14.11.2012 |Das Elektroauto ist im Kommen

Region hat weit höhere Dichte an „Stromern“ als der bayerische Durchschnitt - Warten auf die Förderbescheide

Elektromobilität kommt langsam in Schwung: Im Landkreis Rhön-Grabfeld sind überdurchschnittlich viel Stromer unterwegs. Der Modellstadt-Bonus scheint sich hier bezahlt zu machen.

Es war zuletzt etwas still geworden in Sachen E-Mobilitätsstadt. „Tatsächlich wird hinter den Kulissen intensiv an zahlreichen Projekten gearbeitet, die jedoch in der Öffentlichkeit nicht in Erscheinung treten“, versicherte Projektmanager Sebastian Martin bei einem Pressegespräch.

Zwölf Projekte werden insgesamt als Bestandteile der Modellstadt aufgeführt und sind zur Förderung an das Wirtschaftsministerium eingereicht, erklärt Martin. Zu seinem Bedauern seien aber noch keine schriftlichen Zusagen erfolgt, da offensichtlich die Bearbeitung der Anträge äußerst aufwendig sei. Er rechne damit, dass er bis Ende des Jahres Bescheid erhalte.

Ansonsten aber kann er auf wirkliche Erfolge verweisen, die unterstreichen, dass zwischen der Ernennung zur Modellstadt und der Verbreitung des Elektroautos tatsächlich ein Zusammenhang besteht.

In den vergangenen Tagen habe er bei den Verkehrsämtern in Bad Neustadt, Bad Kissingen, Schweinfurt und Haßfurt die Zulassungszahlen für Verbrennungsfahrzeuge und Stromer abgefragt und sie mit der Entwicklung in Bayern verglichen. Dabei stellte er seit Anfang des Vorjahres einen nahezu identischen Trend mit einem leichten kontinuierlichen Anstieg fest. Seit diesem Frühjahr steigen die Zulassungszahlen von Elektroautos in der Region jedoch sprunghaft an und entfernen sich weit von gesamtbayerischen Verhältnissen, die dem bisherigen Trend folgen.

50 E-Mobile zugelassen

In absoluten Zahlen heißt das, dass derzeit von sieben Millionen in Bayern zugelassenen Fahrzeugen 928 Autos mit einem Elektromotor ausgestattet sind, was etwa einem Verhältnis von 1,3 zu 10 000 entspricht. In der Region liegt dagegen das Verhältnis mit 156 Stromern bei sechs zu 10 000. Rund 50 E-Mobile davon sind im Landkreis Rhön-Grabfeld zugelassen. Das seien weit mehr als doppelt so viele als noch im Frühjahr.

Den Erfolg führt Martin unter anderem darauf zurück, dass das Elektroauto in der Region deutlich stärker in Erscheinung tritt und von Firmen besser beworben wird. Auch die verschiedenen Aktionen, vor allem die Fahrzeugschau hätten viele Menschen erreicht. Besonders das E-Car-Rennen sei besonders publikumswirksam. Allerdings gebe es um eine Wiederholung noch Fragezeichen, weil das Spektakel sehr teuer sei. Die Fahrzeugschau soll dagegen wieder stattfinden.

Natürlich seien die absoluten Zahlen im Verhältnis immer noch gering, fuhr Martin fort. Aber die Entwicklung bei den Fahrzeugen und deren Preisen mache deutliche Fortschritte. Dabei seien zum Beispiel deutsche Fahrzeuge bisher kaum auf dem Markt, erst in jüngster Zeit steigen die großen deutschen Autobauer ein. Darüber hinaus ist in etwa drei Jahren mit einer ganz neuen Batterietechnik zu rechnen, die eine Reichweiten von 500 Kilometer ohne weiteres erlaube.

Die immer wieder aufgeworfene Kritik, dass „von der Modellstadt nichts zu sehen ist“ - womit der Blick vor allem auf Elektrofahrzeuge gerichtet ist -, begegnet Martin mit dem Hinweis, dass das elektrisch betriebene Fahrzeug nur eines von vielen Segmenten sei. Die Hauptaktivitäten gingen von Unternehmen und von deren Labors und Entwicklungsabteilungen aus. Darüber hinaus habe Bad Neustadt mit dem Technologietransferzentrum und den schulischen Einrichtungen auf dem Gebiet der Elektromobilität im Ausbildungssektor eine weit über die Grenzen der Region reichende Bedeutung eingenommen. „Wir wollen, dass nach Ablauf des Förderprojekts nicht nur ein paar Elektroautos mehr auf der Straße stehen, sondern dass das Thema in den Unternehmen und Schulen nachhaltig verankert ist“.

Quelle: Mainpost