03.02.2012Erst die Ausbildung, dann die Batterie

Aus- und Fortbildung soll Alleinstellungsmerkmal bei Elektromobilität sein

Es ist nicht nur die tolle Batterie oder der Elektroflitzer, der Elektromobilität ausmacht. Auch wenn bei diesem Thema jeder gleich gerade davon spricht, so Bürgermeister Bruno Altrichter im Stadtrat. Dort beschäftigten sich die Mandatsträger auf Antrag der CSU-Fraktion mit einem Bildungscampus für Elektromobilität in der Projektstadt Bad Neustadt.


Und genau diese Bildung, oder besser Ausbildung, bildet die Grundlage für die entsprechenden Entwicklungen in der Elektromobilität. Damit soll sich Bad Neustadt profilieren. Da waren sich alle Stadträte einig. Besonders nachdem Klaus Saar, der ehemalige Leiter der Jakob-Preh-Berufsschule, dem Gremium vorgestellt hatte, wie er sich ein entsprechendes Konzept vorstellt.


Ausgehend davon, dass es kaum tiefergehendes Wissen über das Thema Elektromobilität gibt, und wenn dann auf völlig verschiedenem Niveau, setzt er auf die Vernetzung der verschiedenen Bildungsstufen.

Ihm schwebt ein durchgängiges System vor, das bereits in allen Schultypen Elektromobilität zum Unterrichtsthema macht, das Orientierungshilfe bei der Berufswahl gibt, Berufstätige in diesem Thema weiterbildet, und auch bei der Höherqualifizierung eine Rolle spielt – etwa bei der Meisterausbildung.

Bereits heute würden Teilaspekte der Elektromobilität in vielen Ausbildungsberufen gelehrt, etwa bei den Elektronikern und Mechatronikern. Darauf könne man aufbauen.


Im Lauf der Diskussion kristallisierte sich dann heraus, was Karl Breitenbücher mit dem Wort Alleinstellungsmerkmal zusammenfasste. Bad Neustadt müsse als Modellstadt für Elektromobilität gerade auf das Thema Ausbildung setzen, darauf, die Grundlagen zu schaffen für die praktische Umsetzung. Ein Vorbild war bei dieser Idee auch ein wenig der Schulsprengel der Schneidmechaniker ander Berufsschule. Dort werden Spezialisten für den gesamten deutschsprachigen Raum ausgebildet.


Klar ist aus der Sicht des Bürgermeisters, dass so etwas von der Stadt nicht allein geleistet werden kann. Die Stadt könne definieren, wo es hingehen soll, könne die Notwendigkeit eines derartigen Lehrstandorts vermitteln und deutlich machen, dass Fachleute notwendig sind, und dass die idealerweise aus Bad Neustadt kommen. Doch einen entsprechenden Lehrplan beispielsweise könne die Stadt natürlich nicht selbst einführen.


Aus der Sicht von Bürgermeister Bruno Altrichter, und da gaben ihm alle im Gremium recht, geht es nun darum zusammen mit dem Landkreis, der ja der Träger der Schulen in der Franz-Marschall-Straße ist, die Möglichkeiten auszuloten und den Staat von der Notwendigkeit zu überzeugen. Ziel soll eine weitreichende Bildungseinrichtung für das Thema Elektromobilität sein. Die Fachleute sollen sich in Bad Neustadt qualifizieren, sodass die Stadt nachhaltig davon profitiert.


Wie Breitenbücher sieht Norbert Klein darin sogar so etwas wie Wirtschaftsförderung für die Region. Wer hier ausgebildet werde bleibe auch gerne hier. Aus seiner Sicht sollte aber auch geklärt werden, ob es in Bad Neustadt die entsprechenden Räume und Gebäude gibt. Dazu stellt Saar fest, dass für den Anfang die Schulen in der Franz-Marschall-Straße dafür geeignet seien. Auf lange Sicht braucht es für ihn aber einen Ort mit entsprechender Wirkung nach außen, einen Ort für Schulungen und Symposien zum Thema Elektromobilität. Das sei im Bestand kaum möglich.


„Am Anfang steht die Struktur des Wissens“ sagt Klaus Saar und Norbert Klein sagt: „Wir haben die Chance, die Ersten zu sein.“


Quelle: mainpost.de