16.04.2012 Wir wollen Nummer eins werden

Ehrgeizige Ziele verfolgt der Förderverein M-E-NES

kleines Auto, große Ambitionen

Irgendwie scheint die Modellstadt für E-Mobilität bei der Bevölkerung noch nicht richtig angekommen zu sein. Den Eindruck hat der Förderverein M-E-NES, der in Zukunft verstärkt Öffentlichkeitsarbeit betreiben will. Als eine der nächsten Initiativen soll der Kauf von Elektroautos gefördert werden, beschlossen die Teilnehmer der Jahreshauptversammlung.

Die Nachricht lässt aufhorchen, da in Deutschland trotz vieler Lippenbekenntnisse von finanziellen Anreizen zum Kauf der Stromer keine Rede ist. Doch die Vereinsinitiative ist symbolisch zu verstehen, räumte M-E-NES-Vorsitzender Hubert Büchs ein. Insgesamt sollen heuer 2500 Euro zur Verfügung gestellt werden, das Vereinsvermögen lasse nicht mehr zu.

Die Modalitäten für die Förderung wurden eifrig diskutiert. Auf jeden Fall soll ein Weg gefunden werden, der öffentliche Aufmerksamkeit erzielt. Denn obwohl der Landkreis mit der Zulassung von Elektroautos weit über dem Bundesdurchschnitt liegt, sei der Bestand mit unter 20 gering – zumal in den Prognosen in ganz anderen Dimensionen gedacht werde.

Von weit größerer Bedeutung für die regionale Entwicklung hält Büchs den Zuschlag für die Gründung des Technologietransferzentrums als Außenstelle der Fachhochschule Würzburg/Schweinfurt. Für die Leitung ist eine Stiftungsprofessur eingerichtet worden. Inzwischen ist die Kandidatenwahl entschieden, der Name des neuen Leiters, der voraussichtlich spätestens zum 1. Juli seinen Dienst antritt, soll allerdings erst nach Bekanntgabe in den zuständigen Gremien veröffentlicht werden.

Ein ebenso freudiges Ereignis war die Einrichtung einer Fachschule für Fahrzeugtechnik und Elektromobilität, fuhr Büchs fort. Auch da böten sich Möglichkeiten zur Verzahnung mit dem Handwerk und hiesigen mittelständischen Unternehmen, die in der Automobilbranche tätig sind.

Geradezu ins Schwärmen geriet Büchs mit Landrat Thomas Habermann über die Möglichkeiten, die sich durch die beiden Einrichtungen ergeben. Habermann forderte, dass die Region eine Spitzenstellung auf dem Gebiet der Elektromobilität einnehmen müsse. Dazu gebe es durch die Mainfranken-GmbH inzwischen vielerlei Ansätze. Bad Neustadt müsse mit seinen Bildungseinrichtungen Leuchtturmcharakter einnehmen. „Wir wollen in Deutschland nicht unter ferner liefen rangieren, sondern wir wollen die Nummer eins werden“, beschwor er die Teilnehmer.

Als weiterer Mithelfer auf diesem Weg sitzt Klaus Saar im Boot. Der ehemalige Leiter der Berufsschule kümmert sich nun ehrenamtlich um die Aktivitäten auf dem Bildungssektor. Dazu umschrieb er das Konzept für die Fachschule unter Einbeziehung des Handwerks..

Schriftführer Dr. Jörg Geier berichtete schließlich noch von den weiteren Vorhaben. Geplant ist, die Fahrzeugschau des Vorjahres zu wiederholen, diesmal aber mit allen Programmpunkten in der Stadt, mit einem Rennen im Bereich Meininger Straße Falaiser Brücke.

Die Nachwahlen brachten einige Änderungen im Vorstand. Nach dem beruflich begründeten Ausscheiden von Professor Dr. Rudolf Dögl wurde Professor Bernhard Arndt stellvertretender Vorsitzender. Für den ehemaligen Geschäftsführer der in Konkurs gegangen Smiles AG, Karl Nestmeier, rückte Professor Henning Zoz als dritter Vorsitzender nach. Neuer Schatzmeister ist Michael Reif.

 

Quelle: Mainpost