29.11.2013 | Siemens: Umzug in Rekordzeit

In Bad Neustadt werden künftig Motoren gefertigt, die vorher in München gebaut wurden

Und los geht's: Siemens-Betriebsleiter Michael Frank, DT-Chef Ralf-Michael Franke, Landrat Thomas Habermann und Bürgermeister Bruno Altrichter bei der offiziellen Eröffnung der Fertigungstraße.

Die Nachricht kam überraschend und per Mail: „Der Standort Siemensstraße fertigt zukünftig Linear- und Torquemotoren, die bisher im Elektromotorenwerk München gefertigt wurden“, hieß es lapidar von der Siemens-Presseabteilung.

Dahinter verbergen sich gleich mehrere gute Nachrichten. Der Siemens-Standort Bad Neustadt, und hier im speziellen Fall die Siemensstraße, scheint als Führungswerkstatt im Großkonzern bestätigt zu sein. Das betonte auch Betriebsleiter Michael Frank, als am Donnerstag die Produktionslinien für Linear- und Torquemotoren in der neu sanierten Fertigungshalle 4 feierlich eingeweiht wurden. Er sieht das Ereignis als „einen weiteren Baustein, um Bad Neustadt als Leadfactory für Motoren im Siemens-Konzern zu festigen.“ Der Leiter der Siemens-Division Drive Technologies, Ralf-Michael Franke, sowie Landrat Thomas Habermann und Bürgermeister Bruno Altrichter waren bei der kleinen Feier anwesend.

Dabei wurde auch darauf verwiesen, dass der Standort im Oktober 2013 als „bestes Werk“ der Division Drive Technologies (DT) unter 45 Siemens-Werken weltweit ausgezeichnet wurde. Frank betonte: „Unsere Mitarbeiter arbeiten außerordentlich engagiert daran, dabei zu sein, wenn es gilt, das Elektromotorenwerk Bad Neustadt nach vorne zu bringen.“

Durch die tatkräftige Unterstützung zahlreicher regionaler Baufirmen konnte die Fertigungshalle in nur drei Monaten komplett saniert und der straffe Zeitplan eingehalten werden. Ambitioniertes Ziel war ein Umzug innerhalb von 24 Stunden. Michael Frank dankte in diesem Zusammenhang allen Umzugs-Partnern. „Egal ob Samstag, Sonntag oder Feiertag, Sie haben in der heißen Phase alles möglich gemacht, um den Terminplan einzuhalten oder gar noch zu unterbieten.“

Bereits am 26. September 2013 wurde der erste fertige und freigegebene Linearmotor an die Betriebsleitung übergeben. Gleichzeitig erfolgte eine Kapazitätserweiterung der Fertigungslinie für die Sekundärteile. Der Umzug der Fertigungslinien für die Torquemotoren erfolgte in Rekordzeit. Die Produktion wurde bereits nach zwei Tagen wieder gestartet und die größte Vergussanlage für Torquemotoren reibungslos in Betrieb genommen. Am 16. Oktober 2013 erfolgte die Prozessfreigabe, ist Siemens stolz.

Linear und Torquemotoren werden in hochleistungsfähigen Werkzeug- und Produktionsmaschinen eingesetzt in allen Industriebranchen weltweit. Die Fertigung der Motoren erfordere höchste Präzision und Genauigkeit. Insgesamt entstanden über 100 qualifizierte Arbeitsplätze.

Im März 2013 hatte der Siemens-Vorstand entschieden, die Fertigung von Linear- und Einbau-Torquemotoren vom Elektromotorenwerk München bis Ende des Geschäftsjahres – September 2013 – nach Bad Neustadt zu verlagern. Durch eine Konzentration der europäischen Fertigungsstandorte der DT könne die Wettbewerbsfähigkeit von Siemens in Europa verbessert werden, hieß es.

 

Quelle: Mainpost, Michael Nöth