29.03.201213 E-Autos surren im Landkreis

Stadtwerke, Überlandwerk und Autohaus Vorndran schlossen Kooperationsvertrag

Quelle: mainpost.de/Foto Heise

Recht kleinlaut hatte Bürgermeister Bruno Altrichter auf eine entsprechende Frage von Bruder Elisäus beim Derblecken in Burglauer eingeräumt, dass in Bad Neustadt gerade einmal vier Elektroautos zugelassen sind. Da muss das Stadtoberhaupt nun nochmals genau nachzählen. Inzwischen sind es fünf. Hört sich zwar nach wie vor bescheiden an. Doch langsam kommt Bewegung in das Thema emissionsloser Mobilität.

 

Das Autohaus Vorndran schloss jetzt einen Kooperationsvertragmit den Stadtwerken und dem Überlandwerk ab, in dem es um bevorzugte Behandlung von Käufern eines Elektroautos geht. Nachdem Renault eine große Verkaufsoffensive für Elektroautos gestartet hat, habe er seit Jahresbeginn 16 elektrisch betriebene Pkw verkauft, sagt Autohausbesitzer Guido Vorndran – davon wohl einige innerhalb des Landkreises, denn laut Zulassungsstelle sind in Rhön-Grabfeld inzwischen 13 Elektroautos registriert; was allerdings auch nicht gerade auf einen Boom hindeutet, doch immerhin deutlich über dem Bundesdurchschnitt liegt. „Der größte Vorbehalt ist nach wie vor die Reichweite“, weiß der Autohändler aus Erfahrung mit der Kundschaft. Um hier etwas mehr Attraktivität zu schaffen, soll das Ladenetz weiter verbessert werden.

 

Überlandwerk, Stadtwerk und das Autohaus haben dazu eine Kooperation vereinbart. Der Autokäufer kann zu seinem Wagen eine Schnellladebox erwerben, die je nach Ausführung zwischen 800 und 2000 Euro liegt. Sie füllt den Akku in einer weit kürzeren Zeit als die herkömmliche Ladevorrichtung. Allerdings muss dazu das vorhandene Hausstromnetz für den erhöhten Bedarf ausgelegt sein. Nun kommen Stadt- und Überlandwerk ins Spiel.

 

In ihrem Zuständigkeitsbereich berät ein Mitarbeiter der Stadtwerke die Käufer einer solchen Ladevorrichtung bei der Installation. Für die herkömmliche Steckdose zum Auto reicht normalerweise das Hausnetz – auch bei älteren Anwesen. Kritisch wird's dagegen bei der Schnellladung, da ein wesentlich höherer Stromverbrauch herrscht, der besonders abgesichert sein muss.

 

Um dem Umweltgedanken im vollen Umfang Genüge zu tun, bietet das Überlandwerk zu Sonderkonditionen Ökostrom an. Für Käufer der Schnellladestation wird an der Strombörse „saubere“ Energie eingekauft, so dass die Ökobilanz eines Elektroautos noch weiter verbessert wird, erklärt Wolfgang Pfeiffer vom Versorgungsunternehmen.

 

Für Sebastian Martin, Projektmanager für Elektromobilität, ist die Kooperation ein weiterer wichtiger Schritt, dem strombetriebenen Auto auf die Sprünge zu helfen. Vor allem könne so der erst kürzlich vom ADAC veröffentlichten, seiner Ansicht nach völlig abwegigen Studie über die angeblichen indirekten Emissionen durch Braunkohlestrom, erfolgreich Paroli geboten werden.

 

Quelle: Mainpost