26.11.2013 | Aufbruch in E-Mobile Zeitalter

Messe und Vorträge zum Thema Energie

Beeindruckende Ausstellung: Die Rhön steht auf

 Die IG Metall lud am Samstag die Bevölkerung zu einer informativen Messe mit Ausstellungen und Vorträgen in das Rhön-Gymnasium ein. Eine Ausstellung erinnerte an den, die Aktivitäten für Elektromobilität auslösenden Arbeitskampf bei Siemens, im Jahr 2010. „Hallo München. Die Rhön kommt.“ Die Menschen der Region solidarisierten sich mit den Siemensianern. Die Ausstellung lieferte ein beeindruckendes Zeugnis von den damaligen Aktivitäten. Angefangen von der Ernennung Bad Neustadts zur Bayerischen Elektromobilitätsstadt bis zur Errichtung des Technologietransferzentrums TTZ, das in der Jakob-Preh-Schule angesiedelt ist. Seither ist viel geschehen.

Das TTZ unter Leitung von Professor Dr. Ansgar Ackva öffnete am Samstag seine Pforten für die Öffentlichkeit und stellte Begleitforschungen vor. Lehrer erläuterten anhand von Beispielen im integrierten Fachunterrichtsraum, inwieweit sich die Berufsschule in Sachen E-Mobilität inzwischen vorbereitet hat. Denn die gute Ausbildung von Fachkräften gilt als wichtiger Wettbewerbsvorteil der deutschen Wirtschaft.

Kinder malen die Zukunft

Gezeigt wurden neben E-Autos auch eine Reihe von E-Fahrrädern. Weil Kinder die Auswirkungen der Veränderungen in der künftigen Mobilität am meisten zu spüren bekommen, waren sie eingeladen, sich am Malprojekt zu beteiligen. „Kinder malen die Mobilität der Zukunft“, hieß das Motto. Unter Anleitung von Petra Markert und Ludmilla Barwitzki vom Kunstverein Bad Neustadt konnten Kinder ihren Ideen freien Lauf lassen. Höchst erstaunlich dabei, was schon Achtjährige zu Papier brachten. Als Omnibusersatz beispielsweise soll eine Raupe mit Füßen dienen, die sich bei jeder Bodenberührung aufladen. Oder ein kombiniertes Fahrzeug, das vorne Müll aufsammelt, im Inneren zu Kleinmaterial verdichtet und hinten als festen Straßenbelag ausspuckt. Ein anderer angehender Ingenieur „entwickelte“ ein kombiniertes Tauch-/Flugzeug, basierend auf Wasserspaltung. Die IG Metall plant, aus dem verblüffenden Ideenreichtum eine Wanderausstellung zu machen.

China und die Rhön

Was haben China und die Rhön gemeinsam? Darüber referierte die Sinologin Eva Sternfeld von der TU Berlin. Beide verfolgen höchst ambitionierte Ziele, wurde deutlich. Als sich China vor 30 Jahren der Welt öffnete, wurden prächtige Straßen gebaut, auf denen Fahrräder unterwegs waren und Pferdefuhrwerke. Seither habe das Land „ein Wirtschaftswunder ohnegleichen“ hingelegt. Die Menschen kauften Autos, heute könne man ob des Verkehrs schon gar nicht mehr von Mobilität sprechen, eher von permanentem Stop-und-Go-Verkehr. China produzierte im Jahr 2000 „nur“ 604 000 Pkw, im vergangenen Jahr waren es schon 15 Millionen. Dabei entwickelte sich das Land zum zweitgrößten Ölverbraucher nach den USA. Etwa 60 Prozent des benötigten Öls muss China importieren.

Die Planwirtschaft sieht vor, bis zum Jahr 2015 etwa 500 000 elektrisch betriebene Fahrzeuge zu produzieren, bis 2020 sollen es schon fünf Millionen sein. Ein klares Nein kam von der Sinologin auf die Frage nach der Klimafreundlichkeit Chinas. „Nicht, solange der Strom aus Kohlekraftwerken kommt.“ Und diese Technik nutze das Land derzeit für 80 Prozent seines Energiebedarfs. Die geplante Umstellung auf Strom aus Kernenergie funktioniere seit Fukushima auch nicht mehr. Die Menschen seien sensibel geworden. Auch äußerte sie sich sehr kritisch gegenüber Stromerzeugung aus Wasserkraftwerken. Klimaschutz und Verkehr stünden in direktem Zusammenhang. Der Privatbesitz von Autos sei keine Lösung für Chinas Straßenverkehr. Abschreckend wirken hohe Kosten einerseits und der Druck der Regierung andererseits: Wer sich ein E-Auto anschafft, erhält seine sofortige Zulassung. Käufer von Benzinern dagegen werden auf eine Warteliste gesetzt.

 

Quelle: Mainpost