27.06.2012Stellschrauben für mehr Elektro-Effektivität

Wie geht es weiter für Bad Neustadt als Modellstadt für Elektromobilität?

Der Countdown läuft: Am Dienstag gab es noch Neuigkeiten zur Fahrzeugschau, die (von links) Bürgermeister Bruno Altrichter, Klaus Saar, Sebastian Martin, Bianca Benkert, Jörg Geier, Ulrich Leber und Arno Büttner bekannt gaben.

Gerade noch rechtzeitig vor der Fahrzeugschau der Elektroautos ist die Katze aus dem Sack. Nachdem lange darüber spekuliert wurde, was nach der Ernennung zur Modellstadt für Elektromobilität überhaupt passiert, gab am Dienstag Projektmanager Sebastian Martin bekannt, welche Vorhaben als Förderanträge beim Wirtschaftsministerium eingereicht werden. Insgesamt stehen 30 Millionen Euro bereit, die an die drei bayerischen Modellstädte ausgeschüttet werden sollen.

In letzter Zeit war immer ungeduldiger darauf gedrängt worden, etwas Konkretes über die Vorhaben der Modellstadt zu sagen. Nun sei der Zeitpunkt da, das Gesamtkonzept zu präsentieren. Dabei schränkte er aber ein, dass damit noch nicht feststehe, ob die einzelnen Projekte tatsächlich gefördert und auch umgesetzt werden. Bevor er auf die einzelnen Vorhaben zu sprechen kam, wartete er mit einer ganz aktuellen Mitteilung auf. So wird bei der Fahrzeugschau auch ein Fisker präsentiert. Der Sportwagen soll derzeit das Nonplusultra auf dem Gebiet der Elektrofahrzeuge sein und wird auch an dem Rennen auf der Mühlbacher Straße teilnehmen.

Mit solchen Entwicklungen auf dem Gebiet der Fahrzeuge haben die Aktivitäten in Bad Neustadt nichts zu tun. Die Firma Siemens befasst sich mit der sinnvollen Nutzung von Überleistungen bei der Gewinnung von Windenergie im ländlichen Raum. Im Boot ist auch die Firma ZOZ, die sich mit Wasserstoff-Antrieben befasst. Die Firma Jopp will in die Entwicklung von kontaktlosem Laden der Elektrofahrzeuge einsteigen. Das Sälzer Unternehmen FGB Steinbach will den Wirkungsgrad der aktuellen regenerativen Energieerzeugungssysteme verbessern.

Um eine intelligente Ladeinfrastruktur in Privatanwesen bemüht sich die Firma Belectric Drive aus Kitzingen. In Zusammenarbeit mit BMW arbeitet die Firma Preh an einem Steuergerät für das Batteriemanagement von Elektro- und Hybridfahrzeugen. Vor allem unter touristischen Gesichtspunkten sind die gemeinsamen Aktivitäten der Firma Frauenhofer, Winora, der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt und der Stadt Bad Neustadt zu sehen. Gemeinsam soll das Nutzungsverhalten bei Berufspendlern und Touristen untersucht werden, um daraus eine Optimierung für Akkus von Elektrofahrrädern zu erzielen.

Schwerpunkt der Aktivitäten ist allerdings der Bildungssektor. Das Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft will Lehrpläne für die in Bad Neustadt neu eingerichteten schulischen Zweige im Bereich der Elektromobilität entwickeln. Die Aktivitäten konzentrieren sich dabei auf die Berufsschule, in deren Umfeld auch ein Labor für Prüfverfahren auf dem Gebiet neuer Kunststoffe eingerichtet werden soll. Der Landkreis möchte dazu ein Weiterbildungszentrum aufbauen, das von bundesweiter Bedeutung sein könnte.

Bis Ende des Jahres wird Bad Neustadt Bescheid wissen, welche Projekte gefördert werden. Wir werden die einzelnen Projekte in einer Serie demnächst vorstellen.

 

Quelle: Mainpost, Heise