13.11.2013 | E-Mobilität auf vollen Touren

Aktivitäten auf verschiedensten Ebenen

Überflieger: Die Modellregion für Elektromobilität lässt sich einiges einfallen.

Auf vollen Touren läuft das Technologietransferzentrum nach Worten seines Leiters, Professor Ansgar Ackva. 19 Mitarbeiter beschäftigen sich mit den Projekten, die im Rahmen der Modellregion für Elektromobilität betreut werden. Unerwarteterweise hat die Firma Siemens ein Projekt zurückgezogen, schilderte der Wissenschaftler. Damit waren noch Fördergelder frei. Also entwickelten die Beteiligten ein neues Projekt, das den schönen Namen „Neemo“ trägt und das Ackva bei der Sitzung des Werkausschusses vorstellte.

Die Abkürzung steht für „Null Energie Elektromobilität“. Das Wirtschaftsministerium habe auch schon sein Wohlwollen für das Vorhaben signalisiert. Inhalt des Projekts ist die Untersuchung eines komplexen Energienutzungskonzepts in einem Haushalt oder gar einem Häuserkomplex.

Bestandteile sind Anlagen zur regenerativen Energieerzeugung inklusive eines Speichers und eines Elektrofahrzeugs. Speziell geht es dabei um den Austausch von Energie zwischen den einzelnen Komponenten und dem Netz der Stadtwerke. Beteiligt sind neben der städtischen Einrichtung mehrere Firmen aus dem Großraum Schweinfurt. Darüber hinaus wird ein Untersuchungsobjekt in Form eines oder mehrerer privater Haushalte benötigt. Die Gesamtkosten für zwei Jahre liegen bei 2,2 Millionen Euro, von denen die Stadtwerke rund 180 000 Euro übernehmen müssen. Die Mitglieder des Ausschusses gaben grünes Licht.

Bürger-E-Mobil

Aber das Projektmanagement befasst sich auch noch mit einer anderen Idee. So soll ein Imageprojekt in Form eines Bürger-E-Mobils ins Leben gerufen werden. Dazu soll ein Elektroauto bereitgestellt werden, das Bürger kurzzeitig ausleihen können, um Erfahrungen zu sammeln. Das Fahrzeug kann kurz oder auch über ein Wochenende gemietet werden, erklärte Ulrich Leber, technischer Leiter der Stadtwerke. Dazu sollen die örtlichen Fahrzeughändler eingebunden werden, die abwechselnd ein Fahrzeug zur Verfügung stellen. Die gesamte Organisation der Verleihe liegt bei den Stadtwerken.

Doch auch die Stadtwerke wollen beim Elektroauto am Ball bleiben. Bisher hatte die Einrichtung einen Pkw zur Verfügung, der allerdings noch mit einer Technik der ersten Generation ausgestattet ist und eine relativ geringe Reichweite von bis zu 60 Kilometern habe. Da der Vertrag jetzt ausläuft, erwägt die Verwaltung den Kauf eines eigenen Fahrzeugs, das jetzt mit einer Reichweite von über 100 Kilometern aufwarten kann. Die Kosten liegen bei unter 25 000 Euro, für die der Ausschuss grünes Licht gab.

Leber informierte ferner über den Stand zur Ausweisung eines überarbeiteten Wasserschutzgebiets bei Löhrieth. Die Beantragung ging auf das Jahr 2009 zurück, jetzt ist das Verfahren so weit gediehen, dass am 5. Dezember eine öffentliche Anhörung im Landratsamt stattfindet.

Zuletzt gab Leber bekannt, dass es gelungen sei, ein Seminar der Modellregionen nach Bad Neustadt zu holen. Vertreter aus den anderen Regionen treffen sich dazu bei der Fahrzeugmesse am 10. Mai.

Quelle: Mainpost