08.08.2012 | SPD-MdL Annette KARL zu Besuch in der "Elektromobilstadt"

SPD-MdL Annette KARL zu Besuch in der "Elektromobilstadt"

Auf dem Foto: Diskutierten im Rathaus Bad Neustadt über den Stand der Elektromobilstadt (von links): Bürgermeister Bruno Altrichter, Dr. Jörg Geier, Matthias Kihn (Kreisvorsitzender SPD), Professor Dr. Ansgar Ackva, Annette Karl, Rita Rösch (SPD-Fraktionsvorsitzende), Helmut Will, Juso-Kreisvorsitzender René van Eckert und Ulrich Leber.

Derzeit geben sich Politiker aller Couleurs die Klinke in die Hand, um sich Rathaus der Elektromobilstadt Bad Neustadt über den neuesten Stand ihrer Bemühungen zu informieren. Jüngst war SPD-Landtagsabgeordnete Annette Karl, Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion für Fragen des ländlichen Raums aus Neustadt an der Waldnaab zu Gast. Sie wurde von kommunalen Mitstreitern aus der Region begleitet.Bürgermeister Bruno Altrichter sah das Modell-Projekt uneingeschränkt positiv und hob vor allem die Rolle der Stadt hervor, ihren Part zur Umsetzung der Energiewende beizusteuern. Obgleich den Titel „Elektromobilstadt" tragend, seien die Bemühungen keineswegs nur städtischer Art, mit im Boot sei lobenswerterweise die gesamte Region.

Erfolge könne er auch schon verbuchen, denn durch die Aktivitäten konnten Berührungsängste abgebaut werden, was auch die hohe Dichte an elektrischen Fahrzeugen in der Region unterstreiche. Auch erstreckten sich die Bemühungen in Sachen Elektromobilität nicht alleine auf Autos sondern vermehrt auch auf den Zweirad-Sektor, so der Bürgermeister. Konkret sprach er vom Aufbau von Pedelec Stationen mit begleitender Auswertung des Nutzerverhaltens, denn Studien würden belegen, dass Pedelecs den Einstieg in die Elektromobilität darstellen. Durch das Konzept mit seinen geringen Hemmschwellen soll der Einstieg in die Elektromobilität erleichtert werden.

Der Landtagsabgeordneten war das Thema keineswegs fremd, denn sie selbst habe schon ausrechnen lassen, welches wirtschaftliche Potenzial in der Nutzung von nachhaltigen Energien für ihre Heimat steckt. Dabei kamen dreistellige Millionenbeträge an Wertschöpfung zutage, die mobilisiert werden könnten, vorausgesetzt, die Bevölkerung mache mit. „Es gibt viele gute Ansätze, die zielgerichtet zusammenzubringen ist das Gebot der Stunde", resümierte sie.

Helmut Will, stellvertretender Landrat Rhön-Grabfelds, stellte der SPD-Politikerin die Vorzüge des hiesigen Raums vor. Rhön-Grabfeld habe sich vom ehemaligen Zonenrandgebiet zum heute modernen Landkreis entwickelt und dabei viele zukunftsweisende Hausaufgaben bereits erledigt. Auch er setzte große Hoffnungen in das noch junge Projekt, das vor allem als Gegenpol zur rapiden Bevölkerungsabnahme der Mobilisierung neuer Kräfte dienen könne.

Große Unterstützung erfährt nach eigenen Worten der neue Leiter des Technologietransferzentrums, Professor Ansgar Ackva. Die Firmen, die sich im Verein M-E-NES zusammengefunden haben, zeigten großes Interesse an seiner Einrichtung, was sich auch in seiner Stelle niederschlägt. Erst durch deren Initiative sei die Stiftungsprofessur eingerichtet worden, durch die er als Mitarbeiter der FH Würzburg-Schweinfurt mit Beginn des Monats zum Leiter geworden ist.

Das Technologietransferzentrum TTZ Bad Neustadt sei eine Schnittstelle zwischen Forschung und Industrie. Als Bestandteil der FH sei es sozusagen ein „In-Institut", erläuterte Professor Ackva. Schwierig sei es allerdings, geeignete Mitarbeiter zu finden und zu halten, denn das Interesse am „zugegeben schwierigen Fach der Elektrotechnik" sei derzeit noch verhalten bei den Studenten, insbesondere noch beim weiblichen Anteil. In Bad Neustadt jedenfalls werde Bildung groß geschrieben, wie Bürgermeister Bruno Altrichter erläuterte, denn die neue Technik wolle ja auch gewartet werden. Auch Dr. Jörg Geier von der Kreisstabsstelle Wirtschaftsförderung am Landratsamt Rhön-Grabfeld, sah Grund zu Optimismus, weil die relevanten Firmen der Region in das Projekt Modellstadt eingebunden sind und starkes Interesse zeigen.

„Der ländliche Raum ist keineswegs so strukturschwach wie vielfach beklagt" unterstrich Geier. Dass Elektromobilität keineswegs ein neues Thema ist, belegte er an ausdrucksstarken Bildern von mehr als 100 Jahre alten Prototypen. Den historisch langen Weg zur Marktrelevanz begleiteten seltsam anmutende Gefährte im Kutschenformat ebenso wie eine Bombe auf vier Rädern. Auch neuere Modelle fallen zumeist deutlich kleiner aus als aus dem derzeitigen Straßenbild gewohnte Benziner. „Wir in Bad Neustadt wollen nicht das machen, was alle machen" erklärte er der Abgeordneten. „Wir suchen nach neuen Wegen, beispielweise mit Teilen aus dem mainfränkischen Raum." Auf ihre Frage, ob Elektromobilität wirklich eine Alternative für den ländlichen Raum bedeuten könne, räumte Geier ein, dass das zumindest für Zweitwägen sicherlich funktionieren könne. „Es gibt sie ja schon." Erheblich verbesserungswürdig befand Geier allerdings noch die Batterietechnik, die derzeit noch zu geringe Reichweiten erlaubt.

Auch die Infrastruktur zum Aufladen derselben müsse dringend ausgebaut werden. „Beides wird kommen" gab sich Geier zuversichtlich. „Und wir in Deutschland müssen noch lernen, Elektromobilautos zu bauen", ergänzte Annette Karl.

Quelle: osthessen-news.de