18.02.2013 | Plädoyer für die Energiewende

Hubert Aiwanger informiert sich in Bad Neustadt über das Technologie-Transfer-Zentrum

Von Würzburg kommend setzte der Bundes- und Landesvorsitzende der Freien Wähler, Hubert Aiwanger, seine Informationsreise durch Unterfranken in Bad Neustadt fort. In Begleitung von seinem Fraktionskollegen Günther Felbinger, MdL, besuchte er die Jakob-Preh-Berufsschule, wo er mit Landrat Thomas Habermann, Bürgermeister Bruno Altrichter, Hausherr Kurt Haßfurter und weiteren Gästen von Prof. Ansgar Ackva über das Technologie-Transfer-Zentrum Elektromobilität (TTZ-EMO) der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt informiert wurde. 

Das TTZ, dessen Einrichtung durch die Ernennung Bad Neustadts zur Modellstadt Elektromobilität möglich wurde, sei in der Berufsschule gut aufgenommen worden und hat bisher vier Räume angemietet. Praxisbezogene Forschung und Entwicklung, Ausbildung und Transfer sind die Schwerpunkte, berichtete Ackva, der auch die aktuellen Themen und Arbeitsgruppen sowie die Aufträge von den Firmen kurz darstellte. Dabei geht es um interessante Themen aus den Bereichen Energiemanagement, Batteriemanagement und die Verbesserung von Abläufen. Vertraglich vereinbarte Forschungs- und Entwicklungskonzepte, mit denen das TTZ beauftragt wird, tragen zur Finanzierung bei. Ziel sei es, sich binnen fünf Jahren selbst zu finanzieren, trug der Professor vor.

Hubert Aiwanger fragte, ob es nicht besser wäre, die staatliche Förderung auf zehn Jahre zu verlängern, bevor das TTZ „ins kalte Wassergeworfen wird“. Er plädierte für den dezentralen Ausbau der erneuerbaren Energien und gegen die drastische Änderung des EEG (Erneuerbare Energien-Gesetz). Milliarden an Fördergeldern seien in die Atomindustrie geflossen – kein Vergleich zu den Subventionen für die Erneuerbaren Energien. Die Politik sollte den Menschen vor Ort den nötigen Handlungsspielraum lassen. „Wir wollen nur so viel Zentralistik wie unbedingt nötig“. Man müsse nicht alles auf die aufwendigen Trassen von Nord nach Süd schieben, warum solle man Strom aus der Nordsee beziehen, wenn man ihn selbst vor Ort erzeugen kann? Er schlug die Bildung eines Energieministeriums vor, damit die Entwicklung besser koordiniert werden kann. Dr. Jörg Geier vom Landratsamt berichtete über mangelnde Transparenz und Abstimmung der Regionen, Ulrich Leber als Vertreter der Stadtwerke Bad Neustadt sprach die Speichermöglichkeiten, Netzaufbau und Netzstabilität an und verwies auf die Bedeutung von spezifisch ausgebildetem Personal. Das sei nicht nur für die Firmen sehr wichtig, sondern auch für Privatleute, beispielsweise wenn ein Elektrofahrzeug in einen Unfall verwickelt werde. Sebastian Martin, Projektmanager für Elektromobilität in Bad Neustadt, berichtete von der Zusammenarbeit von TTZ, Projektmanagement und dem Förderverein für Elektromobilität M-E-NES. 

Man sollte den ländlichen Raum nicht unterschätzen, sagte Aiwanger in seinem Schlusswort. Die Unterstützung des ländlichen Raumes sei eines der wichtigsten Themen der Freien Wähler. „Man muss nur die richtigen Fäden zusammenführen, dann klappt das auch mit der Energiewende“, davon ist er überzeugt. 

Eine Stunde Zeit hatte er für das TTZ eingeplant, der nächste Termin – einer von fünf an diesem Tag – stand auf dem Plan. In Bad Königshofen diskutierte er mit Kurdirektor Werner Angermüller und Vertretern der Freien Wähler Bad Königshofen über die Lage der Kur- und Heilbäder. 

 

Quelle: Rhön- und Saalepost, Regina Vossenkaul