08.03.2013 | Neue Wege in die Innenstadt

E-Mobil-Konzept befasst sich mit alternativen Transportmitteln für Güterverkehr

Ideen für die Modellstadt: Wie kann der Lieferverkehr in die Innenstadt reduziert und nach Möglichkeit elektrifiziert werden, fragen sich (von links) Bürgermeister Bruno Altrichter, Rebekka Bilke, Sebastian Martin, Jörg Geier und Landrat Thomas Habermann.

Jeder braucht sie, empfindet sie aber irgendwie als Belästigung: Die Paketdienste. Gerade in Bad Neustadts Innenstadt häufen sich die Fahrzeuge und fallen oft genug durch rücksichtsloses Halten auf Gehwegen und Fahrbahnen auf.

Dem will nun ein Projekt des Technologietransferzentrums entgegentreten. Mit Hilfe eines alternativen Transportkonzepts soll Lieferverkehr soweit wie möglich aus der Innenstadt gebannt werden - und Bad Neustadt eine Vorreiterrolle einnehmen.

Umweltfreundlich liefern

Rebekka Bilke, wissenschaftliche Mitarbeiterin am TTZ, stellte das „Konzept für eine umweltfreundliche Versorgung der Innenstadt“ vor. Als Ziel schwebt ihr vor, dass der Lieferverkehr gebündelt und möglichst durch ein Elektrofahrzeug ersetzt wird. In welcher Form das stattfindet und wer diese Aufgabe übernimmt, sei noch vollkommen offen. Fest stehe jedoch, dass eine Vielzahl von Fahrzeugen für An- und Abtransport in der Innenstadt verkehren und dort Parkraum besetzen oder Fußgängerhindernisse darstellen. Darüber hinaus bringen sie Lärm und Abgase in die Stadt, der durch alternative Transportmittel vermieden werden könnte. Dazu will die Mitarbeiterin ein Konzept ausarbeiten, das den Nutzen für die Stadt und die Unternehmen herausstellt.

In der ersten Phase will sie die Gewerbebetriebe der Stadt und die Logistikunternehmen nach den Liefergewohnheiten befragen. Dabei sollen die Betriebe in der gesamten Stadt berücksichtigt werden. Rund 80 Unternehmen werden eingebunden, um den Paketverkehr zu erfassen. Die Befragung soll voraussichtlich nach Ostern beginnen.

Nach der Auswertung sollen im nächsten Schritt konkrete Konzepte ausgearbeitet und Partner gesucht werden. Erste Überlegung in dieser Richtung ziehen beispielsweise den öffentlichen Nahverkehr mit ein. Transport per Fahrrad oder E-Mobil sind denkbar sowie die Bündelung der Lieferungen. Neben einem Umweltaspekt sieht die Wissenschaftlerin wirtschaftliche Vorteile für die Betriebe und einen Imagegewinn.

Bad Neustadt als Vorreiter

Besonders den letzten Aspekt heben Bürgermeister Bruno Altrichter und Landrat Thomas Habermann hervor. Bad Neustadt könnte eine Vorreiterrolle spielen, zumal, wie Projektmanager Sebastian Martin und Jörg Geier von der Wirtschaftsförderung des Landratsamts bestätigen, noch keine Stadt von der Größenordnung Bad Neustadts Ähnliches vorweisen kann.

Habermann kann sich außerdem vorstellen, dass es staatliche Anreize zur Umsetzung des Konzepts geben könnte. Und nicht zuletzt könne es reizvoll sein, Ideen zu entwickeln, wie der Lieferverkehr ersetzt werden kann.

 

Quelle: Mainpost, Eckhard Heise