26.04.2013 | Mobile Stromer aus 100 Jahren

Fahrzeugschau für Elektromobilität am 27. und 28. April in Bad Neustadt

Der Count-Down läuft, die Vorbereitungen sind soweit abgeschlossen nun wird nur noch auf einen gnädigen Wettergott gehofft, der am Wochenende einen passenden Rahmen für die dritte Fahrzeugschau für Elektromobilität schafft. Gegenüber dem Vorjahr ist das Ausstellungsgelände noch einmal verdoppelt worden und es sind eine Reihe von Fahrzeugen hinzugekommen, nicht nur Neuentwicklungen, sondern als besondere Attraktion ein Oldtimer aus dem Jahre 1912, der mit Strom betrieben wird.

Der Columbia Electric soll einer der letzten fahrtüchtigen Modelle aus einer Zeit sein, als Elektromobile unter der recht kleinen Schar an Automobilisten noch die Mehrheit bildete. Die „Strom-Schnauferl“ sollen in der Bedienung wesentlich komfortabler als ihre mit Verbrennungsmotoren ausgerüstete Konkurrenz gewesen sein, erzählt Projektmanager und Hauptorganisator Sebastian Martin. Die Handhabung sei so kompliziert gewesen, dass die Besitzer gewöhnlich Chauffeure gebraucht haben. Erst durch Henry Fords Entwicklungen wurde das E-Mobil, das eine Reichweite von 500 Kilometer gehabt haben soll, für Jahrzehnte von der Straße verdrängt.

Die Nachfahren der Elektropioniere zeigen bei der Fahrzeugschau, dass die einst weit verbreitete Fortbewegungsmethode jetzt wieder up to date wird.

Rund 30 Aussteller präsentieren nach der Eröffnung durch Wirtschaftsminister Martin Zeil nahezu das gesamte Spektrum an Fahrzeugen, die derzeit unter Strom stehen. Die Palette reicht vom zweirädrigen Segway über einen ganzen Fuhrpark an E-Bikes und den Cityflitzer Twizy bis hin zur Familienlimousine, Transporter und der Edelkarosse Fisker. Sogar Deutschlandpremieren kündigen Fahrzeughändler namhafter Marken an. Mercedes, Ford, Nissan, Renault und Toyota sind mit ihren neuesten Entwicklungen vertreten. Der Renner im Vorjahr, der Parcours mit den kleinen Twizys, ist auch wieder aufgebaut. Darüber hinaus können Elektromotorräder und -fahrräder ausgiebig getestet werden.

Und dann gibt es noch ein Ausstellungsstück, das bei manchem nostalgische Gefühle auslösen kann. Die legendäre „Schwalbe“ aus der Suhler Simson-Produktion hat es einem Bastler offensichtlich angetan. Er verpasste dem ansonsten zwei-taktig knatternden Zweirad einen Elektromotor und kann nun geräusch- und gestanklos seiner Leidenschaft nachgehen.

Darüber hinaus werden die Besucher über verschiedenste Aspekte der Elektromobilität informiert. Die Jakob-Preh-Berufsschule und die FOS Bad Neustadt informieren an ihren Ständen über Ausbildungsmöglichkeiten in der Elektromobilität. Forschung und Entwicklung rund um die umweltfreundliche Fortbewegungsweise präsentieren die Unternehmen Jopp und Preh sowie das Kunststoff-Zentrum SKZ und die Firma emotor. Die Zoz-Group rundet das Informationsangebot mit der Präsentation von Innovationen rund um Leichtbauwerkstoffe und Akkus ab. Wie die elektromobile Renn-Zukunft aussieht, zeigen wieder die Formula Student-Teams aus Bayreuth und Ilmenau. Die Initiative „Lautlos durch Deutschland“ informiert über den Ein- und Umstieg auf die Elektromobilität.

Höhepunkt ist die E-mobil-Staffelfahrt, die in Kitzingen beginnt und zu der sich bereits 50 Fahrzeuge mit viel Prominenz angemeldet haben: Mit von der Partie sind mehrere Weinköniginnen, ein Pfarrer, Bundestagsabgeordnete jeglicher Couleur reihen sich ein, Landräte und zahlreiche Bürgermeister schließen sich dem Tross an, der gegen 15.30 Uhr in Bad Neustadt eintreffen wird.

Zum Thema Elektromobilität passend wird am Sonntag, 28. April, um 11 Uhr der Film „Leben mit der Energiewende“ im Starlight-Kino in der Meiniger Straße gezeigt. Nach dem Film steht der Journalist und Regisseur Frank Farenski aus Berlin auch für Fragen bereit und wird dabei untermauern, dass die Energiewende nicht so teuer wird, wie Kritiker befürchten sondern vielmehr systematisch von Gegnern torpediert werde.

Eingeleitet wird die Veranstaltung auf dem Festplatz am Freitag, um 19 Uhr mit einer Podiumsdiskussion und Vorträgen über die Bedeutung der Elektromobilität auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt. Gerade Bad Neustadt nimmt mit mehreren Ausbildungs- und Forschungseinrichtungen eine federführende Rolle in dem Bereich ein und hat sich durch seine Aktivitäten in der Szene bereits einen Namen gemacht.


Quelle: Mainpost - Eckhard Heise