13.11.2013 | Elektromobilität weiterdenken

Stadt will weitere Projekte angehen – Auch beim Stromspeichern neue Wege gehen

In Bad Neustadt sollen weitere Projekte im Rahmen der Elektromobilität, bzw. Energiewende angestoßen werden. So könnten neue Speichertechniken erforscht werden und die Bürger die Möglichkeit bekommen, ein Elektroauto zu testen.

Es tut sich was bei den Stadtwerken in Sachen Elektromobilität. Professor Ansgar Ackva, Chef des hiesigen Technologietransferzentrums TTZ, stellte im Werkausschuss das Projekt „NEEMO“ vor. „NEEMO“ steht für Null-Energie-Elektromobilität, dabei handelt es sich um ein Projekt des bayerischen Wirtschaftsministeriums. Dabei geht es um die Erzeugung, Speichermöglichkeiten und die Nutzung von Strom.

 

Möglicherweise könnten Batterien der Zukunft in einzelnen Wohnhäusern installiert werden, um den benötigten Stromverbrauch selbstständig zu sichern, eventuell könnten solche Anlagen auch für ganze Straßenzüge aufgestellt werden. Weil ohne Nutzen für Bad Neustadt das gesamte Projekt sinnlos wäre, so Professor Ackva, müssten zunächst Auswirkungen für die Stadtwerke eruiert werden. Der Professor nannte eventuelle Partner in der Region. Die Kosten des Projekts bezifferte er derzeit mit circa 2,2 Millionen Euro. Auf Bad Neustadt kämen bei einer Beteiligung rund 180.000 Euro zu.Bei einer Förderung, größtenteils für das benötigte Personal und zu 50 Prozent, verblieben noch 90.000 Euro, die von Bad Neustadt geschultert werden müssten.

 

„Wir sollten uns umgehend auf Partnersuche begeben und einen entsprechenden Förderantrag stellen“, befand Bürgermeister Bruno Altrichter, damit schon im März kommenden Jahres mit der Forschung begonnen werden könne. Ein Beschluss wurde zwar nicht explizit gefasst, jedoch signalisierte das Gremium geschlossene Zustimmung.

 

Der nächste Punkt auf der Tagesordnung befasste sich mit einem möglichen Konzept für ein Bürger-E-Mobil. Dabei handelt es sich um einen besonderen Service für die Bürger, wie Ulrich Leber, technischer Leiter der Stadtwerke Bad Neustadt, erläuterte. Interessierte Bürger sollen die Möglichkeit erhalten, ohne Anbindung an einen Autohändler ein elektrisch betriebenes Fahrzeug über einen gewissen Zeitraum unverbindlich testen zu können.

 

Lademöglichkeiten gibt es bei den Stadtwerken, in deren Händen auch Verwaltung und Organisation liegen. So ein Projekt passe sehr gut zur Ausrichtung einer Elektromobilstadt wie Bad Neustadt, urteilte der Bürgermeister. Er berichtete von bereits durchgeführten Testfahrten auf den Kreuzberg: „Wir waren flott unterwegs.“ Auch dieses Projekt könnte schon im zeitigen Frühjahr beginnen.

 

Zwar ist das städtische Personal schon des längeren mit elektrisch betriebenen Fahrzeugen unterwegs, doch soll eines mit bereits veralteter Technik bei relativ geringer Reichweite ausgemustert und dafür ein neues Elektrofahrzeug für die Stadtwerke angeschafft werden. Die Kosten bezifferte Leber mit 20.000 bis 25.000 Euro zuzüglich einer monatlichen Miete für die Batterie von circa 67 Euro. Auch hier war kein Beschluss nötig, die notwendigen Kosten sollen in den nächsten Haushaltsetat mit aufgenommen werden.

 

Eine Information betraf die nächste Elektromobilfahrzeugschau am 10./11. Mai kommenden Jahres in Bad Neustadt, in deren Rahmen auch das Statusseminar der Modellregionen anvisiert sei. Im Gegensatz zu den anderen vorwiegend „tourismusgetriebenen“ Modellstädten hat sich Bad Neustadt auf die Industrie hin ausgerichtet, kommentierte Leber dazu.

 

Der letzte Punkt im öffentlichen Teil befasste sich mit dem Löhriether Tal, einem höchst sensiblen Landschaftsbereich zur Gewinnung des städtischen Trinkwassers. Die Neu-Ausweisung als Trinkwasserschutzgebiet wurde bereits im Dezember 2009 neu beantragt und im September 2011 nochmals überarbeitet. Nach Anhörung und Auswertung von Trägern öffentlicher Belange erfolgte im letzten Jahr eine Prüfung mit öffentlicher Auslegung. Am Donnerstag, 5. Dezember, beginnt nun im großen Sitzungssaal im Landratsamt Rhön-Grabfeld um 14 Uhr ein erneuter Erörterungstermin.

 

 

Quelle: Rhön- und Saalepost, Gerlinde Partl