02.10.2012 |Grabfeld-Tour mit dem Elektro-Ei

Was der Renault Twizy kann – und was nicht

„Ist das überhaupt ein richtiges Auto? Fährt der wirklich nur mit Strom? Was kostet der denn?“ Neugierig stehen die jungen Männer vor dem vor dem auf einem Supermarkt-Parkplatz abgestellten E-Mobil und stellen dem Fahrer eine Frage nach der anderen. Kontaktfreudig sollte der Halter eines Renault Twizy also sein und immer etwas Zeit mitbringen, wenn er mit dem französischen Elektro-Ei zum Einkaufen fährt.

Doch was braucht es noch, um mit dem kleinen Franzosen glücklich zu werden? Zunächst einmal eine funktionstüchtige Außensteckdose, an der das E-Mobil in knapp drei Stunden aufgeladen wird, wenn der Akku leergefahren ist. Und das ist relativ schnell der Fall, denn viel weiter als 80 Kilometer kommt der Twizy selbst bei gemäßigter Fahrweise nicht. Bei flotter Fahrweise reicht der Strom sogar nur für 60 Kilometer.

Immerhin: Das reicht, um nicht nur Stadtfahrten zu unternehmen, sondern auch zu kleineren Ausflügen durch das Grabfeld aufzubrechen. Durch den schönen Milzgrund zum Beispiel bis ins Thüringische hinein oder über den Sambachshof und Sulzfeld bis zum Ellertshäuser See. Von Bad Königshofen nach Bad Neustadt und zurück reicht der Strom auch dann, wenn man den Galgenberg bei Saal mit Vollgas „hinaufbrettert“, was dann beachtliche 75 Stundenkilometer bedeutet.

Dass im Twizy hinter dem Piloten, der erstaunlich viel Bewegungsfreiheit hat, auch noch ein Mitfahrer Platz findet, glaubt man erst, wenn man es ausprobiert hat. Tatsächlich sitzt auch der Sozius recht gut, sofern er nicht größer als 1,80 Meter ist. Großeinkäufe oder Gepäcktransporte sind dann allerdings tabu, denn der Beifahrersitz ist gleichzeitig auch der Kofferraum des Elekromobils. In den passt allerdings deutlich mehr hinein als eine Kiste Bier, wie es in einem Online-Testbericht behauptet wird. Es sind mindestens drei.

Gute Straßenlage

Die Straßenlage des 18 PS starken Twizy, der eigentlich ein Quad ist und in seiner Standardausführung ohne Seitenscheiben ausgeliefert wird, ist überraschend gut. Dafür müssen bei unebener Fahrbahn kräftige Stöße im Kreuz in Kauf genommen werden, was . Auch die Sicherheit kommt wegen der fehlenden Knautschzone trotz Sicherheitsgurten nicht an ein „normales“ Auto heran.

Unschlagbar ist der Elektro-Flitzer dagegen bei den Unterhaltungskosten. 1,50 bis zwei Euro kostet eine Batterieladung. Selbst eine Ein-Liter-Auto könnte da nur schwer mithalten – wenn es auf dem Markt überhaupt eines gäbe.

 

Quelle: Mainpost