07.10.2011E-Mobilmesse: Schick und originell

Breite Palette von elektrisch betriebenen Fahrzeugen auf dem Marktplatz

Wenn man sie schon nicht hört, dann sieht man sie auf jeden Fall. Denn Elektromobile fallen vor allem durch eines auf: Sie haben meist ein originelles Design. Einen Querschnitt der Modelle des noch recht bescheidenen Markts ist bei der ersten Bad Neustädter Fahrzeugschau Elektromobilität zu sehen.

Ungemütlich war's, als Bürgermeister Bruno Altrichter und M-E-NES-Vorsitzender Dr. Hubert Büchs die Schau der verbrennungslosen Zwei-, Drei- und Vierräder eröffneten. Übersichtlich war es daher auf dem Marktplatz mit den 18 Ausstellern, die eine bunte Palette von etwa 50 Fahrzeugen zeigen, in denen Elektromotoren im Einsatz sind.


Da ist das niedliche Kickboard, das es auch mit wasserstoffbetriebenen Motor gibt und sogar schon für ein paar hundert Euro zu erwerben ist. Auf der anderen Seite der Skala, das Non-plus-Ultra auf dem Elektro-Automarkt: der deutlich über 100 000-Euro-Tesla, der in nicht einmal vier Sekunden auf 100 Stundenkilometer beschleunigen soll. Dazwischen Elektrofahrräder, Kleintransporter, Ein- und Zweisitzer, Kabinenroller, verschiedene Autos mit reinem Elektromotor oder einer Kombination, die als Hybridantrieb vermarktet wird.


Recht schick der kleine Tazzari Zero, den die Smiles AG aus Aub bei Würzburg vertreibt. Yvonne Fischer, sagt, dass sie inzwischen fast jede Woche mit einer Auswahl ihrer Modelle auf einer Messe vertreten sei. Der schnieke kleine Flitzer hat mit einer Reichweite von 140 Kilometer und einer Höchstgeschwindigkeit von 100 Stundenkilometer schon Attribute, die durchaus alltagstauglich erscheinen.


Weit weg vom Otto-Normal-Elektromobil sind die Stromer der drei Fachhochschulen Deggendorf, Bayreuth und Ilmenau. Mit ihren Prototypen, die starke Ähnlichkeit mit Rennboliden haben, wird in der „Formula Student“ gestartet. Die Studenten der thüringer TU haben den Wagen komplett selbst konstruiert. Die Uni habe erst vor geraumer Zeit ein Mobilitätszentrum aufgebaut, in dem auch auf dem Gebiet der Elektromobilität geforscht wird.


Schon Serienreife haben einige Fahrzeuge, die von großen Autoherstellern präsentiert werden. Werner Schober ist aber trotzdem nicht ganz zufrieden mit der Ausstellung. Er sei extra aus Würzburg angereist und nun etwas enttäuscht. Es müssten mehr Serienfahrzeuge gezeigt werden, es gebe schon einige Modelle, die im Ausland sehr erfolgreich vermarktet werden.


„Es ist sehr schwierig, Fahrzeuge zu bekommen“, kontert Rudi Seefried. Der Hendungener hat das E-Mobil-Treffen an diesem Samstag organisiert. Er erwartet etwa 15 Fahrzeuge. Die Besitzer kommen vor allem aus Unterfranken, in Kist gebe es einen „Stammtisch“, an dem sich die Liebhaber der E-Mobile regelmäßig treffen. Seefried findet es wichtig, dass Händler aus der Region vertreten sind, „wenn man sich ein Fahrzeug zulegt, sollte es doch in der Nähe zu bekommen sein“.


Rundum begeistert ist dagegen das Ehepaar Erika und Burkard Johannes. Das Sortiment sei repräsentativ für die Technik, die derzeit auf dem Markt ist. Sie finden es großartig, dass Bad Neustadt Modellstadt geworden ist. Auch wenn der elektrische Antrieb noch seine Nachteile habe – vor allem in der Bereitstellung des Stromes, dessen Produktion keineswegs CO2-neutral sei – halten die beiden die Technik am ehesten für zukunftsträchtig.


Und sie ist aufsehenerregend. Als Mitorganisator Jörg Geier in einem Vehikel zur Ausstellung rollte, das einem Messerschmitt-Kabinenroller gleicht, „waren noch nie zuvor so viele Blicke auf mich gerichtet“.


Quelle: mainpost.de