19.10.2012 |Titel „Hochschulstandort“

Technologietransferzentrum plant Batterietestzentrum – Termine für Märkte festgelegt

Bad Neustadt. Die Stadt wird sich künftig mit der Bezeichnung „Hochschulstandort“ schmücken, freute sich Bürgermeister Bruno Altrichter in der jüngsten Stadtratssitzung. Möglich machte dies die Einrichtung des Technologietransferzentrums mit Stiftungsprofessor Dr. Ing. Ansgar Ackva für den Bereich Elektromobilität der FH Würzburg-Schweinfurt.

Der Rheinländer stellte sich dem Stadtratsgremium vor. Das Technologietransferzentrum TTZ Bad Neustadt sei eine Schnittstelle zwischen Forschung und Industrie, erläuterte Professor Ackva. Er freute sich über die positive und aufgeschlossene Stimmung in Bad Neustadt, ganz besonders aber auch, so herzlich in der Kreisstadt aufgenommen worden zu sein.

Hier werde nicht ausschließlich im Bereich Elektromobilität geforscht. Er berichtete von Schwerpunkten vor Ort in Zusammenarbeit mit Unternehmen. So habe man sich bei Preh der Entwicklung von Batterien verschrieben. Bei Jopp sollen Elektrofahrzeuge zur Nutzung von Energie herangenommen werden und bei Siemens laufen derzeit zwei weitere Projekte im Maschinenbau.

Derzeit seien sieben Mitarbeiter im TTZ beschäftigt, weitere seien durchaus vorstellbar. Ackva freute sich über das hohe Interesse gerade auch bei Jugendlichen in Bad Neustadt. Auf Nachfrage von Norbert Klein (CSU) erklärte der Professor, mit dem TTZ, angesiedelt in der Jakob-Preh-Berufsschule in Bad Neustadt, ideale Räumlichkeiten vorgefunden zu haben. Momentan seien sie „einfach perfekt“.

Die Räumlichkeiten seien vom Landkreis Rhön-Grabfeld angemietet worden und bieten kurze Wege zu Vernetzungen. Schulleiter Kurt Haßfurter habe Unterstützung zugesagt, sollte beispielsweise mehr Platz benötigt werden. Im Visier habe man den Aufbau eines Batterietestzentrums. Auch kündigte der Professor eine qualifizierte Untersuchung des ländlichen Raums in Bezug auf Mobilität an, die ein Kollege durchführen wird.

Anne Zeisner (CSU) fragte nach Einsatz und Unterstützung bei den Planungen zur Stadthalle in den Bereichen Kraft-, Wärme- und Stromerzeugung, denn die Stadthalle solle ein Vorzeigeprojekt werden. Sie wünschte sich dringend die Unterstützung von Fachingenieuren und Fachplanern. Für Bürgermeister Bruno Altrichter war dies selbstverständlich. Das sah auch Professor Ackva so, sowohl an der Fachhochschule in Schweinfurt als auch an der Universität in Würzburg gäbe es genügend Fachleute.

Weiter beschäftigte sich das Stadtratsgremium mit den vier Märkten in Kombination mit verkaufsoffenen Sonntagen im kommenden Jahr. Festgesetzt wurden der Ostermarkt am 24. März, der Frühlingsmarkt am 5. Mai, der Herbstmarkt am 6. Oktober und der Burkardimarkt am 3. November. Die Ladengeschäfte dürfen von 12.30 bis 17.30 Uhr geöffnet sein. Jährlich von neuem festgesetzt werden auch die Ladenöffnungszeiten an Sonn- und Feiertagen für den Verkauf bestimmter Waren, die für Kur- und Erholungsorte kennzeichnend sind. Bürgermeister Bruno Altrichter richtete den Fokus besonders auf den Reisemobilstellplatz am Kurpark und die Versorgung aller Gäste der Kreisstadt. Es handelt sich um insgesamt 36 Sonntage mit Verkaufsmöglichkeiten zwischen 11.30 und 19.30 Uhr, jeweils auf freiwilliger Basis der Ladeninhaber.

Schon seit Herbst 2009 beschäftigen sich die Stadträte mit der Aufstellung eines Bebauungsplanes mit  integriertem Grünordnungsplan für das Gebiet Borsigstraße auf Herschfelder Gemarkung. Keine der vorgeschlagenen Lösungen fanden Zuspruch, bedauerte Bürgermeister Bruno Altrichter. In all den Vorbesprechungen hatte die Stadt ihre Wünsche konkretisiert, die bei den Anliegern stets auf erhebliche Widerstände stießen.

Einstimmig beschloss das Gremium nun die Einstellung des ursprünglich geplanten qualifizierten Bebauungsplans. Stattdessen stand das Gremium ebenso geschlossen hinter der Aufstellung eines einfachen Bebauungsplans im vereinfachten Verfahren, das Stadtbaumeisterin Barbara Stüdlein vorstellte. Künftig ginge man im Bereich der Borsigstraße den umgekehrten Weg: „Alles was nicht ausdrücklich abgelehnt wurde ist künftig erlaubt.“

Ein Bauleitplan regle vorab viele Dinge, so die beauftragte Architektin Marion Ledermann (Bahra). Im Bereich der Borsigstraße hatte sich dies aber als nicht probat herausgestellt. Künftig wird also nichts im Vorfeld festgesetzt, dafür stünden die Anwohner in der Pflicht, ihre Vorhaben detailliert anzumelden. Allerdings seien Nutzungen nun flexibler geworden. „Es wird auch für die Verwaltung leichter“, erklärte der Bürgermeister.

Quelle: Rhön- und Saalepost, Gerlinde Parl