07.06.2013 | Elektromobile Forschung geht voran

Bei Versammlung des Fördervereins M-E-NES wurde weiterer Förderbescheid begrüßt

Bald wird es noch mehr Stromtankstellen in Bad Neustadt geben müssen. Etliche Forschungsprojekte zur Elektromobilität gehen jetzt an den Start.

Die Jakob-Preh-Berufsschule hat auch einen Förderbescheid aus dem Wirtschaftsministerium erhalten. In Sachen Bildung kann die Berufsschule nun ebenfalls im Rahmen der Modellstadt für Elektromobilität neue pädagogische Wege einschlagen. Bei der Jahreshauptversammlung des Fördervereins M-E-NES – Modellstadt Elektromobilität Bad Neustadt wurde ein positiver Rückblick auf das vergangene Jahr geworfen. Wohl wissend, dass die meiste Arbeit im Voranbringen der Elektromobilität von Fahrzeugen eigentlich erst losgeht.

 

Insgesamt fünf Projekte aus dem Elektromobilitäts-Antragsprogramm der Stadt sind mittlerweile mit Förderbescheiden des Wirtschaftsministeriums ausgestattet worden, stellte der Vorsitzende des Vereins M-E-NES, Dr. Hubert Büchs, im Sitzungssaal des Landratsamtes fest. „Alle bisher in Bayern erlassenen Förderbescheide für die Modellstädte und -Regionen in Sachen Elektromobilität gehen somit nach Bad Neustadt“, betonte Büchs.

 

Landrat Thomas Habermann wie auch Bürgermeister Bruno Altrichter sehen darin den Lohn für die erfolgreiche Arbeit des Projektmanagements um Sebastian Martin sowie des Technologietransferzentrums (TTZ), das seit vergangenem Jahr erfolgreich Projekte aus der Industrie mit der Wissenschaft vernetzt. Schriftführer Jörg Geier bestätigte: „Dem Projektmanagement ist es gelungen, die Anträge zur Förderung zum Erfolg zu führen.“

 

Zur Jahreshauptversammlung des Fördervereins M-E-NES waren ein großer Teil der insgesamt 87 Mitglieder erschienen. Bislang hat der Förderverein M-E-NES fünf Kaufentscheidungen von Privatpersonen für ein Elektroauto mit jeweils 250 Euro unterstützt. Neben dem Rückblick auf die Fahrzeugschauen im vergangenen Jahr sowie im April dieses Jahres galt das Hauptaugenmerk den ab sofort geförderten Projekten der Modellstadt für Elektromobilität. Mit 4,5 Millionen Euro über fünf Jahre bekommt das TTZ den größten Batzen der Förderung. Das TTZ hat darüber hinaus Projekte mit einem Gesamtvolumen von 3,5 Millionen Euro aus der Industrie nach Bad Neustadt geholt. Insgesamt arbeiten unter der Leitung von Professor Ansgar Ackva nunmehr 29 Mitarbeiter in Bad Neustadt in den Räumen der Berufsschule wie auch an der Fachhochschule in Schweinfurt und Würzburg.

 

Vom Wirtschaftsministerium wird ebenfalls ein Zukunftsprojekt der Firma FGB Steinbach aus Salz gefördert. Dieses Projekt setzt eine Kleinwindkraftanlage zum Laden eines Elektrofahrzeuges ein. Mit den daraus resultierenden Erkenntnissen soll ein neuer und wirkungsvollerer Generator entwickelt werden. Über einen Förderbescheid freut sich auch die Jopp GmbH, die im Pendleralltag Elektromobile als Pufferspeicher zum Abfangen von Stromspitzen im Alltag eines Industrieunternehmens erforschen will. „Man sollte nicht meinen, dass es einen solchen Test in Deutschland noch nicht gegeben hat“, sagte Hubert Büchs. „Hat es aber nicht.“ Ein weiteres Förderprojekt ist die Erforschung von effizienteren Akkus für Elektrofahrräder (Pedelecs), das gemeinsam mit dem Fahrradhersteller Winora und der Firma BMZ aus Aschaffenburg und dem Fraunhofer Institut in Würzburg an den Start geht.

 

Ganz neu ist der Förderbescheid an die Jakob-Preh-Berufsschule, wie Büchs betonte. Schulleiter Kurt Haßfurter freute sich, dass somit „eine Plattform geschaffen wird, die Elektromobilität in den Lehrplan von Berufsschulen einzubauen“. Die Ergebnisse aus der Jakob-Preh-Berufsschule sollen dann auf Berufsschulen in ganz Bayern übertragen werden.

 

Einen Schritt weiter geht Beisitzer Klaus Saar, der frühere Leiter der Jakob-Preh-Berufsschule. Saar will die Elektromobilität in den Lehrplan von der Mittelschule bis zum Gymnasium einfügen. Hier soll es Untersuchungen geben, wie zum Beispiel im Physikunterricht das Thema in den Fokus gerückt werden kann.

 

Quelle: Rhön- und Saalepost, Stefan Kritzer