09.10.2011E-Mobilität rückt in den Blickpunkt

Fahrzeugschau und Visionen einer umfassenden Entwicklung durch das
Modellprojekt

Wenn es in Sachen Elektromobilität noch so etwas wie einer Aufbruchstimmung bedurft hat, dann ist sie sicherlich an diesem Wochenende entstanden. Da gab es zum einen die „1. Fahrzeugschau Elektromobilität“ samt Rahmenprogramm auf dem Marktplatz. Zu dieser strömten vor allem am zwar kühlen, aber richtigen sonnigen Sonntag die Interessierten in großer Zahl.


Vor allem aber sorgte auch eine Podiumsdiskussion mit kompetenten und prominenten Teilnehmern unter dem Titel „Stand und Ziele Elektromobilität“ dafür, dass das Projekt aus der Phase, in der vor allem hinter den Kulissen agiert wurde, nun in die Öffentlichkeit getragen wurde - und das mit einer Euphorie, die fast ansteckend wirkte.


Einen Startschuss gab schon vor der Diskussion in den Räumen der Sparkasse Wirtschaftsminister Martin Zeil, als er einen vorzeitigen Förderbescheid an Bürgermeister Bruno Altrichter übergab. Mit dieser ersten Finanzierungszusage kann jetzt die Ausschreibung einer Stelle für den Projektmanager eingeleitet werden, erklärte das Stadtoberhaupt. Etwa einen Betrag von 400 000 Euro ist das ministerielle Schriftstück wert.

Alle Teilnehmer der Diskussion waren sich einig: Die Ernennung zur Modellstadt ist eine Chance, die Region weiter nach vorne zu bringen. Preh-Geschäftsführer Ernst-Rudolf Bauer sah schon, dass einmal Technologien und Teile, die in Elektroautos auf der ganzen Welt zum Einsatz kommen, den Stempel „Made in Bad Neustadt“ tragen.


Jopp-Geschäftsführer und M-E-NES-Vorsitzender Hubert Büchs konkretisierte und sah das Thema Ladetechnologie als Schwerpunkt der Forschung und Entwicklung in Bad Neustadt. Auch sein Unternehmen habe sich eine konkrete Aufgabe gesetzt, leider sei das Fahrzeug, das für die Forschung seines Unternehmens notwendig wäre, noch nicht auf dem Markt.


Einen enormen Impuls erwarten die weiteren Podiumsteilnehmer Armin Rudolf (Sachgebietsleiter aus dem bayerischen Wirtschaftsministerium) und Ralf Griewing (Siemens Fürth) für Bad Neustadt und die Region als Wissenschaftsstandort. Mit der Ansiedlung des Technologietransferzentrums in der Berufsschule und der Einrichtung einer Außenstelle der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt werde nicht nur Know How gewonnen, es werde vor allem jungen Leuten Perspektiven in der Region aufgezeigt.


Der kommissarische Leiter des Forschungsstuhls und FH-Vizepräsident Professor Rudolf Dögl war zwar etwas zögerlich in der Umschreibung eines Forschungsschwerpunkts, konnte aber weder Bauer noch Mitveranstalter Dr. Jörg Geier mit dieser Haltung irritieren. Sie sahen in dem Ereignis vor allem eine Signalwirkung zum Aufbau eines umfassenden Netzes von Einrichtungen und Firmen, die sich mit dem Thema befassen.


Nicht nur Signalwirkung, sondern praktische Umsetzung wünschte sich ein Zuhörer. Erik Salatsch zeigte sich überrascht über die hochkarätige Besetzung des Podiums. Die Bedeutung des Modellprojekts sei bisher in der Öffentlichkeit bekannt, bedauert er. Er finde es zwar richtig, dass die Initiative stark auf die vorhandene Industrie zugeschnitten ist, parallel müssten öffentlichkeitswirksame Projekte umgesetzt werden, damit die Bevölkerung auf das Thema aufmerksam wird.