13.11.2012 |Warten auf die E-Post aus München

Noch hat die Modellstadt für Elektromobilität keine genauen Förderzusagen für Forschungsprojekte

Immer öfter im Landkreis zu sehen. Ein Elektroauto an der Stromtankstelle.

Im Landkreis Rhön-Grabfeld gibt es viel mehr Elektroautos als im bayernweiten und noch viel mehr als im bundesweiten Durchschnitt. Die Zahlen, die Projektmanager Sebastian Martin vorlegt, sprechen eine deutliche Sprache. Auch in Unterfranken ist die Anzahl der E-Autos überdurchschnittlich. Auf dem Lande! Warum das so ist, darüber rätselt auch der Fachmann noch ein wenig. Ein Grund dafür dürfte die gesteigerte Aufmerksamkeit der Autofahrer hierzulande sein. In und um eine Modellstadt herum schaut man halt doch mal genauer hin. 

Noch immer wartet Sebastian Martin auf Post aus München. Ein Dutzend Projekte hat er ans Wirtschaftsministerium geschickt, allesamt hätte der Projektmanager der Modellstadt für Elektromobilität gerne im Auftragskatalog der Kreisstadt sowie zahlreicher Unternehmen. Doch die Antwort lässt auf sich warten. „Ich denke, dass wir den Bescheid Ende des Jahres bekommen“. Anfang nächsten Jahres können die Forschungsprojekte dann in der Modellstadt losgehen. Dass die Elektromobilität sich immer mehr in den Köpfen der Verbraucher festsetzt, dass verspürt Sebastian Martin tagtäglich. Rund 50 vierrädrige Elektrofahrzeuge, vom kleinen Renault Twizzy bis zum noblen Opel Ampera sind im Landkreis schon zugelassen. Zwar bewegt sich die Anzahl der Elektroautos im Vergleich zu denen mit Verbrennungsmotor noch immer im Promillebereich, doch ein stetiges Wachstum bei den Zulassungen ist erkennbar. Auch wenn die von der Bundesregierung prognostizierte Zahl von einer Million Elektroautos bis 2020 mittlerweile auf 500.000 herunter geschraubt wurde. „Auch das dürfte noch zu optimistisch sein“, ist Martin nicht optimistisch. Aber, und das freut den Projektmanager, die Zahl der Zulassungen von E-Autos nimmt gegenüber der Zahl der Zulassungen von Autos mit Verbrennungsmotor immer weiter zu. Sebastian Martin hat deshalb einen E-Barometer auf die Homepage der Modellstadt gestellt. Der zeigt, was die Elektromobilität anbelangt, einen eindeutigen Trend nach oben. „Morgen übergibt ein Bad Neustädter Autohaus wieder einen Renault Twizzy an einen Pflegedienst“. Noch immer freut sich Sebastian Martin über jedes zugelassene Elektroauto in der Region. Im kommenden Jahr wird es wohl einen Boom geben. Genau dann, wenn deutsche Marken wie BMW endlich ihr Elektroauto auf den Markt bringen. Vom Verein M-E-NES – Modellstadt Elektromobilität Bad Neustadt gibt es für Privatpersonen einen Zuschuss in Höhe von 250 Euro beim Kauf eines Elektroautos. „Da sind wir in Bad Neustadt Spitze“, sagt Sebastian Martin. „Es gibt nur ganz wenige andere Kommunen, die einen ähnlichen Zuschuss geben.“ 

Für das kommende Jahr plant Martin auch wieder eine Fahrzeugschau, die mehr zu einer regionalen Elektromobilitätsmesse geraten soll. Ob es das Stromer gegen Verbrenner-Rennen wieder geben wird, steht noch nicht fest. So lange freut sich Sebastian Martin noch über jedes einzelne zugelassene Elektroauto. Und wartet auf Post aus München. 

 

Quelle: Rhön- und Saalepost, Stefan Kritzer