20.09.2013 | Seit dem Jahr 2010 ist Bad Neustadt Modellstadt für Elektromobilität in Bayern

Holzlagerplatz wird errichtet
Eine Kleinbrauerei in der Waldesruh – Breitbandversorgung schreitet voran

Seit dem Jahr 2010 ist Bad Neustadt Modellstadt für Elektromobilität in Bayern. Hat sich das Thema damit bisher größtenteils auf die Kreisstadt beschränkt mit ihren Verbindungen zu den Technologiezentren in Schweinfurt und Würzburg ist Landrat Thomas Habermann und der Kreistag nunmehr bestrebt, auch die Landkreisgemeinden verstärkt einzubinden. In die letzte Gemeinderatssitzung war deshalb der Projektmanager des Fördervereins M-NES-Mobile, Klaus Saar, zu einem informativen Gespräch gekommen.

 

Mit dem Klimawandel, welcher sich in unserer Region in den letzten Jahrzehnten bereits mit einer Erwärmung von durchschnittlich einem Grad bemerkbar gemacht habe, müssten die Lebensverhältnisse und der Umgang mit den technischen Möglichkeiten neu überdacht werden. Die Mobilität der Menschen sei allerdings kaum eingrenzbar, denn der öffentliche Nahverkehr könne diesen Wunsch kaum in vollem Umfang erfüllen. Arbeitsplätze in der Region seien in der Regel nur mit dem eigenen Fahrzeug in angemessener Zeit erreichbar. Dies beträfe auch weitere soziale Aktivitäten wie Erholung und Freizeit. „Das Unterwegssein ist nun einmal der Ausdruck unseres Lebensstils, das eigene Auto ein Symbol von Freiheit“, sagte der Referent.

 

Neue und umweltfreundliche Produkte auf diesem Gebiet zu entwickeln, werde in den nächsten Jahrzehnten deshalb von allergrößter Wichtigkeit sein. Vieles sei in den zwei Jahren seit Ernennung von Bad Neustadt zur Modellstadt deshalb auch auf den Weg gebracht worden, sowohl im Bereich der Industrie als auch auf schulischem Sektor. Es werde vor allem darauf hingearbeitet, weitere qualifizierte Arbeitsplätze hierfür zu schaffen. Gerade die Bad Neustädter Industrie mit ihren vielfältigen Produkten für die Automobilbranche könne daraus Vorteile ziehen. Hier nannte er vor allem den Beruf des Mechatronikers für Elektromobile. Besonders erfreut zeigte sich Saar, dass es gelungen sei, dass in Bad Neustadt nun eine Nebenstelle der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt eingerichtet werden konnte. Die regionale Vernetzung der Betriebe sei von großer Wichtigkeit, wobei auch die Hochschule einzubinden sei. Bisher seien in die Projekte der Modellstadt über zehn Millionen Euro staatliche Fördergelder geflossen. Um allerdings das stolze Ziel von zwei Millionen E-Fahrzeugen in Deutschland im Jahr 2020 zu erreichen, müssten noch große Anstrengungen unternommen werden und hänge in erster Linie davon ab, inwieweit die Energieversorgung bis zu diesem Zeitpunkt auf erneuerbare Energien umgestellt werden könne.

 

Nach einer Prüfung der Heizöltanks im Schönauer Gemeindehaus, welche gravierende Rostschäden aufweisen und ausgewechselt werden müssen, hat der Gemeinderat Informationen über eine alternative Heiztechnik eingeholt. Hierbei ist derzeit eine Pelletheizung im Gespräch. Wirtschaftlich gesehen, sei diese Art der Heizung derzeit der Ölheizung vorzuziehen wurde argumentiert, denn neben den günstigeren Kosten könne für den Einbau auch eine staatliche Förderung in Anspruch genommen werden. Auch die Lagerkapazität im Keller des Gemeindehauses sei ausreichend, erklärte der Bürgermeister hierzu. Man werde nun aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse die VG beauftragen, entsprechende Angebote einzuholen.

 

Die Breitbandversorgung für ein schnelleres Internet im Ortsteil Burgwallbach kommt nun ebenfalls voran. Nachdem ein Ingenieurbüro die Möglichkeiten überprüft hat, an die bestehenden Leitungen auf der Brendtrasse anzudocken, werden nunmehr Kostenangebote eingeholt.

 

Der neue Besitzer des Hotels Waldesruh in Burgwallbach, Wolfgang Wirsing, hat einen Bauantrag gestellt, wonach er neben einigen Umbauten eine Kleinbrauerei in die Gaststätte integrieren will. Der neue gastronomische Betrieb soll dann zirka 75 Gastplätze erhalten, weitere 60 Plätze sollen auf der Terrasse entstehen. Hierzu gab es keine Bedenken seitens des Gemeinderates.

 

Anders waren die Meinungen zum Tekturplan der Firma Stäblein, welche eine Geländeangleichung an das bestehende Hofniveau auf dem Gebiet am Markberg hergestellt hat. Nachdem sich das Gelände im Bereich des Wasserschutzgebietes befindet, wurden von einer Fachfirma Bodenproben gezogen. Aus dem vorgelegten Tekturplan gehe aber nicht eindeutig hervor, bis in welche Tiefe des Auffüllbereiches die Proben gezogen worden sind, wurde von einigen Gemeinderäten kritisiert. Die Fachfirma soll diesbezüglich noch einmal befragt werden.

 

Die Gemeinde ist dem Wunsch eines Großteils der Bevölkerung nach einem Holzlagerplatz nachgekommen und hat selbst nun einen Bauplan hierfür vorgelegt. Der Platz soll im Bereich Lembach angelegt werden, liegt allerdings mit einem Teilbereich des Grundstückes in einer besonderen Schutzzone des Naturparks Bayerische Rhön. Den Bedenken der Naturschutzbehörde möchte die Gemeinde deshalb mit besonderen Auflagen begegnen, welche in einer Nutzungssatzung festzulegen sind. So dürften dort keine baulichen Anlagen entstehen, ebenso werde auch auf die Benutzung umweltverträglicher Arbeitsmaschinen und Abdeckungen zu achten sein.