12.05.2014 | Im Zeichen der erneuerbaren Energien

Istanbul-Fahrt der FOS/BOS Bad Neustadt – Auch E-Mobilität ein Thema beim Austausch

Hart am Wind: Nicht vor den sich seit kurzem nahe Reichenbach drehenden Windrädern, sondern beim Besuch eines türkischen Windparks nahe Istanbul stellte sich die Bad Neustädter Comenius-Delegation zum Erinnerungsbild mit (von links) Lehrer Christian Dahl, Maria Töpfer, Guido Jarosch, Lehrerin Lena Hegel, Lukas Keßler, Ida Käß, Esra Müller, Julian Radina, Jakob Zimmermann, Damian Amat-Marwi, Felix Neumann und dem stellvertretenden Schulleiter Wolf-Dieter Möller.

fos/jb) Zum zweiten Mal auf Reisen in diesem Schuljahr war die Bad Neustädter Fach- und Berufsoberschule vor Ostern. Diesmal besuchten die Saalestädter im Rahmen des Comenius-Projektes die türkische 18-Millionen-Metropole Istanbul, um dort mit den spanischen und türkischen Partner-Schulen an dem von der Europäischen Union geförderten gemeinsamen Projekt über erneuerbare Energien und Elektromobilität weiterzuarbeiten.

Im Mittelpunkt des rund einwöchigen Austausches standen diese beiden Technikbereiche und deren Umsetzung in den verschiedenen Partnerländern. Gleichzeitig sollte aber auch der kulturelle Austausch nicht zu kurz kommen.

Das Projekt, das sich über zwei Schuljahre erstreckt, hinterfragt, wie erneuerbare Energien bei unterschiedlichen klimatischen Bedingungen genutzt werden können. Gleichzeitig sollen dazu die Wirtschaftlichkeit und die Akzeptanz dieser Energieformen in der Bevölkerung der jeweiligen Länder beleuchtet werden. Ein Augenmerk liegt dabei auch auf der Frage, inwieweit Elektromobilität als zukunftsfähig eingeschätzt wird.

Das inzwischen dritte und damit abschließende Treffen der drei Partnerschulen im diesmal gastgebenden Istanbul wurde nun vor allem dazu genutzt, die Ergebnisse der Projektarbeit zusammenzutragen. Neben verschiedenen technischen und wirtschaftlichen Bedingungen für erneuerbare Energien wurden dabei die Auswertungen einer gemeinsamen Umfrage präsentiert. Diese zeigt, inwieweit Geothermie, Windkraft, Biogas, Photovoltaik und Solarenergie, aber auch Elektrofahrzeuge bereits genutzt und welche Zukunftschancen in den regenerativen Energien gesehen werden. Befragt wurden insgesamt über tausend Personen in allen drei Partnerländern.

Als wenig überraschendes Ergebnis kam einerseits heraus, dass die Verbreitung von Elektroautos momentan noch sehr gering ist. In Bad Neustadt und in Granada gaben nur ein Prozent der Befragten an, über ein Elektroauto zu verfügen, in Istanbul kein einziger. Trotzdem zogen die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler das Fazit, dass die verschiedenen regenerativen Energiequellen in allen drei Ländern als sehr zukunftsfähig eingeschätzt werden.

Neben dem wissenschaftlichen Aspekt beeindruckte das Comenius-Projekt die Teilnehmer aber vor allem auch durch seine kulturelle Vielfalt und die herausragende Gastfreundschaft, die die Bad Neustädter Delegation in Granada und in Istanbul erfahren hat. Zurückgekehrt in Rhöner Gefilde konnten sich die Schülerinnen und Schüler jedoch nicht allzu lange an den durchweg positiven Eindrücken erfreuen, denn der Schulalltag stellt den Großteil vor die nächste große Herausforderung: Bereits in wenigen Tagen werden sie ihre schriftlichen Abschlussprüfungen absolvieren.

Begonnen hatte das Comenius-Projekt im Februar 2012. Hier waren beim ersten Treffen der drei beteiligten Schulen die Vertreter aus Granada und Istanbul in Bad Neustadt zu Gast. Dieses Treffen hatte die Fach- und Berufsoberschule Bad Neustadt als koordinierende Stelle veranstaltet. Im November 2013 folgte die Fahrt ins spanische Granada, zum „Institute Hermenegildo Lanz“, einer spanischen Berufsschule. Mit dem Treffen in Istanbul hat die Comenius-Reihe 2012/2014 nun ihren Abschluss in der Türkei gefunden.