12.04.2013 | E-Mobil-Stadt unter Strom

Fahrzeugschau für Elektromobilität am 27. und 28. April in Bad Neustadt

Der Countdown läuft: In zwei Wochen geht die dritte Fahrzeugschau Elektromobilität über die Bühne. Und war es bei der Premiere noch schwierig, Aussteller nach Bad Neustadt zu holen, haben die Organisatoren inzwischen Probleme, die vielen Anfragen zu bewältigen. Somit steht schon jetzt fest, dass die Schau auf dem Festplatz mit einem noch größeren Sortiment an Fahrzeugen besetzt sein wird und ein noch größeres Spektrum an Informationen bietet.

Höhepunkt ist die E-Mobil-Staffelfahrt, die in Kitzingen beginnt und zu der sich bereits 50 Fahrzeuge mit viel Prominenz angemeldet haben: Mehrere Weinköniginnen sind dabei, ein Pfarrer, Bundestagsabgeordnete jeglicher Couleur reihen sich ein, Landräte und zahlreiche Bürgermeister schließen sich dem Tross an, der sich am Samstag, 27. April, über Würzburg und Bad Kissingen nach Bad Neustadt bewegt.

Die Palette der ausgestellten Fahrzeuge reicht vom zweirädrigen Segway, über einen ganzen Fuhrpark an E-Bikes und den Cityflitzer Twizy bis hin zur Familienlimousine und der Edelkarosse Fisker. Sogar Deutschlandpremieren kündigen Fahrzeughändler an. „Das Interesse an der umweltfreundlichen Technik ist inzwischen so groß, dass das Ausstellungsgelände für die 30 Aussteller verdoppelt werden musste“, erklärte Sebastian Martin, Projektmanager Elektromobilität, bei einem Pressegespräch am Veranstaltungsort.

Dass das Elektroauto auf dem Vormarsch ist, unterstreichen die Namen der renommierten Marken, die auf dem Markt elektrischer Antriebe einsteigen: Mercedes, Ford, Nissan, Renault und Toyota sind vertreten. Der Renault Zoe soll laut Autohändler Guido Vorndran in einer Vorserie zum ersten Mal in Deutschland zu sehen sein. Ähnliches kündigte Jürgen Gaul an, der einen Ford Fokus Elektro noch vor der IAA in Bad Neustadt präsentiert.

Gelegenheit zum Ausprobieren

Vor allem soll die Schau aber auch die Möglichkeit zum Ausprobieren liefern. Einem regelrechten Ansturm war im Vorjahr der Twizy-Parcours ausgesetzt, der auch in diesem Jahr wieder aufgebaut wird. Zum Testen stehen ebenso eine ganze Reihe von E-Bikes und Strom betriebenen Motorrädern bereit. Landrat Thomas Habermann ist jedenfalls begeistert darüber, welche Dynamik der Elektrofahrzeugmarkt entwickelt hat – und dass Bad Neustadt mit von der Partie ist. Das Elektroauto wird in der Zukunft eine wichtige Rolle einnehmen, wie auch der Einstieg der ganz großen Fahrzeughersteller unterstreicht, ist sich Habermann sicher. Für die Wirtschaft von Bad Neustadt werden wichtige Impulse gesetzt, wie beispielsweise die Entscheidung der Siemenszentrale signalisiert, die einen Produktionszweig auf diesem Gebiet von München nach Bad Neustadt verlagert.

Unter diesem Aspekt dürfte auch die Diskussionsveranstaltung am Freitagabend von Interesse sein, erwartet Hubert Büchs, Vorsitzender des Fördervereins M-E-NES. Auf dem Podium wird dabei der Frage nachgegangen, welche Bedeutung die Elektromobilität auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt einnehmen wird. Zu dem Thema präsentieren sich auch mehrere Stände von Bildungs- und Forschungseineinrichtungen.

Einen kleinen Dämpfer versetzte allerdings Bürgermeister Bruno Altrichter der allgemeinen Euphorie. Zwar freute er sich auch, dass die E-Mobilschau eine solch rasante Entwicklung genommen hat und auf dem Festplatz ein breites Spektrum des Fahrzeugmarkts präsentieren kann, aber gleichzeitig verwies er auf den Baulärm am Busbahnhof. „Der lange Winter hat uns etwas ausgebremst“, bedauerte er, „aber wir arbeiten jetzt mit Hochdruck und ich bin mir sicher, dass wir das irgendwie hinkriegen“, lächelte er zuversichtlich.


Quelle: Mainpost - Eckhard Heise