29.04.2013 | E-Mobilität bietet Perspektiven

Gut besuchte Diskussion eröffnet Fahrzeugschau

Ein Stein fiel den Veranstaltern vom Herzen, weil zur Podiumsdiskussion als Einstieg in die dritte Bad Neustädter E-Mobil-Fahrzeugschau deutlich mehr Zuhörer gekommen waren als im Vorjahr. Getrost konnte die Diskussion mit dem Informationstag an der Berufs- und Wirtschaftsschule in Verbindung gebracht werden, schließlich beleuchteten die Teilnehmer auf der Bühne die Frage, welche Möglichkeiten das Thema E-Mobilität auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt bereithält.

Hubert Büchs, Vorsitzender des Fördervereins M-E-NES, prophezeite gleich anfangs, dass die Produktion der E-Mobile erheblichen personellen Aufwand sprich Arbeitsplätze erfordert. Davon profitiere auch die Zulieferindustrie.

Helmut Hornung, Siemens-Ausbildungsleiter, bestätigte, dass neben den klassischen Ausbildungsplätzen eines Industriebetriebs der Konzern inzwischen verstärkt auf den Bereich E-Mobilität setze und insbesondere der Standort Neustadt starke Berücksichtigung finde. Er unterstrich den Hinweis mit einem Blick auf die Ausbildungszahl, die sich verdoppelt habe. Auch bei Preh besteht die Möglichkeit, direkt mit einem Lehrberuf in die Elektronikentwicklung einzusteigen, bestätigte Preh-Personalleiterin Karin Lochner.

Den wissenschaftlichen Bereich beschrieb Student Manuel Kellerer aus dem Formula Students Team, das die Theorie mit der Praxis verbindet. Die Umsetzung der Theorie in den Bau eines Rennwagens biete die Möglichkeit, praktische Erfahrung zu sammeln und gleichzeitig durch die Förderung der Industrie Kontakte zu knüpfen.

„Die Zukunft ist elektrisch“, versicherte auch Professor Ansgar Ackva und sprach das junge Publikum direkt an. Auf diesem Gebiet bestehen enorme berufliche Perspektiven, daher empfahl er das Studium im Bereich Elektrotechnik, mit dem sich dann „weitere Tore öffnen können“.

An der Berufsschule wird schon seit Jahren ein Wahlunterricht Elektromobilität angeboten. In jüngster Zeit wurde das Ausbildungsspektrum dadurch erweitert, dass E-Mobilität in den Lehrplan für Kfz-Mechatroniker eingebunden wurde, gab Berufsschulleiter Kurt Hassfurter bekannt.

Die Bildung einer Technikerschule für Elektromobilität habe schon in der Industrie für Aufsehen und für zahlreiche Anfragen gesorgt. Zudem eröffne die Tatsache, dass für Wartung von E-Mobilfahrzeugen überall erst noch Fachkräfte ausgebildet werden müssen, ebenfalls weitere Perspektiven.

Darüber hinaus beschäftigen sich Unternehmen der Region auch mit Rahmentechnologien, nach denen sich ein Zuhörer erkundigte. Behandelt werden sie in verschiedenen Projekten, die durch das bayerische Wirtschaftsministerium gefördert werden. Ein großes Thema sei zum Beispiel der Bereich Batteriemanagement, bei dem es darum geht, eine Batterie so effektiv wie möglich zu nutzen, einem Forschungsbereich, der bei Preh intensiv betrieben wird.

Moderator Sebastian Martin und Bürgermeister Bruno Altrichter zogen schließlich die Bilanz, dass auf dem Gebiet inzwischen genug Perspektiven vorhanden sind – vor allem in der Region.

 

Quelle: Mainpost - Eckhard Heise