12.05.2014 | Technik made in Bad Neustadt

Enormes Interesse an der Fahrzeugschau Elektromobilität trotz Wetterkapriolen

Action bei der Fahrzeugschau Elektromobilität. Im Rahmen einer Bike-Stunt-Show wurden atemberaubende Sprünge gezeigt. Foto: Anders

Das Wetter meint es nicht so gut mit den Veranstaltern der Bad Neustädter Fahrzeugschau für Elektromobilität. Immer wieder kam der ein oder andere Schauer auf die Besucher und Aussteller nieder. In diesem Jahr trat noch der Wind hinzu, der einen Stand arg in Mitleidenschaft zog und die Flieger der E-Bike-Stuntshow beeinträchtigte. Trotzdem füllte sich der Festplatz mit so vielen Menschen wie an keiner der vorhergehenden Veranstaltungen, so dass Organisator Sebastian Martin durchweg eine positive Bilanz zog.

Trotz der Wetterkapriolen seien die Menschen gekommen und geblieben. Während der Schauer zogen sie sich in die Zelte zurück und danach waren sie wieder auf dem Platz, habe der Projektmanager beobachtet. Nachdem sich Sonntagnachmittag das Wetter stabilisiert hatte, sei der Festplatz auch dicht gefüllt gewesen.

Das Interesse spiegelt sich aber auch in den Kontakten mit den Ausstellern wieder. Das Autohaus Vorndran, das mit einer ganzen Flotte an Testfahrzeugen bereitstand, habe einen Andrang erlebt, wie es nicht einmal auf der e-car-Tec in München, der größten deutschen Fachmesse, der Fall sei, versicherte Martin. Auch der i3 von BMW sei ein Magnet und bei Probefahrten ständig ausgebucht gewesen. Fahrrad Wolf, das zu seinem 100-jährigen Bestehen einen aufwendigen Stand im Outdoor-Look gestaltet hat, und auch die anderen E-Bike-Anbieter seien belagert gewesen. Einer habe gesagt, dass er am Samstag bereits so viele Fahrräder verkauft hat, wie im Jahr zuvor an beiden Tagen zusammen.

Auch die E-Bike-Stuntshow habe trotz ihrer Probleme mit dem Wind die Menschen angezogen und die Leistungsfähigkeit der Strom betriebenen Zweiräder nachdrücklich unter Beweis gestellt. Eine Gaudi hingegen war der Autoscooter, bei dem auch die Prominenz und die Teilnehmer des Statusseminars der drei Modellregionen ihren Spaß hatten.
 

Die Schau sei aber auch ein Spiegelbild der Aktivitäten rund um die Modellstadt, die zusehends von der breiten Öffentlichkeit immer deutlicher wahrgenommen werde. So konnten die Besucher beispielsweise Technik Made in Bad Neustadt im BMW und anderen Fahrzeugen sehen. Die Präsenz der Firmen, die mit einem Modellprojekt an dem Gesamtprozess beteiligt sind, zeige zudem, dass Forschung, Wirtschaft und Politik „an einem Strang ziehen“. Das habe auch die Vertreter der beiden anderen Modellregionen beeindruckt.

Ein weiteres Indiz für die Dynamik, die sich aus der Modellstadt entwickelt habe, sei das große Medieninteresse. Inzwischen habe es schon mehrere Fernsehbeiträge über das Projekt gegeben, doch darüber hinaus sei auch der Blick der Fachwelt auf Bad Neustadt gerichtet. Und die Gesamtaktivitäten hätten noch touristische Nebeneffekte.

Was die Zukunft der Ausstellung anbetrifft, geht es vor allem um eine Frage: Dach drüber oder nicht? Tatsächlich gebe es eine geteilte Meinung dazu. Guido Vorndran wünscht sich zwar besseres Wetter, lehnt aber letztendlich ein Zelt ab. Für ihn ginge damit die Nähe zum Kunden verloren. Der Besucher könne mit einem Berater sprechen und sich dann umgehend in das Auto setzen, „eine optimale Situation“.

Auch für Martin ginge ein Teil der Atmosphäre verloren, daher habe sich die Mehrheit der Aussteller für die „Open-Air-Lösung“ ausgesprochen. Die Stände hätten sich zudem so stark verbessert, dass sie Wetterschutz bieten.

Für Sebastian Martin sei die Fahrzeugschau als Prestigeprojekt gar nicht mehr wegzudenken, bilanzierte er. Die Messe sei der Schaukasten, in dem das Zusammenspiel mit den anderen beteiligten Kräften publikumswirksam dargestellt werden könne. Und die E-Mobilität komme immer besser an – bei Besuchern und bei der Fachwelt.