29.07.2016 / Post kommt mit dem Elektroauto

Deutsche Post hat im neuen Logistikzentrum acht elektrisch angetriebene Zustellfahrzeuge in Betrieb

Foto: Stefan Kritzer

Erst seit wenigen Wochen ist das neue Verteiler- und Logistikzentrum der Deutschen Post im Gewerbegebiet Am Altenberg in Betrieb (wir berichteten) und schon gereicht es der Modellstadt Elektromobilität zur Ehre. Nicht weniger als acht Zustellfahrzeuge stammen von der Posttochter Streetscooter und fahren rein elektrisch. Bei einem Besuch und einem kleinen „Praktikum“ hat sich nun MdB Dorothee Bär nicht nur um die Zustellung von Briefen, sondern auch um die neuen umweltfreundlichen Autos der Post gekümmert.

Die Deutsche Post geht unter die Automobilhersteller. Was vor wenigen Monaten noch nach einem Scherz geklungen hätte, wird nun von der Post mit Nachdruck vorangetrieben. Über die Tochterfirma Streetscooter GmbH mit Sitz in Aachen stellt die Post ihre eigenen Elektro-Zustellfahrzeuge her. Seit wenigen Tagen sind acht Streetscooter ab dem neuen Verteilerzentrum am Altenberg unterwegs. Wenn es nach der Post geht, sollen bald 2.000 Briefträger bundesweit mit den umweltfreundlichen E-Autos unterwegs sein.

„Der Streetscooter kommt mit dem Elektroantrieb sehr gut in der Bevölkerung an“, sagte Dorothee Bär nach ihrer Zustellungstour durch Wülfershausen. Zuvor hatte die Parlamentarische Staatssekretärin für Verkehr und Infrastruktur eifrig Briefe sortiert und ein kleines Post-Praktikum absolviert.

Der StreetScooter ist ein maßgeschneidertes Elektrofahrzeug, das genau auf die Anforderungen der Zusteller im Postalltag entwickelt wurde. Elektrofahrzeuge eignen sich insbesondere für Fahrten mit ausgeprägtem Start-Stopp-Verkehr und genau so sind die vielen Postzusteller unterwegs. Im Fahrzeug findet sich nur ein Sitz für den Fahrer. Wo sonst der Beifahrersitz installiert ist, hat der Zusteller seine Briefe gleich zur Hand. Die Ladekapazität des Streetscooters reicht für den normalen Paketdienst der Deutschen Post locker aus. In Planung sind von Seiten der Firma Streetscooter auch größere Fahrzeuge mit stärkerem Antrieb, die ab dem kommenden Jahr in Serie gehen sollen.

Von den 33.000 bundesweit eingesetzten Zustellfahrzeugen sollen bis Ende dieses Jahres 2.000 rein elektrisch unterwegs sein. „Wir bauen derzeit fünf Autos pro Tag“, unterstrich Streetscooter-Außendienstmitarbeiter Raphael Neureuther die Intentionen des Unternehmens. „Der Strom für die Elektrofahrzeuge kommt selbstverständlich aus rein regenerativen Quellen“, beeilte sich Go Green-Experte Werner Porzner von der Deutschen Post zu betonen. Geladen werden die acht Fahrzeuge am Standort am Altenberg an vier neu installierten Ladesäulen. Diese sind jedoch (noch) konventionell ausgestattet, weil sich der Ladeprozess in Etappen die ganze Nacht über bei Stillstand des Fahrzeuges hinziehen darf und gerade mal sechs Stunden dauert. Schnellladestationen braucht der Streetscooter nicht, das Auto steht ja sowieso die ganze Nacht über still.

Nach dem Standort Würzburg, wo einige Vorserienmodelle des Streetscooters unterwegs sind, ist Bad Neustadt erst der zweite Standort in Unterfranken, wo die neuen elektrisch fahrenden Zustellfahrzeuge zum Einsatz kommen. „Die Modellstadt für Elektromobilität und unser neues Zentrum haben hier natürlich für den Einsatz der Streetscooter gesprochen“, sagte Niederlassungsleiter Wolfgang Frank.

Die Investitionen in alternative Antriebe und die Verringerung des CO2-Ausstosses sind Teil des konzernweiten GoGreen-Programms von Deutsche Post DHL Group. Das Programm beinhaltet ein konkretes CO2-Effizienzziel, bei dem es sich der Konzern zum Ziel gesetzt hat, seine CO2-Emissionen bis 2020 in Bezug auf das Basisjahr 2007 um 30 Prozent zu verbessern. Ziel der Deutschen Post ist generell die CO2-freie Zustellung von Briefen und Paketen.

Am neuen Standort der Deutschen Post am Altenberg arbeiten 55 Mitarbeiter und erledigen 34 Zustelltouren mit 34 Fahrzeugen pro Tag. Neben den mit Verbrennermotor arbeitenden Autos sind nun die acht Elektroautos sowie ein E-Trike für den innerstädtischen Betrieb im Einsatz. Weitere Elektrofahrzeuge will das Unternehmen in den kommenden Jahren zur Verfügung stellen.

 

Quelle: Rhön- und Saalepost, Stefan Kritzer