29.04.2013 | April-Wetter verhagelt die Bilanz der Fahrzeugschau nicht

Der E-Mobilist trotzt dem Regen – Aussteller zufrieden

Regen und Kälte. Der erste Tag der Fahrzeugschau für Elektromobilität fühlte sich irgendwie mies an. Doch auch am Sonntag packten die Aussteller ihre sieben Sachen nicht enttäuscht zusammen. Im Gegenteil: Das Pendel schlug eher aus nach heiter! „Am ersten Tag kamen nur die Interessiertesten und am zweiten – bei besseren Bedingungen – die interessierten Neugierigen, die sich meist schon mit Elektrofahrzeugen auseinandergesetzt haben“, so lässt sich das Stimmungsbild zusammenfassen. Der Sonntag soll sogar noch besser besucht gewesen sein als im Vorjahr.

Dafür könnte auch eine Hilferuf von Ordnungsamtsleiter Arno Büttner verantwortlich sein. Er hatte schon am Samstag angesichts der geringen Besucherzahl via Facebook aufgerufen nach Bad Neustadt zu kommen: „Hallo, Ihr solltet Euch auch mal sehen lassen!“, schrieb er seinen Freunden.

„Ich kann aber gar nicht sagen, dass am Samstag kein Interesse herrschte“, sagt ein Händler für Elektromotorräder und einem italienischen Dreisitzer, der extra aus Berlin angereist kam. Es seien ständig Leute da gewesen, die sich nach den Fahrzeugen erkundigten. Nur die Probefahrten mit den Motorrädern musste er am ersten Tag streichen.

Fast gleich lautend ist das Resümee der beiden großen Fahrradhändler von Bad Neustadt: „Sehr zufrieden mit der Nachfrage. Die Kundschaft kommt mit Vorwissen und will von mir Details haben“, sagt Bernhard Wolf. „Wir klären nur noch über die Unterschiede der verschiedenen Systeme auf und empfehlen die individuell passende Lösung“, beschreibt Walter Raab.

Zeitweise wie beim „billigen Jakob“ sah es am Renault-Stand aus, der gleich eine ganze Flotte an Fahrzeugen präsentierte. Eine dichte Traube von Menschen umringte Guido Vorndran, als er das neueste Modell des französischen Autoherstellers erklärte, das auf dem deutschen Markt zum ersten Mal präsentiert wurde. Ausgiebig sei das Angebot von Probefahrten genutzt worden, beteuerte Vorndran, bei den Twizys haben sich sogar Schlangen gebildet. Er konnte sogar eine Limousine verkaufen, was für eine Autoschau eigentlich vollkommen unüblich ist.

Auch der Schweinfurter Aussteller der Liegefahrräder konnte sich über einen Mangel an Nachfrage nicht beschweren. Zwar habe er keines seiner eindrucksvollen, aber auch kostspieligen Modelle verkauft („Das tun wir nie auf Messen“), doch sei das Publikum sehr interessiert und aufgeschlossen für diese Art der Fortbewegung gewesen.

So ist denn auch Bad Neustadts Projektmanager und Hauptorganisator, Sebastian Martin, zufrieden. Er bedauere lediglich, dass vor allem bei der Staffelfahrt das Wetter nicht mitgespielt hat. Wichtig sei für ihn dabei gewesen, dass Politiker, also Meinungsführer, mit von der Partie gewesen sind und selbst das Elektroauto erlebt haben.

Darüber hinaus sieht er ein steigendes Interesse beim Publikum, aber auch bei den Ausstellern. Für das nächste Jahr habe er bereits jetzt definitiv zehn weitere Zusagen. Außerdem will er dann auch die großen Marken dabei haben wie BMW, VW und Mercedes. Ebenso wünscht er sich, dass im nächsten Jahr noch mehr Fahrzeuge zum Probe fahren vorhanden sind. „Dann können wir wirklich von einer Messe sprechen – die vielleicht auch überdacht ist“.

 

Quelle: Mainpost - Eckhard Heise