13.12.2012 |Zur Pflege oder mit Stapelboxen

Zwei Unternehmer fahren im beruflichen Alltag mit dem kleinen elektrischen Renault Twizy

Zwei Unternehmer, zwei unterschiedliche Nutzungskonzepte für den Renault Twizy. Reinhold Rossbach und Matthias Bock mit ihren Elektroflitzern. Foto: Stefan Kritzer

Der Eine braucht das Auto für die Fahrt zu Pflegeeinsätzen und fährt es seit vier Wochen. Der Andere hat sich eine ganze Sammlung an passenden Stapelboxen zugelegt, damit er Werkzeug und Saft in passgenauer Größe in das kleine Fahrzeug hineinbringt und ist nicht nur deshalb seit einem halben Jahr begeistert. Der Renault Twizy leistet Reinhold Rossbach und Matthias Bock bislang beste Dienste. 

„Mich hat es erwischt!“, schnupft Matthias Bock ein wenig vor sich hin. Die Erkältung hat er sich beim Twizy-Fahren zugelegt. Aber, und da ist er ganz selbstkritisch, daran ist er selbst schuld. Denn der kleine Elekroflitzer des französischen Herstellers Renault hat keine Heizung und noch nicht mal Fenster. Aber Matthias Bock fährt trotzdem jeden Tag, bei jedem Wetter, bei allen Temperaturen. „Das ist alles nur eine Frage der Organisation.“ Allerdings hat er die wärmende Mütze bei einer Fahrt nicht zur Hand gehabt und da war es passiert mit der Erkältung. Doch die stört Bock überhaupt nicht, wenn es ums Schwärmen geht. „Der Twizy ist einfach klasse“, sagt er. „Damit kann man alles machen.“ Reinhold Rossbach ist da der gleichen Ansicht. Für seinen Pflegedienstfuhrpark hat er erst seit einigen Wochen einen Twizy und nutzt diesen schon regelmäßig auch bei Wintertemperaturen. Schon seit Jahren fahren Rossbach und seine Mitarbeiter umweltfreundlich mit gasgetriebenen Fahrzeugen. „Mittelfristig wollen wir aber auf reine Elektroautos umsteigen“, sagt der Firmenchef. Zehn Autos hat er im Fuhrpark mit einer Gesamtfahrtstrecke von knapp 100.000 Kilometer im Jahr. „Das geht alles auch mit Elektroautos“, ist sich Rossbach schon heute sicher. Der Twizy war der Anfang und im Frühjahr kommt mit dem Renault Zoe das nächste rein elektrisch angetriebene Fahrzeug. Doch nicht nur die Autos will Reinhold Rossbach umrüsten. Auch zu Hause in der Gartenstand soll auf dem Dach eine Photovoltaikanlage installiert werden, die zum einen die Elektroheizung im Haus und zum anderen die Elektroautos mit Strom versorgen soll. „Das erste rein elektrisch betriebene Fahrzeug soll bei uns kein Einzelfall bleiben“, sagt Rossbach. 

„So passt das prima hinein“, verkündet Matthias Bock, „und die Einkaufsbox stelle ich noch oben drauf“. Ein Sortiment Stapelboxen hat sich Bock in seinen Twizy passend zurecht gekauft. Für alle Einsatzzwecke die richtige Box. Für seine Glaserwerkstatt, für seinen Telefondienst, für den Saftvertrieb wie für den Service seiner seit zehn Jahren laufenden Elektrofahrzeuge. „Bis 70 Kilometer über Berg und Tal sind mit dem Twizy kein Problem“, sagt Bock. Auch im Winter nicht. „Ein paar Dichtungsmaßnahmen habe ich am Twizy aber schon getroffen“, sagt er. „Damit es nicht so zieht im Innern.“ Elektroauto fahren ohne Heizung und ohne Fenster ist im Winter ein kleines Abenteuer. „Alles nur eine Organisationsfrage“, sagt Reinhold Rossbach, der allerdings die aufpreispflichtigen Seitenscheiben für den Twizy gleich bei der Bestellung mit geordert hat. Derweil genießen beide Twizy-Fahrer die niedrigen Stromkosten von rund 1,50 Euro je 100 Kilometer. Und das zehn Jahre steuerfrei und mit einer großen Werbewirkung für ihr Unternehmen. Rossbach setzt die Plüschohrenwärmer auf, als er losfährt. Die wärmende Mütze, die liegt jetzt auch in Matthias Bocks Twizy. Das mit der Erkältung, das passiert ihm nicht noch mal.

 

Quelle: Rhön- und Saalepost, Stefan Kritzer