mit den verschiedenen Zahlmöglichkeiten ausgestattet, so dass die allgemeine Zugänglichkeit gewährleistet sei.

 

„Das müssen wir machen“, beschwor Bürgermeister Bruno Altrichter die Mitglieder des Ausschusses, die sich aber gar nicht lange bitten lassen mussten, sondern die Investition einstimmig absegneten.

 

Schlagmüller stellte im Anschluss das Ergebnis der Stadtwerke für das Jahr 2014 vor, das einen Verlust von 620.000 Euro aufweist. In den einzelnen Bereichen berichtete er, dass für das Triamare der Verlust deutlich um 350.000 Euro auf 1,2 Millionen zurückgegangen ist. Diese Entwicklung gehe aber ausschließlich auf eine niedrigere Abschreibung zurück, die Besucherzahlen seien gegenüber 2013 sogar zurückgegangen. Für heuer werde es aber ganz andere Zahlen geben, denn „es war bekanntlich ein Sommer, der seinen Namen verdient hat“.

 

Einen leichten Rückgang gab es auch beim Stromverkauf, so dass der Erlös etwa stagnierte, während die Nessi etwas weniger Menschen befördert hat und nun ein Defizit von 450.000 Euro aufweist.

 

Der Wasserverkauf ist zwar etwas angestiegen, trotzdem seien die Einnahmen gegenüber dem Vorjahr gesunken, so dass Schlagmüller eine Anhebung der Gebühren vorschlug. Nach einer Kalkulation für die nächsten drei Jahre rechnet er mit einem jährlichen zusätzlichen Bedarf von 130.000 Euro, der durch höhere Einnahmen ausgeglichen werden soll. Schlagmüller empfahl, die Grundgebühr nicht zu verändern, während der Trinkwasserpreis um zehn Cent auf 1,26 Euro ansteigen soll, was das Gremium auch akzeptierte. Damit sei Bad Neustadt nach wie vor weit unten im unterfränkischen Vergleich.

 

 

Quelle: Rhön- und Saalepost, Eckhard Heise