15.05.2012 Hans-Josef Fell: „Windpark besser als der Tagebau“

Der Abgeordnete lobt Bürgergenossenschaften, die Windkraftanlagen bauen

Fahren ohne Benzin: Gleich mehrere stromangetriebene Automodelle gab es auf dem BSH-Gelände zu bewundern.

Was gibt es Neues auf dem Gebiet erneuerbare Energien, wie laufen die neuen Kleinwindräder und wie fahren sich Elektroautos und E-Bikes? Diese und viele weitere Fragen konnten am Sonntag geklärt werden, denn die Firma BSH-Zentrum für erneuerbare Energien hatte innerhalb der „Woche der Sonne“ zum Infotag und gleichzeitig zur Inbetriebnahme der neuen Lagerhalle eingeladen.

Die Woche der Sonne ist seit 2007 die größte Solarkampagne in Deutschland, organisiert vom Bundesverband Solarwirtschaft e.V.. Mit einer Begrüßung am Vormittag durch Bürgermeister Thomas Helbling startete das BSH-Team in den Infotag. Am frühen Nachmittag sprach der stellvertretende Landrat Kurt Mauer ein Grußwort und ging auch auf die von Umweltminister Röttgen veranlasste Kürzung der Einspeisevergütung für Strom aus Photovoltaikanlagen ein, die ein Vierteljahr früher als geplant kommen sollte. „Wenn die Politik die Energiewende beschlossen hat, müssen auch die Rahmenbedingungen für die Umsetzung stimmen“, forderte Mauer. Auch Hans-Josef Fell (MdB Bündnis 90/Die Grünen) gratulierte zur Inbetriebnahme der neuen Halle und widerlegte in seinem Vortrag viele der gängigen Aussagen gegen die erneuerbaren Energien, die einfach überholt seien. Die Branche habe sich längst als Jobmotor erwiesen, 380 000 neue Arbeitsplätze seien entstanden. Bis 2030 könnte der Umstieg von fossilen auf erneuerbare Energien ganz vollzogen sein, wenn die Politik entsprechend handelt, führte er aus. Auch nach Abschaltung heimischer Atomkraftwerke bliebe Deutschland Stromexporteur, habe die Praxis gezeigt. Besonders scharf griff Fell den RWE-Chef Jürgen Großmann an, der die Strompreiserhöhungen mit den Einspeisevergütungen für Strom aus erneuerbaren Energien begründe. In Wirklichkeit würden die immer knapper und teurer werdenden fossilen Energieträger den Preis nach oben treiben, dazu komme das Gewinnstreben der Konzerne. Die Erneuerbaren würden dagegen immer preiswerter, weil Wind und Sonne nichts kosten. Fell lobte Bürgergenossenschaften, die gemeinsam Windkraftanlagen bauen. Allen, die sich Sorgen machen wegen der angeblichen „Verschandlung der Landschaft“ riet er, sich einen Braunkohlentagebau anzuschauen, wo ganze Dörfer weggebaggert werden und quadratkilometergroße Löcher entstehen. Ein Energiemix - Strom und Wärme aus Sonne, Wind, Erdwärme, Wasser und Biomasse - das sei die Zukunft.

Fell riet allen, sich so schnell wie möglich aus dem alten System zu befreien, wie es das Kloster Münsterschwarzach schon vorgemacht habe. „Packen wir's an - es ist möglich!“

 

Quelle: Mainpost