12.07.2012 Die Zukunft findet in der Nano-Dimension statt

Professor Henning Zoz vom Verein M-E-NES an der Kinderuni

Versuch: So leicht und dennoch nicht verbiegbar – dies ist durch Nanotechnologie möglich, erklärte Henning Zoz den Studenten.

Dass Kinder das Wichtigste auf dieser Welt sind, wir über die Umwelt nachdenken müssen und vieles immer kleiner wird, erfuhren die Kinder in der Vorlesung von Professor Henning Zoz.

Der aus Wenden/Südwestfalen stammende Unternehmer ist auch Vorstandsmitglied im Verein M-E-NES und daher in Bad Neustadt kein Unbekannter. Der Nanotechnologe hält in den USA mehrere Patente für technische Hochleistungsgeräte und wurde als Manager des Jahres 2011 für den Bereich Südwestfalen ausgezeichnet. Der 47-Jährige ist Vater von sieben Kindern.

„Ihr macht mich ja ganz fertig“, so reagierte der Professor ob der vielen guten Fragen und Antworten der Kinderuni-Studenten. Aus dem ganzen Landkreis waren die wissbegierigen Kinder gekommen, um den Professor mit ihrem Fachwissen zu verblüffen. Was ist ein Nanometer? Keine Frage, ein Milliardstel Meter, die Rhöner Kinder sind einfach fit! Hätte die Erde einen Durchmesser von einem Meter, dann wäre ein Nanometer so groß wie der Durchmesser eines Zwei-Cent-Stückes, verdeutlichte Zoz die Dimension.

Was wird denn immer kleiner? Während der Referent mit dieser Antwort wohl eher auf Chips und Computer abzielen wollte, kamen ganz überraschende, aber auch durchaus richtige Antworten: der Regenwald, der Lebensraum der Eisbären, die Tierarten.

Kann man ohne Energie leben? Klar – die Steinzeitmenschen konnten es doch auch, allerdings ohne fließend Warmwasser, Licht, Toilette oder Schuhsohlen.

Stromausfälle sind in Deutschland ganz selten, insofern ginge es uns besser als 75 Prozent der Menschen weltweit, so Zoz. Dass aber in Bad Neustadt neulich der Strom ausfiel, weil Vögel frühmorgens auf die Leitung „kackten“, das konnte er nicht so recht glauben, doch die Kinder versicherten ihm, dass das so in der Zeitung stand.

Was brauchen wir eigentlich zum Leben? Trinkwasser, Nahrung, Kleidung, das ist allen klar. Die nötige Energie sollte möglichst nicht-fossil erzeugt werden, da die Vorräte auf der Erde begrenzt sind. Kommt der Treibhauseffekt nun vom steigenden CO2-Ausstoß? Zoz sagte ganz klar: „Das weiß keiner.“ Es könnte auch der umgekehrte Zusammenhang möglich sein, doch eins ist sicher richtig: Der Einfluss des Menschen sollte zurückgenommen werden.

Werkstoffe sollten gebraucht, aber nicht verbraucht werden. Dies erläuterte Zoz am Beispiel einer Brücke aus Eisen. Hier wird eigentlich nur die Funktion benötigt und nicht der eigentliche Werkstoff, deswegen sollte so wenig Eisen wie möglich in der Brücke sein, diese aber dennoch sehr stabil sein. Wurden auch die Mobiltelefone im Verlauf der Zeit immer kleiner, aber auch leistungsfähiger, so sollte dies auch in anderen Bereichen funktionieren. Dies demonstrierte er an einem ganz leichten Stück Aluminium, das sich nicht verbiegen ließ.

Das Zauberwort der Zukunft ist „Nano“: Teilt man einen Würfel in kleine Würfel, dann bleibt das Volumen erhalten, jedoch vergrößert sich die Oberfläche. Mit diesem Trick kann die Speicherfunktion erheblich vergrößert werden, so dass beispielsweise Energie in Form von Wasserstoff in kleinen Flaschen gespeichert werden kann. Auf dem Festplatz konnten die Kinder dann einen mit Wasserstofftechnik angetriebenen Roller ausprobieren.

Das Programm für das Herbst- und Wintersemester 2012/13 steht in Kürze im Internet unter www.kinderuni-nes.de

Von Petra Bieber