12.02.2012Mit dem E-Mobil zur Krankenpflege

FH-Studenten präsentieren Ergebnis ihrer Untersuchung zur
E-Logistik in Bad Neustadt

Eine zentrale Logistik, also die Verteilung von Waren, ist derzeit in Bad Neustadt mit elektrischen Fahrzeugen nicht möglich. Essen auf Rädern oder ein ambulanter Pflegedienst mit E-Mobilen dagegen schon. Das ist grob zusammengefasst das Ergebnis einer Projektarbeit von Betriebswirtschaftsstudenten der FH Würzburg-Schweinfurt, das sie im großen Sitzungssaal des Landratsamtes vorstellten.


Im Ende Oktober angelaufene Projekt untersuchten zehn Studenten, ob es möglich ist, in der Modellstadt für Elektromobilität mit E-Fahrzeugen für Ver- und Entsorgen der Geschäfte zu sorgen – den Aufbau einer zentralen E-Citylogistik. Auch wenn sich dann zeigte, dass das derzeit nicht möglich ist, Interesse daran gab es in Bad Neustadt schon, wie Thomas Fleckenstein und Kai Schneider erklärten, die den Abschlussbericht präsentierten. Allein schon die Beteiligung an der Umfrage – 39 Einzelhändler und acht Gastronomen – sei ungewöhnlich gut gewesen.


Davon hätten sich dann sogar 80 Prozent aufgeschlossen gezeigt für ein Logistik-System mit E-Mobilen. Ein gutes Zeichen, wie schon Ulrich Leber, technischer Leiter der Stadtwerke Bad Neustadt, zu Beginn der Präsentation festgestellt hatte. Allerdings, so Fleckenstein und Schneider, habe sich auch gezeigt, dass viele Geschäftsleute in Bad Neustadt mit dem jetzigen System ohne Elektrofahrzeuge zufrieden sind und keinen Handlungsbedarf sehen.


Als dann bei der Befragung beim Großhändler GroMa klar wurde, dass es zum Einen keine Elektrofahrzeuge gibt, die groß genug wären, und dass zum Zweiten die Energie für Tiefkühlwaren nicht reichen würde, machten sich die Studenten daran, ein neues Projektziel zu definieren. Sie fragten sich, ob es möglich wäre, soziale Dienste mit Elektro-Fahrzeugen auszurüsten.

Sie kamen zum Ergebnis, dass für den ambulanten Pflegedienst bereits jetzt kleine Elektroautos auf dem Markt sind, etwa ein 17 000 Euro teures Auto der smiles AG, die alle Anforderungen für die ambulante Pflege erfüllen. 80 Kilometer pro Tag, wie sie etwa beim BRK gebraucht würden, seien damit ohne Probleme möglich.


Ähnlich sieht es bei Essen auf Rädern aus. So sei beispielsweise der Renault Kangoo ZE geeignet, mittags für Essen auf Rädern eingesetzt zu werden, morgens für den Transport von Schülern und nachmittags dann wieder für den Personentransport. Die Studenten haben berechnet, dass sich ein derartiges Auto bei einer Jahreskilometerleistung von 28 500 Kilometern rechnet.


Einig waren sich die Studenten mit ihrem Professor Ulrich Müller-Steinfahrt und mit Bad Neustadts Bürgermeister Bruno Altrichter, dass bei größerer Leistungsfähigkeit der E-Mobile auch das Thema Versorgung der Geschäfte wieder aufgenommen werden könnte. Auch eine elektrischer Variante von Nessi können sie sich vorstellen. Insgesamt, so Altrichter, mache die Untersuchung viele gute Ansätze deutlich.


Quelle: mainpost.de