12.05.2015 |TTZ: Eine Absage ist undenkbar

Förderung für Technologietransferzentrum läuft aus – Unterstützung vom Staatssekretär?

Foto: Eckhard Heise

Für die Beteiligten ist die Modellstadt Bad Neustadt für Elektromobilität eine Erfolgsgeschichte ohnegleichen. Nun läuft zum Ende des Jahres die Förderung aus, was vor allem das Technologietransferzentrum und die Stiftungsprofessur betrifft. Da gilt es bei der Geberseite die Hebel anzusetzen um die künftige Finanzierung zu sichern. Einer dieser Hebel ist Staatssekretär Gerhard Eck, der mit seinen CSU-Landtagsabgeordneten am Montag im Tross in der Berufsschule Station machte, und sich anhörte, was die Verantwortlichen seit der Gründung der FH-Außenstelle geleistet haben. Eine Zusage für eine bayerische Geldspritze wollte er indes nicht geben.

 

Entsprechende Willenserklärungen hätten aber die bisher involvierten Unternehmen und Einrichtungen abgegeben, die seit der Gründung den Personaletat zu einem Teil getragen haben, erklärte Jörg Geier vom Landratsamt, der auch als Modellprojektmanager fungiert.

 

Im Wirtschaftsministerium sei ihm zwar auch schon die weitere Unterstützung signalisiert worden, eine Entscheidung werde aber letzten Endes erst bei den Haushaltsberatungen des Kabinetts fallen. Vor allem die Industrieunternehmen hätten großes Interesse an einem Weiterbestehen des Instituts, das inzwischen 40 Mitarbeiter beschäftigt.

 

Die Existenzberechtigung seines TTZ leitet Professor Ansgar Ackva von dem Umstand ab, dass die Elektromobilität ein zentraler Baustein künftiger Energiepolitik sein wird. Mit den zunehmenden Umweltproblemen wachse der Druck auf Politik und Autoindustrie, Lösungen anzubieten. Elektrische Antriebe seien derzeit die einzig verfügbaren, wirtschaftlich vertretbaren Technologien, die Antworten auf Verknappung der Ressourcen und Naturzerstörungen geben können.

 

Allerdings seien Elektroautos noch mit Nachteilen behaftet, angefangen vom Preis bis zur Speicherproblematik. Und an diesen Punkten müssen sein Institut und die kooperierenden Unternehmen weiter forschen.

 

 

„Die Modellstadt hat inzwischen eine Dynamik entwickelt, die immer größere Kreise zieht“

Landrat Habermann und Bürgermeister Altrichter übereinstimmend

Landtagsabgeordneter Steffen Vogel versprach, zumindest einen Gesprächstermin im Finanzministerium einzurichten, wo letztendlich über die Verteilung der Gelder entschieden wird. Eine Absage sei eigentlich gar nicht denkbar, beteuerten Landrat Thomas Habermann und Bürgermeister Bruno Altrichter. Die Modellstadt habe inzwischen eine Eigendynamik entwickelt, die immer größere Kreise zieht und bei der Bevölkerung nachhaltig Wirkung erzielt habe.

 

Nur im Bildungsministerium sei diese Tatsache allerdings noch nicht so recht gewürdigt worden, bedauerte Berufschulleiter Kurt Hassfurter. Er verwies dazu auf die neuen Fachrichtungen, die im Bereich der Elektromobilität entstanden sind, was auch dazu beigetragen habe, dass im Gegensatz zu allen anderen Berufsschulen des Bezirks die Schülerzahl zugenommen hat.

 

Leider entspreche aber die Personalausstattung mit Lehrern nicht den Erfordernissen. Sollte sich an dem geplanten Personalstand nichts ändern, werde er im nächsten Schuljahr Unterricht ausfallen lassen.

 

 

Quelle: Mainpost, Eckhard Heise