Geräuschlos Autofahren

130-mal wurden seit März bei den Stadtwerken Bürger-E-Mobile gebucht

Auch Hybrid: Nicht nur reine Elektroautos kann man bei den Stadtwerken buchen, auch ein Hybrid-Auto, das hier der technische Leiter der Stadtwerke, Ulrich Leber präsentiert, ist im Angebot. Foto: Hubert Herbert

Es war offensichtlich eine gute Idee, bei den Stadtwerken in Bad Neustadt Elektroautos zur Verfügung zu stellen, die Interessierte ausleihen können, um die andere Fahrweise kennenlernen können, die ein E-Auto bietet. Die Fahrzeuge dafür haben Autohändler aus Bad Neustadt und Umgebung zur Verfügung gestellt, erklärt der technische Leiter der Stadtwerke, Ulrich Leber.

Die Überlegung, als Modellstadt für Elektromobilität so etwas anzubieten, komme gut an. Ziel war es, mit dem so genannten Bürger-E-Mobil E-Mobilität begreifbar zu machen – und zwar kostenlos und unbürokratisch. Seit Ende März, seit Projektbeginn, gab es schon über 130 Buchungen dieser E-Autos, so Leber. Großes Interesse also. Für einen Vor- oder Nachmittag, über Nacht oder sogar übers Wochenende kann man ein Elektro-Auto bei den Stadtwerken buchen. Zeit genug also, die andere, nahezu geräuschlose Art des Autofahrens kennenzulernen.

Und das auch noch umsonst. denn wie Leber erklärt, stellen die Autofirmen die Fahrzeuge umsonst zur Verfügung. Sogar der Strom ist umsonst. Den stellen die Stadtwerke zur Verfügung. Nur wenn ein Auto über Nacht oder über das Wochenende ausgeliehen wird, muss der Wagen am nächsten Morgen oder Montagfrüh vollgeladen zurückgebracht werden. Und das auch nur deshalb, weil sonst nicht genügend Zeit bleibt zum Aufladen, wenn gleich danach jemand anders das Auto gebucht hat.

Noch bis September steht alle zwei Wochen ein anderes Auto bei den Stadtwerken bereit – vom Kleinwagen bis zum Transporter. In der Regel, so die Erfahrung, fahren die Leute so 40 bis 50 Kilometer mit den E-Fahrzeugen, sagt Leber. Wenn es mehr als 50 Kilometer werden, dann allerdings müssen sich die Probefahrer an den Kosten beteiligen. Da fallen dann 50 Cent pro Kilometer als Unkostenbeitrag an.

Einen speziellen Elektroauto-Typ gibt es bei den Testern nicht, beantwortet Leber eine entsprechende Frage. Es kommen Junge und Alte, Frauen und Männer. Aber es gibt völlig unterschiedliche Herangehensweisen an die Testfahrten. Manchen reicht eine halbe Stunde, nur um mal das Elektro-Fahrgefühl kennenzulernen. Am liebsten natürlich mit den jeweils neuesten Elektroautos auf dem Markt. Andere, so Leber, machen fast schon Feldversuche. Sie buchen unterschiedliche Wagen, um genau herauszufinden, wo die jeweiligen Vor- und Nachteile liegen.

Allen aber ist offensichtlich gemein, dass sie vom Fahren mit den Elektroautos begeistert sind. So jedenfalls seien die Reaktionen der Tester fast immer nach der Fahrt ausgefallen. die waren fast alle beeindruckt von der anderen Fahrweise. Das hätten auch Rückmeldungen der Autofirmen bestätigt. Die berichteten, dass es bei ihnen einige Anfragen von Leuten gab, die zuvor eine Testfahrt bei den Stadtwerken gemacht hatten. Denn eine Verkaufsberatung bieten die Stadtwerke für die ausgeliehenen Fahrzeuge natürlich nicht.

Interessant ist das Projekt Bürger-E-Mobil auch für das Institut für angewandte Logistik der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt. Die bittet nämlich diejenigen, die sich bei den Stadtwerken ein E-Mobil ausgeliehen haben, um die Beantwortung einiger Fragen auf einem Fragebogen. Unter anderem, wofür sie das Auto genutzt haben, wie sie vom Bürger-E-Mobil erfahren haben oder wie hoch sie die Anzahle der Fahrten schätzen, die sie mit einem Elektroauto zurücklegen könnten. die Auswertung erfolgt nach dem Ende des Projekts.

Wer sich für das Ausleihen eines E-Autos interessiert, kann sich bei den Stadtwerken erkundigen, wann welches Fahrzeug zur Verfügung steht und einen Termin buchen unter, Tel. (0 97 71) 6 22 00.

 

Quelle Mainpost, Hubert Herbert